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Märkte | 13.01.2020

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Bundestag, FDP
  • Personen:
    Daniel Föst
  • Immobilienart:
    Wohnen, Gewerbe allgemein

Die Bima sitzt auf massig Leerstand

Quelle: imago images, Urheber: Arnulf Hettrich
Auch die Verwertung von einst militärisch genutzten Arealen unterliegt der Bima.

Quelle: imago images, Urheber: Arnulf Hettrich

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) soll besonders in Ballungsgebieten zusätzlichen Wohnraum für die Bediensteten des Bundes schaffen. Potenzial gibt es allerdings auch noch reichlich im Bestand. 2.800 Wohnungen stehen leer. Und auch auf leerstehenden Gewerbeimmobilien in Hülle und Fülle sitzt die Bundesanstalt.

Wenn in den Ballungsregionen Deutschlands eine Wohnung vermietet wird, stehen auch die Bediensteten des Bundes in der nicht selten langen Schlange der Interessenten. Die Bima soll wie berichtet für diese Bundesbediensteten das Angebot erweitern und 6.000 bis 8.000 zusätzliche Wohungen schaffen. Reichlich freie Wohnungen hätte die Bima allerdings auch noch im Bestand. Rund 36.000 Wohnungen führte die Bima zum 5. Dezember 2019 in ihren Büchern, 2.800 davon mit einer Gesamtfläche von 200.000 qm standen zum damaligen Zeitpunkt leer. Die Leerstandsquote betrug damit 7,8%. Das geht aus einer Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor.

Der größte Leerstand in NRW

Bis auf 600 Wohnungen seien alle leerstehenden Einheiten entweder sofort vermietbar oder würden derzeit saniert. Bei den restlichen Wohnungen stünden einer Vermietung Verwertungshindernisse wie etwa ein fehlendes Planungsrecht entgegen. 380 leere Wohnungen befinden sich in den Top-7-Städten, die meisten davon, nämlich 129, in Berlin. Insgesamt hat die Bima mit deutlichem Abstand am meisten Wohnungsleerstand in Nordrhein-Westfalen. Dort gibt es für 586 Wohnungen keine Bewohner.

1.030 Liegenschaften ganz oder teilweise leer

Abgesehen von Wohnimmobilien kämpft die Bima auch mit vergleichsweise hohen Leerständen bei ihren restlichen Liegenschaften. "In allen Geschäftsbereichen der Bima", Wohnraum ausgeklammert, stehen 1.030 Liegenschaften zumindest teilweise leer. Insgesamt spricht die Bundesanstalt von einer Gebäudefläche von 3,4 Mio. qm, die derzeit nicht oder nur teilweise genutzt werde. Dabei handele es sich teilweise um Gewerbeimmobilien, teilweise allerdings auch um dienstlich genutzte Liegenschaften der Bundesverwaltungen sowie Konversionsliegenschaften, die ehemals militärisch genutzt worden seien. Dies erklärt die Bima auf Nachfrage der Immobilien Zeitung. In der Länderstatistik sticht wie auch schon beim Wohnraum Nordrhein-Westfalen nach oben heraus. Dort sind 220 Immobilien nicht oder nur teilweise genutzt. Lediglich im Saarland hat die Bima keine Leerstände im Portfolio. Die Leerstandsquote beträgt bundesweit rund 9%.

"Behördlicher Dornröschenschlaf"

Während in der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der FDP-Fraktion herausgestellt wird, dass der Abbau von Leerständen bei der Bima "höchste Priorität" genieße, kritisiert der FDP-Wohnexperte Daniel Föst die Anstregungen der Bundesanstalt als unzureichend. "Es ist ein Skandal, dass tausende Wohnungen der Bima leerstehen", sagt er mit Blick auf "Wohnungsnot und Mietexplosionen". Die Bima müsse aus ihrem "behördlichen Dornröschenschlaf aufwachen und die leerstehenden Wohnungen schnellstmöglich vermieten. Zudem sei der vergleichsweise hohe Leerstand ein schlechtes Omen für die Wohnungen, die die Bima nun bundesweit zusätzlich errichten soll.

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