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Projekte | 02.12.2019

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

asuco rebelliert gegen Verkauf der Bahnhofspassagen Potsdam

Quelle: imago images, Urheber: Metodi Popow
Wieviel sind die Bahnhofspassagen wert?

Quelle: imago images, Urheber: Metodi Popow

Wealthcap will aus einem geschlossenen Immobilienfonds das Shoppingcenter Bahnhofspassagen Potsdam verkaufen. Der Zweitmarktinvestor asuco hält den Preis für zu niedrig und versucht daher, den Verkauf zu verhindern.

687 Mio. Euro, verteilt auf drei große Immobilien, war der H.F.S. Immobilienfonds 10 bei seinem Start im Jahr 2005 schwer. Der Riesenfonds brachte den Anlegern - Stichwort: Fremdwährungskredite - nicht immer nur Freude, doch die Immobilien behielten ihren Wert. 2018 leitete Wealthcap die Auflösung des Fonds ein. Zwei Objekte (Das Schloss in Berlin und das Behördenzentrum Frankfurt) wurden bereits verkauft, im Bestand befindet sich nun noch das Einkaufszentrum Bahnhofspassagen Potsdam. Nach dem Willen des Fondsmanagers soll auch dieses Objekt verkauft und die Anleger ausgezahlt werden - wenn diese dem laut Anlegerinformationsschreiben bereits ausverhandelten Deal bis zum 12. Dezember mit einer Mehrheit von 75% zustimmen.

Einer dieser Anleger ist der Zweitmarktinvestor asuco. asuco hält aktuell knapp 6% der Fondsanteile. Den Preis von 168,7 Mio. Euro, den Wealthcap für den Centerverkauf an die Real Estate Venture Capital Deutschland (Revcad) vereinbart hat, hält asuco für mindestens 4,1 Mio. Euro zu niedrig. Daher hat das Unternehmen allen anderen H.F.S.-Fondszeichnern angeboten, ihre Anteile mit einer Prämie zu übernehmen, und zwar unter der Bedingung, dass der abgebende Zeichner gegen den Centerverkauf stimmt.

Das Center habe eine hohe Kundenfrequenz

"Wir bieten mit dem Votum gegen den Verkauf allen Gesellschaftern eine Lösung an. Wer jetzt aussteigen möchte, kann an uns verkaufen, und wer drinbleiben möchte, kann sich weiter an den Ausschüttungen freuen", wirbt asuco-Fondsmanager Till Kaspar. Er glaubt an die Chance, genügend Gegenstimmen zusammenzubekommen. Sein Unternehmen erinnert sich daran, dass Wealthcap selbst vor anderthalb Jahren einen um ca. 20 Mio. Euro höheren Verkaufspreis für das Center angesetzt habe. Das nun angeführte Argument, der boomende Onlinehandel habe den Bahnhofspassagen zugesetzt, lässt Kaspar nicht gelten. "Wir glauben an die hohe Nutzerfrequenz dank der Lage direkt am Bahnhof. Hier kaufen Leute ihre Güter des täglichen Bedarfs ein."

Seitens Wealthcap heißt es, der H.F.S. 10 sei heute schon ein sehr erfolgreicher Immobilienfonds und werde den Anlegern nach Vollzug des Verkaufs seines letzten Objekts einen Gesamtmittelrückfluss von deutlich mehr als 200% erwirtschaften. Weitere Details über den Deal mit Revcad wollte ein Unternehmenssprecher nicht kommentieren. In den Unterlagen, die den Anlegern zur Verfügung gestellt wurden, ist von einer Wertsteigerung des Centers um immerhin 25% während der Fondslaufzeit die Rede.

Wealthcap verkauft öfter an Revcap

Als Repräsentanten des Käufers Revcad mit Sitz in Frankfurt am Main sind Matthias Wilke und Stephen John Pettit eingetragen. Beide sind Partner beim Londoner Fondsmanager Revcap. Dass Wealthcap auch in Sachen Potsdam mit Revcap ins Geschäft käme, wäre naheliegend, denn es gab schon viele Deals zwischen den beiden Parteien. Die Briten erwarben von den Münchnern in den vergangenen drei Jahren u.a. die Wirecard-Zentrale in Aschheim, das Hochhaus am Kesselbrink in Bielefeld, das Bürohaus Epsilon in Ottobrunn, das City Carrée Magdeburg (zum Preis von 145 Mio. Euro) sowie das gesamte Portfolio des H.F.S. Immobilienfonds 18.

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