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Politik | 16.01.2020

Von Katja Bühren

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    planen-bauen 4.0
  • Organisationen:
    Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, SPD, FDP, CDU/CSU, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), Bundesausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen
  • Personen:
    Markus König, Daniel Mondino, Jan Tulke

Digitalisierung und BIM: Es gibt noch viel zu tun

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: jjfarq
Die Digitalisierung der Bauwirtschaft kommt hierzulande nur schleppend voran. In einer Anhörung des Bauausschusses im Bundestag erläuterten Experten, mit welchen Maßnahmen die öffentliche Hand die Einführung fördern kann.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: jjfarq

Die Digitalisierung der Bauwirtschaft kommt - besonders im Hochbau - nicht so richtig in Fahrt. Dass hier "erheblicher Handlungsbedarf" zum Beispiel in den Bereichen Standardisierung, Normung, Informationsbereitstellung und Wissenstransfer besteht, haben auch die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD sowie der FDP erkannt und Anträge zur Digitalisierung des Bauens gestellt. In einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen gaben Experten ihre Stellungnahmen dazu ab.

Das Fazit: Es ist an allen Ecken und Enden noch viel zu tun, bis die Bauwirtschaft hierzulande umfassend digitale Methoden nutzen kann. Um voranzukommen, forderten die Experten aus den Bauverbänden ZDB und HDB, von der Gesellschaft planen-bauen 4.0, Universitäten, Bundesarchitektenkammer, Bundesverband Bausoftware und Open Knowledge Foundation Deutschland unter anderem die Vorbildfunktion und das Engagement der öffentlichen Hand ein.

BIM-Stufenplan für den Hochbau

So sei es wichtig, bei der Normung und Standardisierung z.B. von Prozessen, Datenformaten und Begriffen speziell auf internationaler Ebene die von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) geprägte Bauwirtschaft durch öffentlich geförderte Fachexperten zu unterstützen. "Gerade KMU sind kaum in der Lage, personelle und finanzielle Ressourcen hier einzubringen", schreibt der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) zu diesem Punkt.

Auch ein Stufenplan für die Einführung von BIM im Hochbau - analog zu dem bereits Ende 2015 veröffentlichten für den Infrastrukturbau - sei wünschenswert, erklärt Daniel Mondino Professor für Digitales Integriertes Prozessmanagement - Planen an der HafenCity Universität Hamburg in seiner Stellungnahme.

Weitere Pilotprojekte im Hoch- und Infrastrukturbau seien eine wichtige Basis für die Anpassung bestehender Regelwerke, die Normung und den Wissenstransfer in die gesamte Branche, schreibt Jan Tulke, Geschäftsführer planen-bauen 4.0. Die Gesellschaft hat vom Verkehrs- und Bauministerium des Bundes den Auftrag erhalten, ein BIM-Kompetenzzentrum für die öffentliche Hand aufzubauen.

Bund sollte langfristige Ziele und Strategien festlegen

Tulke betont auch, dass die Entwicklung eines Masterplans für den Bundeshochbau und analog auch für den Straßenbau bis Mitte 2020 und eine Strategie für die Einführung von BIM nach 2020 in Vorbereitung sei. Markus König, Professor am Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen an der Ruhr-Universität Bochum, schreibt zu diesem Punkt, dass es in Großbritannien z.B. ein Strategiepapier zur Weiterentwicklung von BIM bis zum Jahr 2050 gebe. Auch die Bundesregierung sollte langfristige Ziele und Strategien hinsichtlich der Digitalisierung des Bauens definieren, sie kontinuierlich evaluieren und gegebenenfalls anpassen. Dies sei eine Aufgabe für das - dann dauerhaft finanzierte - BIM-Kompetenzzentrum.

Ein weiterer Punkt, den die Experten durch die Bank forderten, war zudem ein digitales Baugenehmigungsverfahren. "Die Durchgängigkeit der Arbeitsprozesse darf nicht durch ein Baugenehmigungsverfahren unterbrochen werden, das auf der Abgabe von Papierunterlagen basiert", so Mondino. Methodische Potenziale würden nur gehoben, wenn alle Arbeitsschritte auf der Grundlage von BIM-Modellen erfolgen. Denn sie erlaubten es, regelbasierte Prüfungen durchzuführen.

Digitalisierung in der Ausbildung verankern

Positiver Nebeneffekt dabei: Die Baubehörden würden nachhaltig entlastet und das Genehmigungsverfahren z.B. im Wohnungsbau beschleunigt. Dazu braucht es allerdings - eine weitere Forderung der Experten - an Hoch- und Berufsschulen entsprechend ausgebildetes bzw. fortgebildetes Personal. Die Förderung der Ausbildung in digitalen integrierten Prozessen "ist von herausragender Wichtigkeit", schreibt Mondino. Die Ausbildungsordnung von 19 Bauberufen werde derzeit überarbeitet, so der ZDB. Erfordernisse der Digitalisierung stünden hier u.a. im Fokus.

Alles in allem steckt in der Digitalisierung des Bauens und in BIM ein großes Potenzial: Die Einführung soll z.B. die Planungsqualität verbessern, die Produktivität steigern und für eine höhere Kosten- und Terminsicherheit sorgen. Darüber hinaus sind nach Ansicht von Mondino "mit großer Wahrscheinlichkeit Forderungen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit, Material- und Ressourceneffizienz, die Vermeidung von Müll und weitere regulatorische Vorgaben der EU die eigentlichen Treiber für den Einsatz digitaler Prozesse. Dies sei zudem eine Chance und ein wichtiger Baustein, um im Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken das Erreichen der in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie formulierten Ziele zu unterstützen.

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