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Märkte | 19.11.2020

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Keine Schnäppchenpreise für Hotelimmobilien

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Vor allem Stadthotels leiden unter der Corona-Krise.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Trotz der Corona-Krise werden Hotels kaum als Schnäppchen vertickt. Die Kaufpreise für in Not geratene Häuser werden nur moderat fallen. Zu dieser Prognose kommt ein Report von Engel & Völkers Hotel Consulting. Die Spitzenrendite für Hotels hat sich 2020 in A-, B- und C-Städten um rund 50 Basispunkte erhöht.

Die Hotelbranche leidet unter der Corona-Pandemie. Im ersten Halbjahr verringerte sich das Übernachtungsvolumen deutschlandweit um fast die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Strukturelle Langzeitfolgen sind noch nicht abzuschätzen. Dennoch planen rund 90% der Hotelbetreiber, ihr Portfolio auszubauen, insbesondere durch die Übernahme von Wettbewerbern. "Schnäppchenpreise für Hotels sind trotz Corona derzeit nur selten zu finden, die Kaufpreiserwartung sinkt, bleibt aber auf einem weitestgehend stabilen Niveau", stellen die Autoren des Reports fest.

250 Investoren, Projektentwickler, Hoteliers und Betriebsgesellschaften hat Engel & Völkers Hotel Consulting im Oktober befragt. Die Marktteilnehmer erwarten, dass sich der deutsche Hotelmarkt im europäischen Vergleich am schnellsten erholt. Gründe dafür sind unter anderem der hohe Anteil des Inlandstourismus, die Stabilität des Gesundheitssystems und das gute Krisenmanagement der Regierung.

Ferienhotellerie wird sich als Assetklasse für institutionelle Anleger etablieren

Auch wenn der Transaktionsmarkt im zweiten und dritten Quartal fast zum Erliegen gekommen ist, sehen Investoren am deutschen Hotelmarkt nach wie vor große Chancen. Knapp 70% geben ihm im europäischen Vergleich das attraktivste Risiko-Rendite-Profil. Im Vergleich zu 2019 erhöhten sich die Spitzenrenditen in den A bis C-Standorten um rund 50 Basispunkte.

Seit März dieses Jahres hat die Corona-Krise vor allem Stadthotels getroffen. Die Ferienhotellerie ist dagegen dank hoher Buchungszahlen gut durch den Sommer gekommen. Es wird erwartet, dass sich der Trend zu vermehrten Inlandsreisen fortsetzen wird. Damit werde sich die Ferienhotellerie zukünftig als Assetklasse für institutionelle Anleger etablieren, meint Andreas Ewald, geschäftsführender Gesellschafter von Engel & Völkers Hotel Consulting.

Hamburg und München sind besonders resilient

Betreiber und Investoren betrachten Hamburg und München als die resilientesten Hotelmärkte, um die Corona-Krise zu überstehen, denn beide Städte verfügen über ein attraktives Tourismus- und Freizeitangebot. Städte, die ihr Angebot vor allem auf Geschäftsreisende und Besucher von Messen und Kongressen ausgerichtet haben, wie zum Beispiel Frankfurt und Düsseldorf, werden als weniger robust erachtet.