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Politik | 14.01.2020

Von Christine Rose

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    EU-Kommission, Europäische Union, ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss
  • Personen:
    Jochen Schenk, Ursula von der Leyen
  • Immobilienart:
    Wohnen, Büro

Green Deal der EU: Gebäudesektor braucht die meisten Mittel

Quelle: Imago Images, Urheber: Hans-Günther Oed
Die EU-Kommission will Europa bis zum Jahr 2050 auf klimaneutral getrimmt haben. Da heißt es auch: ran an die Gebäude.

Quelle: Imago Images, Urheber: Hans-Günther Oed

Europa soll bis zum Jahr 2050 der erste klimaneutrale Kontinent der Welt werden. Dafür hat die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jüngst einen "Green Deal" vorgestellt. Heute legte die Kommission einen Investmentplan dafür vor. Daraus geht hervor, dass der größte Mittelbedarf im Gebäudesektor gesehen wird.

Allein um das Zwischenziel für 2030 - die Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes um 40% gegenüber 1990 - noch zu erreichen, seien zwischen 2021 und 2030 Investitionen von jährlich 260 Mrd. Euro vonnöten, heißt es in dem heute vorgestellen Papier mit dem Titel Sustainable Europe Investment Plan. Insgesamt kommt die EU-Kommission auf Investitionskosten von 1,2 Bio. Euro pro Jahr bis 2030.

Knapp 200 Mrd. Euro jährlich für Gebäude

Den größten zusätzlichen Mittelbedarf sieht die Kommission im Gebäudesektor. Berechnungen zufolge müssten bis 2030 jährlich 120 Mrd. Euro zusätzlich in die Klimafreundlichkeit von Wohngebäuden gesteckt werden und 75 Mio. Euro in wirtschaftlich genutzte Immobilien wie Büros. Der Bedarf könnte allerdings noch steigen, denn die EU-Kommission plant, das für 2030 gesteckte Ziel zu erhöhen, sprich: Der Treibhausgasausstoß soll jetzt sogar um 50% reduziert werden, "mit Tendenz zu 55%". Wie das "in verantwortungsvoller Weise" erreicht werden kann, soll im Sommer kundgetan werden.

Gerechnet wird im Investmentplan allerdings mit der bisherigen Zahl, also mit einem Treibhausgas-Minus von 40%. Dafür hat sich die EU-Kommission zum Ziel gesetzt, in den kommenden zehn Jahren insgesamt mindestens 1 Bio. Euro an EU-Geldern sowie an Mitteln von Mitgliedsstaaten und privaten Investoren zu mobilisieren. Knapp die Hälfte, genauer: 485 Mrd. Euro, sollen von der EU kommen.

Weitere gesetzliche Verschärfungen?

Im Juni will die Kommission ihre Vorstellungen davon vorlegen, wie die 2030er-Ziele noch zu erreichen sind. Dabei wird es unter anderem darum gehen, EU-Vorschriften wie die Energieeffizienz-Richtlinie für Gebäude auf Klimaschutztauglichkeit hin zu überprüfen und - wenn nötig - anzupassen. Einfach dürfte der Green Deal nicht umzusetzen sein. Unter anderem sind Länder wie Polen zu überzeugen, die stark vom Ausstieg aus dem Kohleabbau betroffen wären.

Der Green Deal sei "eine gewaltige Aufgabe" für den Gebäudesektor, sagt Jochen Schenk, Vizepräsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Er sieht private Investoren als "Schlüssel", um die Klimaziele zu erreichen. Für sie brauche es "intelligente und marktgerechte" Regelungen, die bei allen weiteren politischen Entscheidungen im Vordergrund stehen müssten - "insbesondere bei der anstehenden Überprüfung der aktuellen Kapitalmarktregulierung, aber auch bei der Einführung neuer Bankenregeln aus Basel", betont Schenk.

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