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Märkte | 20.01.2020

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

"Jeder Bauherr kann auch entscheiden, hier nicht zu bauen"

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Überall in der Hafencity wird gebaut. Im westlichen Teil am Strandkai (Krane links) und im Zentrum am Überseequartier (Krane rechts).

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Mit ihren Tochtergesellschaften zur Entwicklung des Grasbrooks, des Billebogens sowie der Science City Bahrenfeld dreht die HafenCity Hamburg ein größeres Rad denn je. Auf 300 ha soll ressourceneffiziente Stadtentwicklung stattfinden. Und Jürgen Bruns-Berentelg stellt während der Jahrespressekonferenz in Aussicht, dass die Anforderungen an die Bauherren künftig noch einmal deutlich wachsen werden.

"Wir haben die Situation, in der wir bauen, bauen, bauen!" Jürgen Bruns-Bergentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hafencity Hamburg, verweist zum Auftakt der Jahrespressekonferenz auf 37 Baukrane, die sich aktuell über Baustellen in der Hafencity drehen - und 45 sollen es im Laufe des Jahres noch werden. 2020 sind allein im Baakenhafen 1.350 Wohnungen im Bau.

Nicht nur Urbanität, sondern Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit

7.500 Wohnungen sollen es in der Hafencity insgesamt werden sowie 45.000 Arbeitsplätze. 2.800 Wohnungen sind nach 20 Jahren Hafencity fertiggestellt, 930 Unternehmen haben sich angesiedelt. "Doch es geht nicht nur darum Urbanität zu generieren", betont Bruns-Berentelg, "sondern auch um soziale Gerechtigkeit unter Vermeidung sozialer Polarisierung - und dies unter einen Hut gebracht mit Nachhaltigkeitsthemen."

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Allein 1.350 Wohnungen sind 2020 im Baakenhafen im Bau. Die ersten sind im westlichen Bereich (links) bereits fertiggestellt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Der HafenCity-Manager, der zum 1. November 2021 sein Amt an Andreas C. Kleinau übergibt, betont mit Verweis auf den Klimawandel, "dass wir uns auf Zukunftsfragen einstellen müssen". Er stellt in Frage, ob es noch zielführend sei, Wirtschaftswachstum in der bisherigen Form anzustreben.

Zukunftslabor nachhaltigen Bauens

Der Stadtentwickler sieht das seit der Jahrtausendwende konkret werdende Stadtentwicklungsprojekt als "Zukunftslabor des nachhaltigen Bauens". Dies spiegelt sich aktuell in der Vergabe von Grundstücken im abschließenden Elbbrückenquartier wider. Referenzprojekte der Zirkularität von Ressourcen sollen etwa die Wildspitze werden, das mit 64 mit Höhe Deutschlands höchstes Holzhybridgebäude werden soll. Garbe Immobilien Projekte entwickelt das 115-Mio.-Euro-Projekt mit Wohnungen, Büros und Ausstellungsflächen. Taufrisch ist die Präsentation des Cradle-to-Cradle-Projekts Moringa durch den Entwickler Landmarken.

In punkto Digitalisierung sollen Edge HafenCity und Edge Elbside (Ankermieter: Vattenfall), die beiden Projekte von Edge Technologies, Maßstäbe für "eine digitale Infrastruktur zur Flexibilisierung von Arbeitsplätzen" setzen. Digital Art soll es in einer großen Ausstellung The Tide geben, die Lars Hinrichs mit Quantum Immobilien im Quartier Elbbrücken bauen will.

Zu den Großprojekten, die 2020 in Bau gehen, zählt ab November auch die neue Zentrale von Gruner + Jahr am Lohse-Park - vis-á-vis der Spiegel-Zentrale. Und auch der 240 m hohe Elbtower, den Signa zwischen die Elbbrücken zu stellen plant, sei im Zeitplan, so Bruns-Berentelg. 2021 werde mit der Bauvorbereitung begonnen. Es werde eine Aussichtsterrasse geben und es bleibe bei den relativ wenig Pkw-Stellplätzen. "Die Menschen kommen mit U- und S-Bahn."

U-4-Station im Moldauhafen

Mit der U-Bahnlinie 4 soll auch das Entwicklungsgebiet Grasbook angeschlossen werden. Bruns-Berentelg sieht die U-4-Station auf Stelzen im Moldauhafen zwischen dem heutigen Überseezentrum und der Sachsenbrücke. Für den Grasbrook werde ein deutlich höheres Anspruchsniveau gelten, als in der Hafencity.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Im Moldauhafen (im Hintergrund mit dem Überseezentrum) soll eine U-4-Station entstehen, erläutert Jürgen Bruns-Berentelg - bei steifer Hamburger Brise.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Um diesen Anforderungen schon bei der Entwicklung der Infrastruktur zu entsprechen, sollen die Ver- und Entsorgung, Mobilität und Logistik in Arbeitskreisen der HafenCity Hamburg mit den entsprechenden Tochterunternehmen der Stadt eng koordiniert werden. So sollen die Infrastrukturunternehmen in begehbare Medienkanäle investieren. "Das macht bisher keiner, weil keiner bereit ist, über 50 Jahre zu denken. Die Infrastrukturunternehmen sollen einmal zusammenlegen, statt jedes Jahr die Straße aufzureißen."

9,20 m hohe Warften gegen steigenden Meeresspiegel

Um die Folgen des klimawandelbedingten Meeresspiegelanstieg zu antizipieren, sollen die Warften auf dem Grasbrook auf 9,20 m aufgeschüttet werden. "Das wird aber nicht reichen, wenn das Grönlandeis schmilzt sowie die Polkappen der westlichen Antarktis", so Bruns-Berentelg. "Aber ich bin optimistisch, dass wir etwas dagegen tun."

Am 3. April findet die abschließende Jury-Sitzung für den städtebaulichen Wettbewerb zum Grasbrook statt. Eine Idee aus der Phase des wettbewerblichen Dialogs gefällt dem Stadtplaner besonders: Das spektakuläre, 500 m lange Vordach des Überseezentrums zum Moldauhafen neu zu erfinden und als gemeinsamen Stadtplatz von Veddel Nord und Grasbrook zu nutzen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Inspiriert durch das riesige Vordach des Überseezentrums könnte nach Meinung Bruns-Berentelgs hier ein überdachter Stadtplatz für den Grasbrook und Veddel Nord entstehen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Am anschließenden Saalehafen liegen die denkmalgeschützten Lagerhäuser G und F, erbaut 1903 beziehungsweise in den 1950er Jahren. Sie sollen als Gemeinschaftsorte auf dem Grasbrook genutzt werden - kulturell, aber auch für Arbeitsplätze. Das Hafenareal gegenüber befindet sich seit 100 Jahren im Besitz Tschechiens und wird 2028 an die Stadt Hamburg zurückgegeben.

Rahmenplan für Stadteingang Elbbrücken

Beim Billebogen und beim Stadteingang Elbbrücken geht es um Stadtreparatur - vor allem den Rückbau des riesigen Autobahnkleeblatts von 1962 zwischen Billhorner Brückenstraße und Billhorner Röhrendamm. Nach dem Testplanungsverfahren zum Stadteingang Elbbrücken soll nach der Ideenvorstellung im September 2019 im Sommer 2020 ein Rahmenkonzept vorgestellt werden.

Kernareal des Billebogens ist der 11 ha große Neue Huckepackbahnhof. Hier sollen auf 130.000 bis 160.000 qm BGF Flächen für urbane Produktion entstehen - gemischtgenutzte Gebäude, etwa mit Logistik oder Produktion im Erdgeschoss sowie Büros und Ateliers in den Obergeschossen. Nachdem die Opernwerkstätten hier 2018 eingeweiht wurden, verläuft das B-Plan-Verfahren nach Angaben von Henrike Thomsen von der Billebogen-Entwicklungsgesellschaft (BBEG) langsamer, als geplant.

Doerks revitalisiert Brandshof

Ein Erfolg hingegen sei die Entwicklung des Brandshofes, in dem die Jahrespressekonferenz stattfand. Der Hittfelder Unternehmer Joachim Doerks hatte das Ensemble aus Kontorhaus, Lager und Wohnhaus in zwei Schritten vor fünf und zwei Jahren gekauft - das expressionistische Kontorhaus von Klausmartin Kretschmer. Es wurde in den Jahren 1928/29 nach Entwürfen des Architekten Otto Hoyer gebaut und war Sitz der Binnenschiffsreederei Schlesische Dampfer-Compagnie Berliner Lloyd A.-G. Nach Sanierung findet sich hier eine bunte Mischung: vom Sterne-Restaurant, Fooddesigner, Innenarchitekten für Kreuzfahrtschiffe bis hin zum Anbieter von Beatmungsgeräten für Frühchen, wie Doerks berichtet.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Joachim Doerks (l.) repräsentiere das patient capital - das geduldige Kapital - würdigte Bruns-Berentelg das Engagement zur Revitalisierung des Brandshofs an den Elbbrücken.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Konkrete Perspektiven gibt es auch für die Neupositionierung der Schule Bullenhuser Damm. Bis 2026 soll die direkte Nachbarschaft aus Gebrauchtlastwagenhandel einem Neubau für das Institut für Hygiene und Umwelt sowie einem Neubau für ein Unternehmen mit 120 Projektingenieuren weichen. Die Schule selbst soll ab 2024 saniert und die Nutzung als sozialer und kultureller Ort im Stadtteil erweitert werden.

Science City Bahrenfeld verzahnt Wissenschafts- und Stadtentwicklung

Die jüngste Tochter der HafenCity Hamburg ist die 2019 gegründete Science City Hamburg Bahrenfeld. Sie koordiniert die strategisch verzahnte Wissenschafts- und Stadtentwicklung um die bisherige Trabrennbahn Bahrenfeld sowie den bestehenden Desy-Forschungscampus in westlicher Nachbarschaft der künftig überdeckelten A7.

Bei den vier Stadtentwicklungsprojekten geht es um einen 300 ha großen "Transformationsraum" mit Wohnungen für 23.000 Menschen und 71.000 Arbeitsplätzen. Zur gelegentlichen Klage von Projektentwicklern über zu hohe Auflagen und unwirtschaftliche Anforderungen macht Bruns-Berentelg eine klare Ansage: "Jeder Bauherr, der hier baut, kann auch entscheiden, hier nicht zu bauen."

Transaktion: Hamburg, Brandshofer Deich 68
  • Transaktionsdatum:
    2018
  • Immobilienart:
    Wohnen, Lager
  • Transaktionsart:
    Kauf
  • Volumen:
    1,00 Stück
  • Verkäufer:
    Klausmartin Kretschmer
  • Käufer:
    Brandshof
  • Projekt:
    Brandshof Hamburg
Transaktion: Hamburg, Brandshofer Deich 68
  • Transaktionsdatum:
    2015
  • Immobilienart:
    Wohnen, Lager
  • Transaktionsart:
    Kauf
  • Volumen:
    1,00 Stück
  • Verkäufer:
    Klausmartin Kretschmer
  • Käufer:
    Brandshof
  • Projekt:
    Brandshof Hamburg

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