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Märkte | 08.11.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Berlin
  • Organisationen:
    Mieterverein Berlin, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Verband Berlin Brandenburgischer Wohnungsunternehmen BBU
  • Personen:
    Maren Kern, Reiner Wild
  • Immobilienart:
    Wohnen

Berliner Wohnungsbaugenehmigungen knicken ein

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke
Weniger Baugenehmigungen heißt weniger Baustellen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke

In Berlin ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 die Zahl der genehmigten Wohnungen kräftig eingeknickt. Die Bezirke genehmigten zwischen Januar und September 15.324 neue Wohnungen. 2018 waren es in den ersten drei Quartalen noch 17.157 gewesen, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg gestern mit.

13.232 der Wohnungen, das sind 10% weniger als im vergangenen Jahr, sollen in Neubauten entstehen. Auf Mehrfamilienhäuser entfallen davon 11.912 Wohnungen, was einem Rückgang binnen Jahresfrist von gut 11% entspricht. Die Genehmigungen für neue Eigenheime sind mit einem zarten Plus von gut 1% oder 1.075 Wohnungen vom Rückgang verschont geblieben.

Nicht recht vom Fleck kommt mit bescheidenen 2.092 Wohnungen auch der Ausbau in bestehenden Gebäuden, wie zum Beispiel Dachgeschossausbauten oder Umnutzungen von ehemals gewerblichen Bauten. Hier ging die Zahl der Baugenehmigungen sogar um 14,3% gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahrs zurück. Die meisten Baugenehmigungen für Wohnungen meldeten die Bezirke Treptow-Köpenick und Pankow. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 24.218 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt. Der Berliner Senat hat im Koalitionsvertrag festgeschrieben, jährlich 20.000 neue Wohnungen errichten zu lassen.

Die Wohnungswirtschaft sagt, der Mietendeckel sei schuld

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) sieht in den Rückgängen der Genehmigungen, die sich bereits im ersten Halbjahr 2019 abgezeichnet hätten, die Quittung für neubauhemmende Strukturen in Politik und Verwaltung. Gleichzeitig sei der Einbruch der Genehmigungszahlen „Folge des Mietendeckels, der hier seinen Schatten weit vorauswirft“, mahnt BBU-Vorständin Maren Kern.

Wider rationalem Kaufmannsverhalten

„Falsch“, sagt dazu der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild. „Der Rückgang hat rein gar nichts mit dem Mietendeckel zu tun. Die Vorbereitungen für Baumaßnahmen, zu denen Genehmigungen in den ersten neun Monaten dieses Jahres erteilt wurden, laufen seit vielen Monaten bzw. sogar Jahren, mithin also in einem Zeitraum, als an den Mietendeckel noch gar nicht zu denken war. Im Übrigen ist der Neubau vom Mietendeckel komplett ausgenommen.“ Auch die immer wieder behauptete Stornierung von Modernisierungsinvestitionen wegen des Mietendeckels mit den entsprechenden Folgen für das Baugewerbe könne mit rationalem Kaufmannsverhalten nichts zu tun haben, so Wild weiter. Wie die Regelung zu Modernisierungsmieterhöhungen am Ende des Gesetzgebungsverfahrens aussieht, sei nämlich nicht bekannt.

Bauland wertvoll wie Goldstaub

Genau dokumentiert ist dagegen der eklatante Anstieg der Grundstückspreise, auf denen die Wohnungen gebaut werden sollen. Die Preise für Berliner Bauland sind in den vergangenen zwei Jahren fast sechzigmal schneller gestiegen als der Goldpreis, errechnete der BBU. Seit 2017 hat sich gehandeltes baureifes Land in der Stadt demnach um rund 141% verteuert: von im Schnitt 393 Euro/qm auf 946 Euro/qm. Zum Vergleich: Der Goldpreis ist von Anfang 2017 bis Ende 2018 nur um insgesamt 2,4% gestiegen, vergleicht der Verband, dessen 144 Berliner Mitgliedsunternehmen aufgrund der exorbitanten Grundstückspreise enorme Schwierigkeiten hätten, den dringend benötigten Wohnungsneubau in der deutschen Hauptstadt zu stemmen.

Bauten für 4 Mrd. Euro

Während die Wohnungsbaugenehmigungen zurückgingen, kletterten die Genehmigungszahlen für Gewerbebauten kräftig in die Höhe. 237 Bescheide, nach 172 im Vorjahr, gingen für den Neubau gewerblicher Bauten mit einer Nutzfläche von über 800.000 qm über die Tresen.
Auch die veranschlagten Baukosten aller geplanten Vorhaben sind gestiegen. Die Immobilienwirtschaft will für die zwischen Januar und September 2019 genehmigten Vorhaben gut 4 Mrd. Euro ausgeben. Das sind gut 10% mehr als im Vorjahr.

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