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Märkte | 11.11.2019

Von Christine Rose

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W)
  • Personen:
    Werena Rosenke
  • Immobilienart:
    Wohnen

Knapp 680.000 Menschen ohne eigene Wohnung

Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist im vergangenen Jahr um 4,2% auf knapp 678.000 gestiegen. Das geht aus einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe hervor.

Wohnungslos ist der BAG zufolge, wer nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum oder Wohneigentum verfügt. Berücksichtigt wurden alle Menschen, die im Laufe des vergangenen Jahres wohnungslos waren - nicht zu einem bestimmten Stichtag. Laut dem Bericht waren die meisten Wohnungslosen Flüchtlinge. Ihre Zahl schätzt die BAG auf etwa 440.000 Menschen. Flüchtlinge nicht mit berücksichtigt, stieg die Anzahl von Menschen ohne Wohnung ebenfalls, und zwar um 1,2% auf 237.000 Personen.

Nähere Angaben zu Wohnungslosen macht die Wohnungslosenhilfe ausschließlich für die Gruppe der 237.000 Nichtgeflüchteten, da nur für sie soziodemografische Daten vorliegen. Unter ihnen waren demnach 166.000 alleinstehend, 71.000 lebten mit einem Partner und/oder Kindern zusammen. Den Schätzungen zufolge waren 10.000 Kinder und minderjährige Jugendliche von Wohnungslosigkeit betroffen. Für viele Betroffene wurden Übergangslösungen wie Obdachlosenunterkünfte gesucht. Allerdings lebten laut BAG-Schätzungen im Lauf des vergangenen Jahres auch 41.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf auf der Straße.

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum

Als Hauptgründe für die steigende Zahl Wohnungsloser nennt Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe, das mangelnde Angebot an bezahlbarem Wohnraum, die sinkende Zahl an Sozialwohnungen und die Verfestigung von Armut u.a. durch Billigjobs. Dennoch, kritisiert sie, seien die Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 1 Mrd. Euro niedriger angesetzt als in den Vorjahren. „Benötigt werden pro Jahr 80.000 bis 100.000 neue Sozialwohnungen und weitere 100.000 bezahlbare Wohnungen“, erklärt sie. Neu gebaut worden seien im vergangenen Jahr aber gerade einmal um die 27.000 Sozialwohnungen. "Damit wird nicht einmal der Teil der Wohnungen, der aus der Sozialbindung fällt, ausgeglichen.

Eine offizielle Statistik zu Wohnungslosigkeit gibt es bislang nicht. Kürzlich jedoch wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Einführung u.a. einer Statistik vorsieht.

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