Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Projekte | 20.11.2019

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

An diesen Stellen könnten in München bald Hochhäuser stehen

Quelle: Büschl-Gruppe, Urheber: Herzog & de Meuron
Die geplanten Wolkenkratzer der Büschl-Gruppe an der Friedenheimer Brücke liegen ebenfalls in einer der definierten Hochhaus-Zonen.

Quelle: Büschl-Gruppe, Urheber: Herzog & de Meuron

Die von der Immobilienwirtschaft lange ersehnte Münchner Hochhausstudie ist endlich vorgestellt worden. Nun ist klar, wo in der Stadt künftig Hochhäuser entstehen könnten. Sicher sind die Standorte allerdings noch nicht. Die Diskussion beginnt erst.

Zwei Untersuchungen zu Hochhäusern gab es bereits in München. Die 1977 erstellten und 1995 fortgeschriebenen Studien waren aber Kinder ihrer Zeit. Angesichts der immer knapper werden Flächen und der immer schneller wachsenden Stadt war eine Neuauflage mehr als überfällig. Nun haben die Stadtplaner der Münchner 03 Architekten vorgestellt, wo ihrer Meinung nach in München künftig Häuser mit mehr als 80 m Höhe entstehen könnten.

Als mögliche Standorte sieht die Studie die bereits von der Immobilienbranche als künftige Hochhausachse ausgerufene Linie zwischen dem Vogelweideplatz und der Münchner Messe im Osten. Im Westen sehen die Architekten das Gebiet an der Landsberger Straße zwischen Donnersbergerbrücke und Friedenheimerbrücke sowie das Dreieck entlang der Bahn und der Elsenheimerstaße als geeignet an. Die größten Flächen für Hochhäuser haben die Macher der Studie im Münchner Norden entdeckt. Hier würden Hochhäuser vom Knorr-Gelände und dann weiter auf den Gewerbeflächen entlang des Frankfurter Rings und entlang der A9 bis zur Fröttmaninger Fußballarena dem Stadtbild nicht schaden.

Wolkenkratzer bleiben die Ausnahme

Andreas Garkisch von 03 Architekten stellte bei der Vorstellung des Konzeptes bei der Stadtgestaltungskommission auch klar, dass München keine Hochhausstadt sei. Es gebe weder eine Downtown, noch eine Hochhaussilhouette wie etwa in Frankfurt. Daran dürfte sich auch künftig nicht viel ändern. Er sieht vielmehr einzelne Hochhäuser oder kleinere Ensembles, die sich ins Stadtbild einfügen.

Häuser mit mehr als 100 m werden in München wohl auch weiterhin die Ausnahme bleiben. Es werde keinesfalls Hochhäuser um jeden Preis geben, sagte Merk. „Das wollen wir nicht, und das brauchen wir nicht". Wichtig sei, dass diese Häuser dann tatsächlich ein Wahrzeichen seien, stellt auch Architekt Garkisch klar. „Es kann nicht sein, dass es eine Investition in gestapelte Geschossfläche ist", so Grakisch.

Höhe nur, wenn die Architektur überzeugt

Ein wesentlicher Unterschied zu den vorangegangenen Hochhausstudien ist dann auch, dass erstmals qualitative Kriterien festgeschrieben werden sollen. Diese Vorgabe hatte der Stadtrat bei der Vergabe der Studie gemacht.

Glatte Glasfassaden, wie etwa beim O2-Tower, dem Uptown, wird es damit nicht mehr geben. Vielmehr spricht sich Grakisch für gestaltete und gegliederte Fassaden aus. Außerdem sollen 15% der Grundfläche im Erdgeschoss Teil des öffentlichen Raums werden. Die Öffentlichkeit müsse Zugang zu den Gebäuden haben, das steigere die Akzeptanz. Auch die Dachgeschosse sollten eine öffentliche Nutzung bekommen. „Nicht jedes einzelne Gebäude", schränkt Garkisch ein. Doch in einem Ensemble müsste mindestens ein Zugang geschaffen werden. Das gelte auch für eine gewünschte Mischung verschiedener Nutzungsarten.

Im kommenden Jahr wird diskutiert

Die nun vorgestellte Studie ist der erste Entwurf. Dieser wird nun in eine Beschlussfassung umgesetzt, die im ersten Quartal 2020 dem Stadtrat vorlegt werden soll. Mit diesem Entwurf soll dann die Beteiligung der Bürger beginnen. Im gesamten ersten Halbjahr des kommenden Jahres plant Merk die Hochhauskonzepte mit Bürgern und Fachleuten zu diskutieren. Dabei gehe es nicht nur um die Fragen wo und wie hoch die Hochhäuser sein sollen, „Sondern welche Kriterien und welche Nutzungen wir wollen", so Merk. Die Diskussion um die Hochhäuser hat damit in München erst begonnen.

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!