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Unternehmen | 22.11.2019

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:

BrickVest steht unter britischer Insolvenzverwaltung

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Daniel Rohrig
BrickVest-Mitgründer Thomas Schneider stattete vor einem Jahr der Redaktion der Immobilien Zeitung einen Besuch ab. Da war die Welt für BrickVest noch in Ordnung.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Daniel Rohrig

Die in Großbritannien geführte Investmentplattform BrickVest, die auch in Deutschland mit einer Niederlassung vertreten ist, hat für verschiedene Konzerngesellschaften Insolvenz angemeldet. Mitgründer und CIO Thomas Schneider ist als Geschäftsführer zurückgetreten.

Beim deutsch-britischen Investmentmanager BrickVest herrscht das Chaos. Für vier von sechs Konzerngesellschaften, darunter die Muttergesellschaft BrickVest Limited, wurde in Großbritannien Insolvenz angemeldet. Das geht aus Dokumenten des britischen Handelsregisters hervor.

Investoren gaben BrickVest 12 Mio. GBP

BrickVest ist ein recht junges Unternehmen, das über eine voll lizensierte Internetplattform Kapital für paneuropäische Immobilieninvestments einsammelt. Mehrheitseigner sind die beiden Gründer Thomas Schneider und Emmanuel Lumineau. Büros von BrickVest befinden sich in London, Berlin und Nizza. In diversen Finanzierungsrunden haben mehr als 50 Investoren rund 12 Mio. GBP dem Unternehmen anvertraut. Darunter finden sich private Finanziers, Business Angels, Venture-Kapitalgeber und zwei deutsche Banken: die Berlin Hyp und die Aareal Bank.

Während Lumineau anscheinend weiterhin die Fäden bei BrickVest zieht, hat Schneider Ende Oktober den Chefsessel verlassen. Keine Informationen gibt es sowohl darüber, ob Schneider aus eigenen Stücken seinen Posten als Director von BrickVest Limited geräumt hat, als auch dazu, ob er noch in anderer Funktion für BrickVest tätig ist. Der Bitte um Stellungnahme kam er bis Redaktionsschluss nicht nach. Bereits ein paar Wochen vor Schneider verließ Matthias Arnheiter das Board of Directors. Arnheiter war vom Mitgesellschafter Berlin Hyp als Interessenvertreter Anfang 2019 in das Direktorium berufen worden.

Offenbar falsche Angaben im Jahresabschluss

Im britischen Handelsregister findet sich auch eine gerichtliche Anordnung, datierend vom 26. September dieses Jahres, den Jahresabschluss 2018 wegen unsachgemäßen Inhalten zurückzunehmen. Das tat BrickVest zwar, hat aber bis zum heutigen Donnerstag keine Korrektur des Jahresabschlusses vorgenommen. "Die testierten Zahlen waren falsch", berichtet ein Insider gegenüber der Immobilien Zeitung. Obwohl das Gremium, in dem die BrickVest-Gesellschafter vertreten sind, die Freigabe des Jahresabschlusses verweigerte, veröffentlichte das Unternehmen den Bericht Mitte August.

Weitere Kapitalrunde kam nicht zustande

Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte die weitere Zusammenarbeit mit den Kapitalgebern, zu denen laut Gesellschafterliste vom 4. November 2019 die Berlin Hyp als drittgrößer und die Aareal Bank als viertgrößter Anteilseigner gehören, unmöglich geworden sein. Wenig überraschend zeigten die Altgesellschafter wenig Interesse daran, sich an einer geplanten weiteren Kapitalrunde zu beteiligen. "Die Berlin Hyp hat nicht weiter in BrickVest investiert, da es unterschiedliche Auffassungen über die vereinbarten Mitbestimmungsrechte - insbesondere bei wesentlichen strategischen Fragestellungen, die die Gesellschaft betreffen - gab", teilt eine Sprecherin mit.

Abgesehen von diesem Statement hüllt sich die Berlin Hyp über weitere Details in Schweigen. Die Aareal Bank lässt die Fragen zu den Vorgängen völlig unkommentiert und verweist auf das laufende Insolvenzverfahren.

Insolvenzverwalter hofft auf Verkaufserlöse

Der britische Insolvenzverwalter ReSolve lässt ausrichten, dass er es bedaure, einen der führenden Player im Fintech-Markt in einer solchen Situation vorfinden zu müssen. Für die Gläubiger werde er nun versuchen, das Bestmögliche über einen Verkauf des Unternehmens und seiner Vermögensgegenstände herauszuholen.

Für BrickVest sind etwa 20 Mitarbeiter tätig. Die Plattform von BrickVest ist laut ReSolve weiterhin aktiv, da die Betreibergesellschaften nicht von der Insolvenz betroffen seien.

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