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Digitales | 04.08.2020

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung
  • Personen:
    Saied Tazari, Axel Albrecht
  • Immobilienart:
    Wohnen, Senioren-/Pflegeimmobilien

Smart-Home-System vom IGD steht vor der Marktreife

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Robin Göckes
In Darmstadt kommt die neue Technik bereits in 22 Wohnungen zum Einsatz.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Robin Göckes

Trotz steigender Verkaufszahlen auf dem Konsumentenmarkt ist der Smart-Home-Technik noch nicht der Durchbruch in Pflegeheimen oder Wohnquartieren für Senioren gelungen. Und dass, obwohl diese besonders Älteren helfen könnte, ihren Alltag länger eigenständig zu bewältigen. Ein Team des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung will der Technik jetzt Beine machen.

Mehr Flexibilität und Freiheit bei der Wahl der Komponenten, dafür weniger Eingriffe in den Alltag der Nutzer, die vermeidbar sind. So will ein Team des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) der Smart-Home-Technik zum Durchbruch in Pflegeeinrichtungen oder im betreuten Wohnen verhelfen. Zehn Jahre haben Forschung und Erprobung des Controllers mit dem Namen uCore gedauert. Jetzt planen Saied Tazari, der Projektleiter aus der Abteilung Smart Living & Biometric Technologies am Fraunhofer IGD, und seine Mitstreiter die Gründung eines Unternehmens, um das System auf den Markt zu bringen.

Tests mit 50.000 IoT-Geräten

"Wir haben mit unseren Systemen alle gängigen Smart-Home-Funkprotokolle ausprobiert. Unsere Technik funktioniert und ist sehr flexibel", sagt Tazari. Im Rahmen des Forschungsprojekts Activage wurde das System im Zusammenspiel mit 50.000 IoT-Geräten in sieben EU-Ländern in Wohnquartieren und Pflegeheimen einem Praxistest unterzogen. In Deutschland ist daran etwa das Wohn- und Quartierszentrum (WoQuaZ) in Weiterstadt bei Darmstadt beteiligt. 22 Privatwohnungen innerhalb des 2012 errichteten Gebäudes sind mit der Technik ausgestattet.

Betreiber könnten profitieren

Axel Albrecht, Investor und Betreiber des WoQuaZ, rechnet aus der Wirtschaftlichkeitsperspektive damit, dass besonders Betreiber von Einrichtungen für Seniorenpflege oder für betreutes Wohnen Interesse zeigen werden. "Die Investoren sehe ich da eher draußen, solange sich nichts daran ändert, wie die Kosten aus dem laufenden Betrieb zwischen Invest und Betrieb aufgeteilt werden. Aber Betreiber solcher Häuser können Nutzen aus dem System ziehen und Kosten einsparen."