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Politik | 13.11.2019

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Mietendeckel kostet Deutsche Wohnen maximal 330 Mio. Euro

Quelle: Imago Images, Urheber: Stefan Trappe
Gegen die Mieterhöhungen der Deutschen Wohnen und ihren Chef Michael Zahn wurde im April kräftig demonstriert.

Quelle: Imago Images, Urheber: Stefan Trappe

Sollte der Berliner Mietendeckel Anfang 2020 in Kraft treten und nicht durch eine Prüfung durch das Verfassungsgericht für unwirksam erklärt werden, könnte das die Deutsche Wohnen bis 2024 einen Einnahmeausfall von maximal 330 Mio. Euro bescheren. Bis dahin gilt für den Konzern jedoch: "Business as usual", hieß es auf der heutigen Analystenkonferenz.

Die 330 Mio. Euro seien das "Worst-case-Szenario", betonte der Vorstand des Konzerns, der in den Protesten, die der Einführung des Berliner Mietendeckels vorangingen, wiederholt besonders angegangen wurde. Davon entfallen 190 Mio. Euro auf bislang geplante, aber wegen des Mietendeckels nicht vollzogene künftige Mieterhöhungen. Die übrigen 140 Mio. Euro würden in Form von Mietminderungen, zu denen die Berliner Mieter laut dem geplanten Gesetz berechtigt wären, die künftigen Cashflows drücken. Pro Jahr wären das zwischen 30 Mio. und 40 Mio. Euro, was einem Anteil von 6% bis 7% des für 2019 prognostizierten FFO entspricht. "Damit können wir umgehen", sagte CFO Philip Grosse.

Deutsche Wohnen erhöht weiter Mieten

Der Mietendeckel soll rückwirkend zum Juni 2019 in Kraft treten, für Verstöße sieht das Gesetz hohe Strafzahlungen vor. Auf die für den Rest des Jahres geplanten Mieterhöhungen verzichtet die Deutsche Wohnen dennoch nicht, auch die Guidance für das Gesamtjahr von 3% Mietwachstum bleibt unverändert. Vorstandschef Michael Zahn bezifferte die Summe, die rückwirkend von eventuellen Sanktionen aus dem Mietendeckelgesetz betroffen sein könnte, auf gut 2 Mio. Euro.

Auch die laufenden Refurbishmentmaßnahmen, die Deutsche Wohnen bereits vereinbart oder angeschoben hat, werden weitergeführt und sollen entsprechende Mieterhöhungen nach sich ziehen. "Wir werden die möglichen Auswirkungen des Mietendeckels aber in unseren Verträgen reflektieren, entweder als Anspruch oder als Verpflichtung gegenüber unseren Kunden", so Zahn.

Ab 2021 könnten die Gelder an Berlin vorbeifließen

Für die Planungsjahre ab 2021 wird der Konzern für den Fall, dass der Deckel als verfassungskonform eingestuft und damit wirksam wird, seine Investitionspläne jedoch neu aufstellen. Die geplanten Neubaumaßnahmen in Berlin hat Deutsche Wohnen bereits auf Eis gelegt, auch neue Modernisierungsvorhaben werden aktuell nicht gestartet. Betroffen von diesen Entscheidungen seien Maßnahmen im Wert von rund 1 Mrd. Euro.

Etwa ein Drittel des Bestands befindet sich außerhalb der Hauptstadt. Zahn spricht im Zusammenhang mit der veränderten Allokation von Investitionen von möglichen zusätzlichen Neubauprojekten in Standorten wie Frankfurt oder Hamburg.

Bis zur Klärung der Verfassungsmäßigkeit des Mietendeckels werde dieser wie eine "Giftpille" auf Wohnungsinvestitionen in Berlin wirken, droht Zahn. Gleichwohl führt Deutsche Wohnen derzeit selbst Verkaufsverhandlungen über rund 5.000 Berliner Wohnungen, die sich bereits in "fortgeschrittenem Stadium" befänden. Auch bei der für das vierte Quartal anstehenden Neubewertung der eigenen Bestände rechnet der Vorstand nicht mit Ab-, sondern weiteren Aufwertungen - "auch in Berlin", wie CFO Grosse betont.

750 Mio. Euro für Aktienrückkäufe

Der Kurs der Deutsche-Wohnen-Aktie steht seit der Verkündung der Berliner Gesetzespläne stark unter Druck. Der Vorstand reagiert darauf nun mit einem Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 750 Mio. Euro, das in den kommenden sechs Monaten umgesetzt werden soll, falls der Kurs nicht deutlich anzieht. "Wir verkaufen unsere Wohnungen weiterhin zu Preisen über Buchwert. Die daraus entstehende Liquidität nutzen wir für Aktienrückkäufe, um mit einem Abschlag zum Buchwert das Geld in unser Portfolio zu reinvestieren", begründet Grosse die Entscheidung.

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