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Politik | 23.01.2020

Von Volker Thies

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Gießen, Kassel, Marburg
  • Organisationen:
    Land Hessen, VdW Südwest
  • Personen:
    Axel Tausendpfund, Tarek Al-Wazir
  • Immobilienart:
    Wohnen

VdW südwest macht die Greta

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Um den hessischen Wohnungsbestand energetisch fit zu machen, sind nach Ansicht des VdW südwest erhebliche Investitionen nötig.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Der Wohnungswirtschaftsverband VdW südwest entdeckt den Klimaschutz als Kernthema. Mit dreistelligen Millionenbeträgen müsse die hessische Landesregierung die Energiesparsanierung alleine seiner Bestände jedes Jahr unterstützen.

Die hessische Landesregierung sollte für den Klimaschutz im Gebäudebestand tief in die Steuerkasse greifen. Das fordert der Wohnungswirtschaftsverband VdW südwest. Um das EU-weit aufgegebene Ziel der Klimaneutralität des Gebäudebestands bis zum Jahr 2050 zu erreichen, gäbe es alleine in Hessen für die Gebäude der öffentlichen Unternehmen und Genossenschaften im VdW einen jährlichen zusätzlichen Förderbedarf zwischen 150 und 200 Mio. Euro, hat der Verband errechnet. "Und dazu kämen noch die Unternehmen der freien Wirtschaft und die Eigennutzer, die ähnlich behandelt werden müssten", sagte Verbandsvorstand Axel Tausendpfund bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz.

Zu teuer für Unternehmen und Mieter alleine

Den Betrag hält er für vertretbar. Schließlich seien die Einnahmen des Landes aus der Grunderwerbsteuer auf rund 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2018 gestiegen. Die VdW-Unternehmen in Hessen investierten derzeit jährlich rund 520 Mio. Euro in Modernisierung und Sanierung, darunter auch Arbeiten für den Klimaschutz. Das reiche allerdings nicht zum Erreichen der Klimaziele aus. Würden die Unternehmen die nötige Summe aufbringen und über die Miete refinanzieren, würde dies zur Erhöhung der Miete um 2 Euro/qm führen bei lediglich rund 70 ct/qm Einsparung von Nebenkosten. "Das wäre nicht sozialverträglich. Darüber sind wir uns mit den Mietervertretern einig", sagte Tausendpfund.

Über mehr Geld für die Klimasanierung will der VdW in den kommenden Monaten mit der schwarz-grünen Landesregierung verhandeln. Bei einigen weiteren Themen, an denen der Verband schon geraume Zeit arbeitet, sieht Tausendpfund Fortschritte, beispielsweise beim seriellen Wohnungsbau und der dafür nötigen Typengenehmigung. Außerdem gebe es auf Regierungsseite Signale, dass die Wohnraumförderung stärker über Südhessen hinaus ausgeweitet werde. Denn inzwischen sei das Mietniveau beispielsweise auch in Kassel, Gießen und Marburg so stark angestiegen, dass dort eine solche Förderung sinnvoll sei. Im Übrigen ändere auch die jüngst merklich abgeflachte Mietensteigerung, in einigen Mittestädten sogar ein leichter Rückgang, nichts am angespannten Wohnungsmarkt im Großteil des Landes.

Bessere Konditionen und mehr Bauland

Konkret schlägt Tausendpfund eine Absenkung der Darlehenszinsen für geförderten Wohnungsbau von derzeit 0,6% auf 0% und eine Erhöhung des Tilgungszuschusses von 25% auf 40% vor. Nur so werde der geförderte Wohnungsbau für Entwickler wieder interessant. Auch gegen verbindliche Quoten für geförderten Wohnungsbau hat der Verband nichts. 30% geförderte und noch einmal bis zu 20% preisgedämpfte Wohnungen seien sowohl wirtschaftlich als auch für die Sozialstruktur von Quartieren vertretbar. Dann lasse sich das krasse Missverhältnis zwischen 900 neuen Sozialwohnungen und rund 5.000 aus der Förderung gefallenen Einheiten im Jahr 2018 zumindest halbwegs zurechtrücken.

Darüber hinaus solle die öffentliche Hand ihre noch vorhandenen Flächen stärker zur Bebauung freigeben, und das nicht an die höchstbietenden Entwickler, sondern an diejenigen, die gute Quartiersentwürfe und vertretbare Mieten zusichern. Für sinnvoll hält Tausendpfund außerdem die Unterstützung von Kommunen durch das Land bei der Baulandausweisung, wie Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) es mit seinem Konzept "Großer Frankfurter Bogen" vorschlägt. "Wir rufen die Kommunen auf, sich verbindlich daran zu beteiligen", sagte Tausendpfund.

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