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Märkte | 11.02.2020

Von Katja Bühren

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Euroconstruct, Institut für Wirtschaftsforschung (ifo)
  • Personen:
    Ludwig Dorffmeister
  • Immobilienart:
    Wohnen, Einzelhandel, Logistik, Industrie, Büro, Gewerbe allgemein

Der europäische Bau steht auf der Bremse

Quelle: Immobilien Zeitung; Urheberin Katja Bühren
Der Wohnungsneubau hat in Europa deutlich an Dynamik eingebüßt.

Quelle: Immobilien Zeitung; Urheberin Katja Bühren

Dem Bausektor in Europa geht die Puste aus. Das Forschungsnetzwerk Euroconstruct rechnet in den kommenden drei Jahren nur noch mit einem leichten Wachstum des Bauvolumens. Vor allem der Wohnungsbau - einst Branchenprimus - dürfte schwächeln.

Euroconstruct, ein Forschungsnetzwerk aus 19 Ländern, zu dem auch das Münchner ifo-Institut gehört, geht davon aus, dass die durchschnittliche Bauleistung in den Mitgliedsstaaten zwischen 2020 und 2022 nur noch um rund 1% pro Jahr zulegt. Zwischen 2016 und 2019 ging es hier noch um gut 2% bis knapp 3% p.a. nach oben.

So ist das Bauvolumen 2019 um 36,5 Mrd. Euro bzw. 2,3% auf insgesamt 1,637 Billionen Euro (jeweils in Preisen von 2018) gestiegen. 2020 bis 2022 geht es dann jährlich nur noch zwischen 14 Mrd. und 18,5 Mrd. Euro nach oben und erreicht am Ende des Prognosezeitraums 1,687 Billionen Euro.

Wohnungsbau schwächelt

Hatte an dem Wachstum in den vergangenen Jahren der Neubau von Wohnungen "einen erheblichen Anteil", schreibt ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister über die Ergebnisse der jüngsten Euroconstruct-Winterkonferenz, dürfte "dieser Baubereich 2020 allerdings nur noch stagnieren und 2021 sogar schrumpfen". So rechnen die Forschungsinstitute hier im nächsten Jahr mit einem Rückgang um 1,4%, während die Bauleistung im Bestand nur noch leicht um 1% zulegen dürfte.

Grund dafür ist, dass die Bauexperten in insgesamt zehn der 19 Mitgliedsländer - darunter auch Deutschland (-1,5%) - eine Einschränkung der Neubauaktivitäten erwarten. 2020 sollen hierzulande 3,7 Wohnungen pro 1.000 Einwohner fertiggestellt werden. Das ist etwas weniger als der Durchschnitt in den 19 Euroconstruct-Ländern (3,8 Wohnungen). An der Spitze steht Finnland mit gut 6 fertiggestellten Wohnungen pro 1.000 Einwohnern, 2019 waren es allerdings noch fast 8 neue Einheiten.

Auch Deutschland trägt zur schwachen Entwicklung bei

Insgesamt rechnet Euroconstruct in den 19 Ländern in diesem Jahr mit knapp 1,8 Mio. Wohnungsfertigstellungen in Neu- und Bestandsbauten. In den beiden folgenden Jahren wird die Zahl etwas steigen, aber immer noch unter der aus 2019 (1,814 Mio. Einheiten) liegen. Für den gesamten Wohnungsbau erwartet Euroconstruct ein Plus beim Bauvolumen von 0,8% im kommenden Jahr und geht für 2022 von einer Stagnation aus.

Auch der gewerbliche Hochbau wird an Dynamik verlieren. Während das Neubauvolumen in diesem Bereich 2020 stagniert, so die Euroconstruct-Prognose, dürfte es in den beiden folgenden Jahren moderat zulegen. Bei Bestandsmaßnahmen rechnet Euroconstruct bis 2022 nur noch mit einem Plus von 1,3% pro Jahr, nach durchschnittlich je 1,9% in den drei Jahren zuvor. Verantwortlich für das Plus ist die Logistiksparte. Die Neubauaktivitäten in den Bereichen Industrie, Büro, Gewerbe und Handel sollen stagnieren oder leicht rückläufig sein.

Teure Grundstücke und hohe Auslastung der Unternehmen

Mittelfristig wird das Tempo in der europäischen Baubranche also nicht mehr vom Wohnungsneubau, sondern von den Tiefbaumaßnahmen vorgegeben. "Aber auch hier hat der Schwung inzwischen deutlich nachgelassen", so Dorffmeister.

Zwar blieben die Rahmenbedingungen für die Baubranche dank attraktiver Finanzierungskonditionen, einer guten Finanzlage der staatlichen Auftraggeber und einem hohen Bedarf an Investitionen in Wohnungen und Infrastruktur günstig. Aber die starke Verteuerung von Baugrundstücken und die hohe Auslastung des Baugewerbes behindern - neben länderspezifischen Hemmnissen - "in zunehmendem Maße die weitere Entwicklung".

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