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Märkte | 29.01.2020

Von Harald Thomeczek

In diesem Artikel:

Vermietungsgeschehen im Einzelhandel verlagert sich

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug
Woolworth gehörte 2019 mit zu den fleißigsten Mietern. Diese Filiale steht - passend zum anziehenden Vermietungsgeschehen in kleinen und mittelgroßen Städten - in Soest, irgendwo zwischen Paderborn und Dortmund.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug

Der allgemein gedämpften Stimmung im Einzelhan­del zum Trotz geht das Jahr 2019 mit einem überraschend gu­ten Vermietungsergebnis in die Annalen ein. Die Researcher von JLL haben genau 1.151 Vertrags­abschlüsse (7% mehr als im Vorjahr) in Deutschlands Innenstädten gezählt, bei denen insgesamt 500.100 qm Ladenfläche umgesetzt wurde (plus 4%). Einen Haken hat die Sache.

Und der sieht so aus: In den zehn größten Märkten ist der Vermietungsumsatz um ca. 20% oder rund 40.000 qm auf 163.000 qm gesunken. In Stuttgart z.B. brach der Vermietungsumsatz um 85% ein und in Leipzig um 63%. Auch Düsseldorf (minus 44%) und Köln (minus 39%) gehören zu den Verlierern. Dafür legten Frankfurt (56%) und Hannover (38%) kräftig zu, in Hamburg (23%) und Nürnberg (17%) wurde ebenfalls mehr Ladenfläche vermietet als im Vorjahr. Berlin (minus 5%) und München (plus 5%) hielten das Vorjahresniveau in etwa. Der mit Abstand umsatzträchtigste Markt ist und bleibt Berlin mit 41.300 qm.

Wo Verlierer, da meist auch Gewinner: Die kleinen und mittelgroßen Städte vereinigten 2019 nicht weniger als zwei Drittel des Gesamtumsatzes auf sich. Dirk Wichner, Head of Retail Leasing bei JLL, erklärt sich diese Entwicklung u.a. so: "Produkte und Betreiber aus der jeweiligen Region sind angesagter denn je in Zeiten, in denen auch die Umweltverträglichkeit das Kaufverhalten nachhaltig beeinflusst, weil Konsumenten keine langen Lieferwege mehr akzeptieren. Entsprechend steigt auch hier die Nachfrage nach Flächen, insbesondere deshalb, weil Konzepte hier Flächen zu Preisen finden, die in den Metropolen nicht möglich wären."

Im Branchenvergleich geben allerdings nicht Local Player mit Ökotouch, sondern Ketten, die über den Preis kommen, wie Ernsting's Family (18 Anmietungen) oder TK Maxx (zwölf neue Geschäfte) den Ton an. So hieven die Textildiscounter den Bekleidungshandel mit einem Umsatzanteil von 27% im Branchenranking wieder auf Platz eins. Dabei sind in dieser Zahl noch nicht mal die 22 Anmietungen von Woolworth drin. Die werden nämlich unter der Kategorie Kaufhaus subsumiert. Die Mieterklientel der Gastronomen und Lebensmittelhändler, die in den letzten Jahren immer mehr an Gewicht gewonnen und die Textilsparte unlängst von ihrem traditionellen Spitzenplatz verdrängt hatte, muss sich mit Rang zwei (24%) begnügen.

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