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Politik | 04.02.2020

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    SPD, CDU/CSU, Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI)
  • Personen:
    Kai Enders, Helge Ziegler, Jürgen Engelberth, Kurt Friedl, Christine Lambrecht, Marcus Lasar, Markus Langenbach, Oliver Helfrich
  • Immobilienart:
    Wohnen

Geteilte Courtage nutzt den Maklern und verbessert das Image

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
BVFI-Vorstände diskutieren die Zukunft des Maklerberufs: Helge Ziegler, Kurt Friedl, Jürgen Engelberth, Marcus Lasar und Kai Enders (von links).

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Der Maklerverband BVFI hat bei seinem Bundeskongress am Wochenende die geplante Teilung der Courtage beim Verkauf von Wohnimmobilien begrüßt. Nun gelte es für die Vermittler, sich auf die neue Marktlage gut vorzubereiten, riet Verbandsgeschäftsführer Jürgen Engelberth vor mehr als 200 Teilnehmern.

Voraussichtlich im Herbst wird das neue Bestellerprinzip beim Verkauf von Wohnimmobilien greifen. Dann kann der Verkäufer nicht mehr die gesamte Maklerprovision, sondern maximal die Hälfte des Betrags an den Käufer weitergeben. So zumindest will es der Gesetzgeber. Mitte Oktober hatte sich die Große Koalition in Berlin von einem echten Bestellerprinzip wie bei der Vermietung verabschiedet und einen Kompromiss auf den Weg gebracht. Laut dem Entwurf von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) werden sich Käufer und Verkäufer die Courtage für den Makler künftig teilen.

Der BVFI begrüßt das. Schon während der Verhandlungen hatte sich der Maklerverband für diesen Kompromiss stark gemacht, um Schlimmeres abzuwenden. Kai Enders vom Franchisemakler Engel & Völkers war gegenüber der Politik gewissermaßen der Sprecher des BVFI. Beim Bundeskongress am vergangenen Samstag in Oberursel erläuterte der Manager das Erreichte: "Die Teilung der Courtage wird den Maklern nutzen und das Image der Branche verbessern", sagte Enders. Mit der neuen Regelung werde die Position des Maklers als sachkundiger Mittlers zwischen den beiden Parteien Käufer und Verkäufer gestärkt.

Kritisch bewertete Enders jedoch, dass der Teilanspruch des Maklers gegenüber dem Nichtbeauftragenden, also in der Regel gegenüber dem Käufer, erst mit Nachweis der Zahlung durch den Verkäufer fällig wird. Der Makler gehe mit seinen Diensten immer in Vorleistung und müsse den Ausfall der kompletten Provision fürchten, wenn etwa der Auftraggeber wegen Insolvenz oder Tod ausfalle. Man werde sich nun noch um die Aufnahme einer deklaratorischen Maklerklausel in den Kaufvertrag bemühen, um den Anspruch auf einen Maklerlohn rechtssicherer zu gestalten.

Mehr Personal, mehr Service und mehr Objekte nötig

Vom Tisch sei damit sowohl ein Bestellerprinzip wie bei der Vermietung, bei dem faktisch fast immer der Vermieter die Courtage zahlen muss, weshalb für ihn die Versuchung des Vermarktens in Eigenregie groß ist. Vom Tisch sei auch eine Deckelung der Provision auf 2%. Enders geht davon aus, dass das neue Gesetz im Herbst in Kraft treten wird. Damit hätten Makler aus den Regionen, in denen die Teilung bisher nicht üblich war, ausreichend Zeit, sich darauf vorzubereiten. Um auch unter den neuen Prämissen bestehen zu können, müssten die Büros ihr Personal aufstocken, mehr Service rund um die Immobilie bieten und mehr Objekte zur Vermittlung reinholen.

Der 2009 in Frankfurt gegründete Bundesverband für Immobilienwirtschaft (BVFI) hat Ende vergangenen Jahres den Vorstand von zwei auf sieben Personen erweitert. Neu in dem Gremium sind seitdem Kai Enders (Geschäftsführer von Engel & Völkers), Kurt Friedl (Geschäftsführer RE/MAX Germany), Oliver Helfrich (Key Account Manager der Regionaldirektionen des BVFI), Marcus Lasar (ETL Rechtsanwälte) sowie Markus Langenbach (Inhaber der Profi-Makler-Akademie). Jürgen Engelberth und Helge Ziegler bildeten zuvor alleine den Vorstand.

Mit der Erweiterung vergrößere der Verband die Expertise in allen Bereichen der Immobilienwirtschaft, sagte Engelberth. Wie der IVD begreift sich auch der BVFI als Lobbyverband der deutschen Makler. Der IVD beansprucht für sich, rund 6.000 Mitgliedsunternehmen zu vertreten. Der BVFI beziffert die Zahl seiner Mitglieder mit mehr als 10.000.

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