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Märkte | 10.03.2020

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Mobilität wird zum Erfolgsfaktor für die Immobilie

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Marion Peyinghaus ist trotz Mipim-Verschiebung in Cannes.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Marion Peyinghaus, Geschäftsführerin des Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE), hat der Immobilien Zeitung (IZ) in Cannes einen exklusiven Vorgeschmack auf den diesjährigen PMRE-Monitor gegeben: Neue Mobilitätsmuster verlagern demnach das Geschehen auf den Immobilienmärkten weg von den A-Standorten und begünstigen Multi-Use-Konzepte.

Für Marion Peyinghaus ist das Selbstverständnis der Generation Z, die gerade auf den Arbeitsmarkt drängt, der Schlüssel für die Weise, wie Immobilien in Zukunft genutzt werden. Dabei spielt eine umfassende Mobilität ebenso eine große Rolle wie die zuverlässige Anbindung ans Datennetz. Anders nämlich lassen sich die Lebenswünsche der Generation Z gar nicht in Einklang bringen.

"Die heute 20- bis 25-Jährigen sind wieder konservativer als ihre Vorgänger", sagte Peyinghaus der IZ im Rahmen eines Exklusivgesprächs in Cannes. "Sie wollen früh eine Familie gründen, Beruf und Privates wieder stärker trennen und außerhalb der Großstadt im Grünen wohnen. Die Top-7-Standorte verlieren daher langfristig an Attraktivität, während die Provinz gewinnt."

Das Warten im Stau soll als Arbeitszeit gelten

Aufs Auto verzichten will die Generation Z nicht, im Stau stehen aber ebenso wenig. Und wenn doch, dann soll der Arbeitgeber diesen Verlust an Lebenszeit bitteschön als Arbeit vergüten. Wenn das nicht geht, wünschen sich viele das Arbeiten von zuhause. Damit wird neben der Mobilität die Internetanbindung zum entscheidenden Faktor für den langfristigen Immobilienwert.

Das sind die wesentlichen Erkenntnisse des diesjährigen PMRE-Monitors. Für die Studie wurden rund 150 Immobilienprofis und rund 200 Studierende immobilienwirtschaftlicher Studiengänge befragt. Die Ergebnisse hat Peyinghaus vor dem Ausbruch der Coronakrise bei einem Besuch in Ostasien mit dem dortigen Know-how abgeglichen. Städte wie Hongkong, Shenzen und Schanghai gelten bei Themen wie Smart City als Vorreiter.

Asiatische Forscher bestätigen die Erkenntnisse

"Die Wohn- und Mobiltätsmuster der jungen Generation erfordern eine flexiblere Immobiliennutzung, das belegen die Erfahrungen aus Asien", fügt Peyinghaus hinzu. Das betreffe aber nicht nur die Laufzeit von Mietverträgen, sondern auch die Nutzungsarten. "Wohnen und Arbeiten rücken wieder enger zusammen. Das begünstigt Multi-Use-Projekte. In Schanghai zum Beispiel wird kaum noch etwas anderes entwickelt."

Die dadurch steigende Komplexität der Projekte bedeutet für die Immobilienwirtschaft zwar mehr Ertragspotenzial, aber auch höhere Kosten, vor allem bei den IT-Ausgaben. "Die Immobilienbewertung muss Mobilitätsaspekte stärker als bisher berücksichtigen, um den langfristigen Wert korrekt zu erfassen", fasst Peyinghaus zusammen. Dazu braucht es neue Datenanalysemodelle, aber auch mehr Gehirnschmalz. "Der Faktor Mobilität erfordert von Bewertern wieder mehr Kopfarbeit", ist Peyinghaus überzeugt.

Der vollständige PMRE-Monitor 2020 wird voraussichtlich am 14. Mai in Berlin vorgestellt.

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