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Projekte | 09.12.2019

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Der größte Gewerbedeal des Jahres ist perfekt

Quelle: imago images, Urheber: Westend61
Das Squaire dürfte die teuerste in diesem Jahr gehandelte Einzelimmobilie sein.

Quelle: imago images, Urheber: Westend61

Für fast eine Milliarde Euro hat der großvolumige Büroriegel Squaire am Frankfurter Flughafen den Eigentümer gewechselt. Darauf deuten jedenfalls verschiedene Insider- und Medienberichte hin, die eine entsprechende Meldung der Immobilien Zeitung aus dem Herbst bestätigen.

Der wohl größte deutsche Gewerbeimmobiliendeal des Jahres 2019 mit einem Einzelobjekt wurde offenbar vor kurzem abgeschlossen: Wie mehrere deutsche und internationale Medien melden, hat ein Konsortium um den britischen Investmentmanager AGC Equity Partners und das südkoreanische Finanzunternehmen Hana die großformatige Büro- und Hotelimmobilie Squaire am Frankfurter Flughafen erworben. Rund 940 Mio. Euro sollen laut Marktkreisen für das Objekt gezahlt werden. Verkäufer ist Officefirst, die deutsche Büroimmobilienplattform des US-amerikanischen Investors Blackstone. Abgeschlossen wurde das Geschäft demnach im November. Damit bestätigt sich die von der Immobilien Zeitung bereits Ende September 2019 in der Anbahnungsphase gemeldete Transaktion.

Heftige Bieterschlacht

Damals war noch unklar gewesen, in welchem Verhältnis die beteiligten Investoren an der Erwerbung partizipieren. Wie aktuell zu vernehmen ist, sind koreanische Investoren mit rund 40% beteiligt. Der Anteil von Hana liege bei rund einem Viertel. Allerdings sei die Strukturierung des Investments noch nicht endgültig fest. Offiziell äußert sich keine an der Transaktion beteiligte Partei zu den Medienberichten. Marktkreise berichten von einer heftigen Bieterschlacht um den Koloss mit rund 143.000 qm Gesamtmietfläche. Die Rede ist davon, dass Aroundtown, GIC und Credit Suisse zu den Mitbewerbern gehörten. Wie südkoreanische Medien melden, will Hana seine Anteile am Squaire in einen Fonds einbringen, der auf inländische Pensionskassen als Anleger zielt.

Hauptmieter des Squaire sind das Beratungsunternehmen KPMG mit rund 45.000 qm Mietfläche, die Fluggesellschaft Lufthansa, der Reifenhersteller Michelin (7.000 qm) und zwei Hotels der Marke Hilton: das Hilton Frankfurt Airport mit 249 Zimmern und das Hilton Garden Inn Frankfurt Airport mit 334 Zimmern. Anfang des Jahres lag die Vermietungsquote bei 98%. Das Squaire wurde von 2007 bis 2011 vom Projektentwickler IVG über dem Fernbahnhof des Flughafens errichtet. Ende 2016 erwarb Blackstone das Squaire als Teil von Officefirst.

"Ein Objekt, mit dem man glänzen kann"

Einer der wenigen mit dem Objekt Vertrauten, die sich öffentlich zu dem Deal äußern wollen, ist Olaf Dziallas, Immobilienrechtsexperte im Frankfurter Büro der Rechtsanwaltskanzlei FPS. Seiner Meinung nach beruht der jetzt erfolgreiche Verkauf nach mehreren gescheiterten Versuchen in der Vergangenheit vor allem auf zwei Entwicklungen: auf der Wahrnehmung des Flughafens als eigenständiger Bürostandort und auf den Erfolgen von Officefirst im Asset-Management. "Unter anderem durch den Aufbau des Gewerbegebiets Gateway Gardens hat sich der Flughafen als sich entwickelnder Bürostandort etabliert", ist Dziallas überzeugt. Das strahle auf das Squaire und auf andere Bürogebäude in der Nähe der Start- und Landebahnen ab.

Officefirst sei es gelungen, die Vermietung von rund 80% im Jahr 2016 auf aktuell nahezu 100% mit vielen langfristigen Verträgen zu steigern. Das mache das Squaire trotz vergleichsweise hoher Bewirtschaftungskosten zu einem attraktiven Objekt, das voraussichtlich viele Jahre im Bestand der Erwerber bleiben werde. Das Potenzial für weitere bauliche Wertsteigerungen ist nach Dziallas Einschätzung begrenzt. Außen werde das Squaire durch Autobahn, Bundesstraße und Zugstrecken eingehegt und in den großen Innenhöfen seien höchstens hier und da noch Ergänzungen von Gastronomieflächen denkbar. Aber das sei auch nicht unbedingt nötig. "Das Squaire ist ein Objekt, mit dem man glänzen kann", fasst Dziallas zusammen.

Nachtrag: Nach Informationen der Immobilien Zeitung wurde der Käufer bei der Transaktion von Freshfields Bruckhaus Deringer beraten.

Transaktion: Frankfurt am Main, The Squaire 17

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