Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Unternehmen | 06.12.2019

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Versorgungswerk wird Gesellschafter bei Entwickler evoreal

Quelle: evoreal
Hans-Jürgen Kickler und Bruno Geiger (v.l.) vertreten das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein künftig im Beirat von evoreal. Rechts Marius Marschall von Bieberstein.

Quelle: evoreal

Mit einem Anteil von 24,9% beteiligt sich das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein als Gesellschafter am Projektentwickler evoreal Holding. Anfang 2019 hatte Benjamin Otto, Mitgründer von evoreal, seine evoreal-Anteile an seinen Geschäftspartner Marius Marschall von Bieberstein verkauft - teilfinanziert vom Versorgungswerk.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass Versorgungskassen als Nachrangdarlehensgeber agieren, aber die Beteiligung als Gesellschafter ist selten", erklärt Marius Marschall von Bieberstein, geschäftsführender Gesellschafter und Mitgründer von evoreal, zum Einstieg des Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Das Versorgungswerk kauft Anteile von Marschall von Bieberstein und wird ab Januar 24,9% der Anteile an der evoreal Holding halten.

Versorgungswerk auch an Fortis Real Estate Investment beteiligt

Bereits seit 2014 kooperiert das Versorgungswerk als Kapitalgeber mit der evoreal Gruppe. Neben der Finanz- und Minderheitsbeteiligung wird es künftig auch zwei Sitze im Beirat des Projektentwicklers besetzen. Vorgesehen sind Bruno Geiger, Geschäftsführer des Versorgungswerkes, sowie Hans-Jürgen Kickler, Mitglied im Verwaltungsausschuss.

So relativ selten die unternehmerische Beteiligung eines Versorgungswerkes ist, so geübt ist sie für das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Sie hält unter anderem auch knapp 25% am Projektentwickler Fortis Real Estate Investment, der vor allem in Berlin und Brandenburg aktiv ist.

Projekte für 600 Mio. Euro in der Pipeline

Marschall von Bieberstein ist hochzufrieden mit dem bereits länger vorbereiteten Einstieg. "Operativ hilft uns das sehr bei der Akquisition, bei Finanzierungsgesprächen und auch als Arbeitgebermarke. Equity Investment befördert zudem die Motivation Nachrangdarlehen zu geben." 50 Mio. Euro an Nachrangdarlehen hatte das Versorgungswerk bereits vor einiger Zeit evoreal zur Verfügung gestellt. Jetzt werden die Finanzmittel für Projekte abgerufen, die 2020 in Bau gehen. Aktuell befinden über 120.000 qm BGF mit einem Projektvolumen von 600 Mio. Euro in der Pipeline.

Für die Bramfelder Spitze etwa erwartet Marschall von Bieberstein im ersten Quartal 2020 die Baugenehmigung. Das Büroprojekt mit 18.000 qm Mietfläche ist Teil einer Quartiersentwicklung zwischen Bramfelder Chaussee und Werner-Otto-Straße sowie entlang des Moosrosenwegs in Bramfeld mit einem Investitionsvolumen von über 210 Mio. Euro. 12.000 qm mietete im vergangenen Jahr das IT-Beratungsunternehmen Akquinet. 2022 soll das Bürogebäude bezogen werden. Ob das auch für die 700 Wohnungen gilt, die auf dem insgesamt 2,5 ha großen Areal vis-à-vis der Zentrale der Otto Group entstehen sollen, ist noch offen. Hier befindet man sich in der Baurechtschaffung.

Taufrisch ist die Unterschrift unter dem Kaufvertrag für ein städtisches Grundstück im künftigen Pergolenviertel. Im Stadtteil Winterhude wird evoreal das Baufeld 9 nahe dem Stadtpark mit 112 Wohneinheiten bebauen, neben Eigentumswohnungen auch drei Townhouses. Das Projektvolumen liegt bei 68 Mio. Euro. 2022 sollen die Bewohner einziehen.

Marschall erwartet Marktbereinigung am Wohnungsmarkt

"Grundsätzlich wollen wir den Anteil nicht wohnwirtschaftlich genutzter Entwicklungen erhöhen", erläutert Marschall von Bieberstein die Perspektiven. Aktuell liegt der gewerbliche Anteil bei 20% - davon wird ein Großteil durch die Bramfelder Spitze abgedeckt. "Am Wohnungsmarkt sind wir in einer Phase der Plateaubildung. Die Grundstücke sind teuer, die Baukosten steigen. Das bildet sich in der Entwicklung der Mieten und Preise nur noch bedingt ab. Hier wird es zu einer Marktbereinigung kommen."

Doch die stärkere Berücksichtigung gewerblicher Entwicklungen soll nicht im Hauruck erfolgen", denn wir sind opportunitätsgetrieben." Im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort hat evoreal im Januar 2019 zwei Grundstücke erworben. Südlich des Gewerbegebiets Neuer Huckeparkbahnhof sind 20.000 qm BGF für 175 Wohnungen - Eigentum und geförderte Mietwohnungen - geplant sowie 5.000 qm Gewerbe auf dem früheren Areal des Stahlunternehmens Albert Mund an der Marckmannstraße.

Der Umsatz von evoreal im zu Ende gehenden Jahr wird bei 78 Mio. Euro liegen und der Gewinn vor Steuern aus abgeschlossenen Projekten bei 22 Mio. Euro.

Transaktion: Hamburg, Alte Wöhr 50

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!