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Digitales | 14.02.2020

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Proptechs werden "Gretatechs"

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Nikolas Samios stellte auf dem III. Proptech1 Family Day die European Proptech Trends 2020 vor.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Der Kapitalstrom von den Investoren zu den Proptechs ist ungebrochen, doch der Wagniskapitalgeber Proptech1 Ventures erwartet dennoch eine Marktkonsolidierung. Wer den Klimawandel auf der Agenda hat, hat gute Karten, diese Phase zu meistern.

"Von einem Ende der Party kann keine Rede sein", sagte Nikolas Samios, Managing Partner von Proptech1 Ventures, als er am Donnerstagabend in Berlin die European Proptech Trends 2020 vorstellte.

Der Zustrom an Finanzierungsmitteln hin zu den Proptechs ist seit 2016 jedes Jahr im Schnitt um 45% gestiegen, rund eine halbe Milliarde USD flossen nach den bisher verfügbaren Zahlen 2019 in europäische Start-ups mit Immobilienbezug. Der Trend gehe zu weniger, aber größeren Finanzierungsrunden. "Das ist typisch für einen Markt, der in der Reifephase angekommen ist", erklärte Samios.

Die Konsolidierung beginnt jetzt

Dabei habe die Branche den Gipfel der überzogenen Erwartungen inzwischen überschritten, nicht funktionierende Geschäftsmodelle würden jetzt aussortiert oder auf Normalmaß gestutzt. Beispiele sind für Samios die Coworking- und Colivinganbieter, die zwischenzeitlich mit abenteuerlichen Bewertungen auf der Welle mitgeschwommen sind. Proptech1 Ventures wertet diese Unternehmen bewusst nicht als Teil des Proptech-Universums.

"Die Zahl der komplementären Zusammenschlüsse von Proptechs wird zunehmen", sagte Samios. Das heißt, dass sich vermehrt solche Start-ups miteinander verbinden dürften, deren Geschäftsmodelle sich sinnvoll ergänzen. Nur wer schnell genug die nötige Größe erreiche, werde überleben, fügte Samios hinzu.

IT-Großputz und Platte 2.0 werden kommen

Bei den Geschäftsmodellen sieht Proptech1 Ventures drei Bereiche besonders gut für die Zukunft gerüstet: Da sind zum einen all jene, die der etablierten Immobilienbranche helfen, aus Papierakten, Excellisten und isolierten IT-Systemen ein funktionierende Ganzes zu bauen. "Die Immobilienwirtschaft steckt IT-technisch in der Steinzeit fest", monierte Samios.

Auch mit Blick auf die knappen Kapazitäten am Bau sieht der Proptech1-Manager großes Potenzial. Das könnten diejenigen heben, die den "Methodennotstand" am Bau beseitigen und moderne Fertigungsansätze ins Spiel bringen. Damit ließen sich Möglichkeiten schaffen, Gebäude auf eine Weise zu errichten, wie es die Autoindustrie schon heute mit ihren Fahrzeugen tut. Modulares Bauen, 3D-Druck und BIM sind hier die Stichworte.

Nachhaltigkeit wird zum beherrschenden Thema

Das übergreifende Thema schlechthin allerdings sei die Nachhaltigkeit. Proptechs, die in diesem Bereich unterwegs sind, fasste Samios mit dem Begriff "Gretatech" zusammen, eine Anspielung auf die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

"Der Anteil grüner Regierungsbeteiligung wächst in Europa auf allen Ebenen", sagte Samios. "In fünf Jahren wird das, was heute als kilmatechnisch radikal gilt, ziemlich normal aussehen." Grund sei nicht in erster Linie ein plötzlich erwachtes grünes Gewissen der Verantwortlichen, sondern zunehmender gesellschaftlicher und politischer Druck.

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