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Märkte | 11.12.2019

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Europas Hotelmarkt profitiert von neuen Trends

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Klassische Konzepte wie das Hilton im Frankfurter Bahnhofsviertel bekommen zunehmend Konkurrenz.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Der Hotelmarkt in Europa hat von der langanhaltenden Hochkonjunkturphase in den vergangenen Jahren profitiert. Globalisierung, Digitalisierung und Urbanisierung haben das Geschäft verändert. Ein neuer Trend: Automatenhotels ohne Personal.

Laut einer Studie von Catella geht der Trend weg von klassischen Hotels hin zu Angeboten, die auf das Bedürfnis der Kunden abgestimmt werden - jenseits der reinen Übernachtungsfunktion. "Die Hotellerie muss zunehmend einen Spagat zwischen Erholungsort und Arbeitsplatz schaffen", schreiben die Autoren der Untersuchung. Zudem müssten Lösungen konzipiert werden, welche die digitale Revolution mit den zunehmend heterogenen menschlichen Bedürfnissen verbinden.

So steigen Hotelketten zunehmend ins Segement Coworking ein. Immer mehr Geschäftsleute reisen und nutzen Hotelzimmer, Lobbys, Cafés oder Restaurants als Anlaufstelle für Meetings oder um dort fokussiert zu arbeiten. Das noch relativ neue Phänomen der flexiblen, zeitlichen Vermietung von Büroarbeitsplätzen mit einem Communityaspekt habe sich in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert, meinen die Catella-Experten.

Büroinspirationen würden zu einem neuen Trendthema in der Hotelbranche

Künftig werde das Angebot an Coworking-Spaces auch in der Hotelbranche für große Veränderungen sorgen: So habe etwa die französische Hotelkette Accor in einem Joint-Venture mit Bouygues die Firma Wojo gegründet und schaffe damit ein Angebot an Coworking-Einrichtungen. Die Unternehmen planen zusammen die Ausweitung von rund 1.200 neuen Coworking-Flächen in Europa.

Die Hotelkette 25hours Hotel setze bereits seit einigen Jahren das Konzept mit neun Hotels in deutschen Großstädten um. Im Fokus stehen dabei die sieben großen Bürostandorte. Je nach Bedarf können Schreibtische, Konferenzräume sowie private Büros in unterschiedlichen Preiskategorien gebucht werden.

"Vor allem Geschäftsreisende werden zukünftig von Coworking im Hotel profitieren und die Möglichkeit haben, direkt vom Hotel aus Vorbereitungen für Termine, Projektarbeiten oder mögliche Kundengespräche vor Ort abzuwickeln", meinen die Autoren der Studie. So werde eine nutzenstiftende Symbiose zwischen Hotelübernachtung und flexiblem Arbeiten sichergestellt. Büroinspirationen würden zu einem neuen Trendthema in der Hotelbranche.

Automaten statt Empfangsdamen

Der stetig wachsende Anteil an Flugreisen sorge für eine neue Form der Effizienz im Handling: Als Passagier checkt man mit seinem Onlineticket ein und kann lange Warteschlangen hinter sich lassen. Auch in der Hotelbranche wünsche sich der Kunde schnellere Prozessabläufe mit stets gleichbleibendem Komfort. Eine Produktinnovation können dabei sogenannte Automatenhotels werden, bei denen man ab dem Betreten des Hotels alles mit seinem Smartphone oder durch die Bedienung von Automaten regeln kann.

Den Zugangscode für den Hotelzutritt sowie für sein Zimmer empfängt der Kunde über sein Smartphone. Check-In und Check-Out an der Rezeption fallen weg und ermöglichen es dem Kunden, Zeit bei der An- und Abreise zu sparen. Mögliche Zusatzdienstleistungen wie Frühstück, welches unter anderem in Automaten bereitgestellt wird, könnten mit der Zimmerrechnung verrechnet werden. Branchenumfragen zufolge möchte jeder Fünfte sein Hotelzimmer per Smartphone öffnen können. Der Vorteil für die Betreiber: Sie können Personalkosten sparen.

In Ländern wie Japan und den Niederlanden hat sich diese Hotelform etabliert. In Deutschland dagegen existiert aktuell nur ein geringes Angebot an Automatenhotels. Das Konzept stoße vor allem bei der jüngeren Generation auf viel Aufmerksamkeit, so dass laut einer Umfrage von bitkom rund 30% der 14- bis 29-Jährigen ein Automatenhotel buchen würden.

Ausdifferenzierung des Renditespektrums

Die alternativen Trends werden in der Hotelbranche für eine weitere Heterogenisierung und damit weitere Ausdifferenzierung des Renditespektrums sorgen, heißt es in der Studie. Neben Spanien, Italien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich gehöre Deutschland zu einer der attraktivsten Regionen für Investoren. Laut einer aktuellen Umfrage von Deloitte werden neuartige, alternative Unterkünfte mit einem Anteil von 25% als beliebteste Wahl für ein Investment eingestuft. Nur 9% der Befragten hingegen bevorzugen traditionelle Hotels als Investmentoptionen. "Daher bietet sich eine große Chance für unkonventionelle Hotels, die den Umbruch vom Nischenhotel zum Vorreiter auf dem Markt darstellen könnten."

Großbritannien führt die Rangliste der stärksten Investmentmärkte in Europa an: 2018 lag sich das Transaktionsvolumen mit Hotelimmobilien auf der Insel bei rund 7,56 Mrd. Euro. Mit etwa 4,15 Mrd. Euro folgt Deutschland auf Platz zwei und zeigt sich dabei aufgrund seiner äußerst hohen Anzahl an Transaktionen als sehr liquider Markt. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind große Portfoliotransaktionen oberhalb von 250 Mio. Euro in Deutschland eher eine Seltenheit.

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