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Unternehmen | 06.12.2019

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

"Viele kleine Makler werden vom Markt verschwinden"

Ein Jahr nach der Fusion mit German Homes bleibt das Hamburger Maklerhaus Wentzel Dr. auf Expansionskurs. Die Digitalisierung sowie das Finden und Fortbilden von Mitarbeitern sehen die Geschäftsführer als die größten Herausforderungen der Branche für die Zukunft.

Rund ein Jahr ist die Fusion zwischen German Homes und Wentzel Dr. nun her. Grund genug für Geschäftsführer Philip Schulze, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Wie erwartet haben sich die beiden Maklerkonzepte gut ergänzt: "Wentzel Dr. ist traditionell stark bei Neubauwohnprojekten sowie bei gewerblichen Immobilien. German Homes kam hingegen sehr stark aus der Vermarktung von gebrauchten Wohnimmobilien."

Der Zusammenschluss hat aber auch zu Veränderungen im Marktauftritt geführt, die Schulze als Wettbewerbsvorteil ansieht: "Seit dem Merger mit German Homes lassen wir uns in den meisten Fällen nicht mehr von der Käuferseite bezahlen, sondern wir setzen auf eine reine Innenprovision", erläutert der Geschäftsführer. "Das hebt uns von der Konkurrenz ab, besonders in Hamburg, wo über 6% Außenprovision üblich sind. Umsetzen lässt sich das, indem wir Einkauf und Verkauf von Immobilien im Haus strikt voneinander trennen."

Digitalisierung ist ein Riesenthema

Neben dem Maklergeschäft ist Wentzel Dr. unter anderem bundesweit im Immobilienmanagement tätig und setzt sich hier mit der technologischen Transformation auseinander. "Digitalisierung ist in diesem Bereich ein Riesenthema, aber der Mitarbeiter ist ebenso wichtig", erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Walter Kießling. "Wir versuchen jedenfalls, die gewonnene Kapazität, die wir durch eine erfolgreiche Digitalisierung gewinnen, wieder in Manpower umzusetzen und zum Beispiel die telefonische Erreichbarkeit unserer Mitarbeiter zu erhöhen. Ich denke, die Lösung liegt eher in einer Automatisierung von Prozessen als in der Digitalisierung an sich."

Auch im Maklergeschäft kann die Technik den Menschen laut Philip Schulze nur unterstützen, ihn aber nicht ersetzen. "Wir verwenden intern drei verschiedene Bewertungstools, um für die relevanten Informationen mehrere Quellen zur Verfügung zu haben", erklärt der Geschäftsführer. Keines der Tools, die heute am Markt verfügbar sind, liefere jedoch eine genügend große Menge Daten, die für die Zwecke des Unternehmens hinreichend genau genug wären. "Gerade deswegen sind regionale Büros von großer Bedeutung", fügt Schulze hinzu: "Dadurch, dass Mitarbeiter vor Ort ihr individuelles Wissen in die Systeme einpflegen, entsteht sehr viel Know-how-Transfer."

Weitere Expansionsschritte stehen an

Bundesweit verfügt Wentzel Dr. derzeit über rund 15 Shops, am 23. Oktober kam die Filiale in Wedel offiziell hinzu. In Unna läuft der Vertrieb bereits seit einiger Zeit über ein gemietetes Büro, ein Shop soll dort am 14. Dezember eröffnen. Noch vor Weihnachten, am 16. Dezember, ist auch der Vertriebsstart in Düsseldorf geplant. "Die Suche nach geeigneter Shop-Fläche läuft", sagt Schulze. "Wir gehen von einer Shoperöffnung zum 1. April 2020 aus."

In Bielefeld sucht das Unternehmen ebenfalls nach einer geeigneten Ladenfläche. Hier soll der Vertrieb über ein Büro am 1. Februar 2020 beginnen, der Shop könnte dann am 1. Mai den Betrieb aufnehmen. Doch auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen will Wentzel Dr. stärkere Präsenz im Maklergeschäft zeigen: "Unser Ziel ist es, mehr Franchisepartner an Bord zu nehmen und damit bundesweit in den kommenden zehn Jahren auf 150 Standorte zu kommen", bekräftigt Schulze den Ausblick vom vergangenen Jahr. "Für 2020 planen wir unter anderem den Markteintritt in Berlin, Leipzig und München."

Recruiting und Fortbildung werden zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren

In seinen eigenen Shops arbeitet Wentzel Dr. nur mit Festangestellten, betont der geschäftsführende Gesellschafter Jovica Denadija. "Wir achten auf eine gute Fortbildung und wollen das auch unseren Franchisepartnern anbieten. Dazu bauen wir eine hauseigene Schulungsakademie auf." Zurzeit arbeitet Wentzel Dr. daran, eine Datenbank mit Webinaren, also Onlineschulungen zu erstellen. "Die Nutzung wird für die Mitarbeiter unserer Franchisepartner kostenlos sein, ebenso wie die geplanten Präsenzseminare bei uns in Hamburg", fügt Denadija hinzu.

Dass der Gesetzgeber mittlerweile Fortbildung von den Maklern verlangt, findet Denadija gut. Schließlich sei es im eigenen Interesse der Branche, die Fähigkeiten an die gewachsenen Ansprüche des Marktes anzupassen: "Der klassische Nachweismakler wird meines Erachtens bald nicht mehr existieren. Viele kleinere Makler, die keine auf den Kunden zugeschnittene Leistung erbringen können, werden vom Markt verschwinden." Mit der Kombination aus digitaler Unterstützung, Fortbildung und regionaler Kompetenz sieht sich Wentzel Dr. gut für die Zukunft gerüstet.

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