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Märkte | 16.01.2020

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    JLL
  • Personen:
    Helge Scheunemann, Dominic Thoma
  • Immobilienart:
    Logistik, Industrie

Renditen für Logistikimmobilien im freien Fall

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Auch mechanische Zustellbasen wie diese in Berlin sind bei Investoren gefragt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Hohe Nachfrage bei geringem Angebot auf dem deutschen Markt für Logistik- und Industrieimmobilien drücken weiter auf die Rendite: Mit aktuell 3,75% hat die Spitzenrendite laut dem Maklerhaus JLL ein neues Rekordtief erreicht. In den vergangenen zwölf Monaten ging es damit um insgesamt 35 Basispunkte bergab. Und das Ende ist noch nicht erreicht.

"Bis Jahresende dürfte die Spitzenrendite weiter auf 3,65% fallen", sagt Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany. Mit 6,8 Mrd. Euro sinkt das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Logistik- und Industrieimmobilienmarkt 2019 zum zweiten Mal in Folge. 2018 wurden mit rund 7,5 Mrd. Euro noch 9% mehr investiert. Dennoch könne sich das Ergebnis durchaus sehen lassen, meint Scheunemann: "Es sind satte 93% mehr als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre."

"Dass das Ergebnis nicht ganz an das Vorjahresresultat heranreicht, liegt hauptsächlich daran, dass die großen Transaktionen im Schnitt nicht ganz so groß waren wie noch vor Jahresfrist", erklärt Scheunemann. 2019 gab es mit 13 Transaktionen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zwar zwei mehr als im Jahr 2018, allerdings kommen sie zusammen gerade einmal auf 2,7 Mrd. Euro, das ist 1 Mrd. Euro weniger als die Summe der Großtransaktionen im Vorjahr. 2019 stellten die fünf größten Deals ein Viertel des gesamten Transaktionsvolumens, im Vorjahr kamen sie auf ein Drittel.

Entwicklern fällt es immer schwerer, passende Grundstücke zu finden

Asset- und Fondsmanager sind nach wie vor die größte Käufergruppe auf dem deutschen Logistik- und Industrieimmobilienmarkt: 54% der Transaktionen gingen 2019 auf ihr Konto. Real Estate Investment Trust (Reits) und Spezialfonds folgen mit einem Anteil von jeweils 7% mit weitem Abstand auf Platz zwei.

"Auf der Verkäuferseite stellen Unternehmen inzwischen die größte Gruppe: 23% der Transaktionen entfallen auf sie", sagt Dominic Thoma, Team Leader Industrial Investment bei JLL in München. Im Jahr 2018 waren es nur 17%. Entwickler folgen mit 21% zwar auf Platz zwei; im Vorjahr gingen aber noch 32% der Transaktionen auf ihr Konto. "Unternehmen können im Rahmen von langfristigen Sale-and-Leaseback-Verkäufen ihre Betriebsergebnisse verbessern", erklärt Thoma. Immer mehr Firmen hätten Gefallen daran gefunden, ihre Immobilien selbst zu entwickeln und direkt zu verkaufen, um an der Marge zu verdienen. "Außerdem bietet die aktuelle Marktlage attraktive Gelegenheiten, um ältere, nicht mehr betriebsnotwendige Gebäude und innerstädtische Areale als Entwicklungsflächen mit teils kurz- oder mittelfristigen Mietverträgen zu verkaufen", meint Thoma. Entwicklern von Logistikimmobilien wiederum falle es immer schwerer, passende Grundstücke zu finden.

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