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Märkte | 21.01.2020

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

So stark wie in Leipzig klettern Büromieten nur in Berlin

Quelle: AOC Immobilien AG, Urheber: Fuchshuber Architekten
AOC Immobilien aus Magdeburg schafft spekulativ 4.500 m2 Bürofläche in zentraler Leipziger City-Lage.

Quelle: AOC Immobilien AG, Urheber: Fuchshuber Architekten

Für den Büromarkt Leipzig gibt es derzeit nur gute Nachrichten zu verkünden: Der Flächenumsatz legte im Jahr 2019 um 9% zu, die Mieten stiegen um 11% in der Spitze bzw. 19% im Durchschnitt, und der Leerstand hat einen historischen Tiefstand erreicht. Beim Blick in die Glaskugel üben sich die Makler von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) trotzdem in vorsichtiger Zurückhaltung.

Traditionell tragen die Makler der Messestadt die Früchte ihrer Arbeit Stück für Stück im eher kleinteiligen Segment zusammen. Im Jahr 2019 war das anders, freut sich Stefan Sachse, Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter von BNPPRE.

Im abgelaufenen Jahr machten die dicken Fische im Segment mit mehr als 5.000 qm den Kohl fett. Der Mietvertrag mit dem Fernstraßen-Bundesamt trug 11.500 qm zum Ergebnis bei, das Ausbildungszentrum des Zolls 8.200 qm und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig 6.800 qm. Summa summarum stand 2019 ein Flächenumsatz von 147.000 qm auf dem Leipziger Büromarkt zu Buche.

Fleißigste Mieter waren im Jahr 2019 die seit Jahren starken Branchengruppen: die öffentliche Verwaltung, die als Folge der drei Großabschlüsse knapp ein Drittel zum Umsatz beitrug, gefolgt von Dienstleistern, High-Tech-Unternehmen und der Gesundheitsbranche.

Leerstand ist gesunken

Der Büroleerstand in Leipzig ist im Verlauf des Jahres 2019 gesunken. Mit 187.000 qm² stehen gut 20% weniger Büros leer als zum Ende des Vorjahrs. Die jetzt erreichte Leerstandsquote von 4,9% sei ein historischer Tiefstand, Tendenz weiter sinkend. Sachse: "Eine Reduzierung des Leerstands ist wahrscheinlich."

Zum Ende des Jahres 2019 befanden sich 77.000 qm Bürofläche im Bau. Das ist mehr, als seit dem Jahr 2000 in Angriff genommen worden ist. "Trotzdem ist kurzfristig keine Entlastung auf der Angebotsseite zu erwarten", erläutert Sachse, "denn nur 8.000 qm sind noch für potenzielle Interessenten verfügbar." Der Rest ist vorvermietet.

Spekulativ zu bauen lohnt sich schon

Erstmals wagen sich in Leipzig mit AOC Immobilien aus Magdeburg als Entwickler und die Versorgungskasse des Baugewerbes (Soka-Bau) mit Sitz in Wiesbaden als Investor Marktteilnehmer mit dem Bau eines spekulativen Projekts aus der Deckung. Errichtet werden entlang der hochfrequentierten Prager Straße, vis-à-vis dem Technischen Rathaus, rund 4.500 m² Büro plus einzelne Läden im Erdgeschoss. Bis zum zweiten Quartal 2022 soll der Bau fertig sein. Verlangt werden sollen im Quartier Prager Riebeck dann Büromieten bis zu 17,50 Euro/qm.

Derzeit wird in der Leipziger Innenstadt eine Spitzenmiete von 15,50 Euro/qm gezahlt. Das ist ein Zuwachs innerhalb der letzten zwölf Monate um knapp 11%. Sogar um 19% kletterte die Durchschnittsmiete, 10,80 Euro/m² notierte Sachse. Vergleichbare Zuwächse könne in Deutschland nur Boomtown Berlin vorweisen: "Dadurch wird die besondere Dynamik des Leipziger Büromarkts eindrucksvoll unterstrichen."

Und so wird es auch im laufenden Jahr weitergehen, ist sich Sachse sicher. "Da besonders das Angebot an hochwertigen, modernen Flächen im Jahr 2020 nicht wesentlich steigen dürfte, stellt ein weiterer Mietpreisanstieg das wahrscheinlichste Szenario dar."

Flächenmangel bremst Höhenflüge

Ob in diesem Jahr ein Ergebnis von 147.000 m² noch einmal gelingt? Da ist Sachse skeptisch und rechnet mit 120.000 bis 130.000 qm.

Grund für die Zurückhaltung ist Vorsicht, lacht der Profi. Die mindestens 15.000 m² weniger seien ein Sicherheitsabschlag. Den nehme er nicht etwa deshalb vor, weil die Messestadt für Unternehmen nicht mehr attraktiv sei. Ganz im Gegenteil, die Prognose für den Leipziger Arbeitsmarkt ist optimistisch. Das Problem sei der Flächenmangel.

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