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Projekte | 01.11.2019

Von Volker Thies

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Martin Hunscher, Uli Hellweg, Mike Josef

Frankfurt macht weiter mit seinem Zukunftsstadtteil

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Auch diese Agrarfläche zwischen Steinbach und Frankfurt soll Teil des neuen Stadtteils werden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Trotz des Widerstands aus dem Umland will die Stadt Frankfurt an ihrem Projekt einer groß angelegten Erweiterung im Nordwesten festhalten. Das betonte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) bei der Vorstellung der Ergebnisse von ersten Umweltuntersuchungen auf der Fläche.

Das rund 550 ha große Projekt beidseits der Autobahn 5, das in der städtischen Diskussion gerne auch als Josefstadt bezeichnet wird, hat jetzt offiziell den Projektnamen Neuer Stadtteil der Quartiere bekommen. Er verweist auf ein Ergebnis der Umweltuntersuchungen in den zurückliegenden beiden Jahren: Drei Bachläufe, die das Gebiet durchziehen, sollen als Naturflächen, Entwässerungswege und Frischluftschneisen erhalten bleiben. Zusammen mit der Autobahn und weiteren erwünschten Grünzügen führt das dazu, dass der Stadtteil kein Monolith wird, sondern ein Gebilde aus Quartieren, die einzeln eine lebensfähige Infrastruktur bekommen sollen und auch unabhängig voneinander entwickelt werden können. Zu Handel und Gewerbe in den einzelnen Quartieren kommt ein Streifen von rund 200 m Breite beidseits der Autobahn und der parallel geführten Stromleitungen hinzu, in dem kein dauerhaftes Wohnen zulässig sein wird und der sich deshalb für Gewerbeansiedlungen anbietet.

Nachbarn bleiben skeptisch

Die Quartiersstruktur hat auch einen politisch-strategischen Vorteil: Die Stadt Frankfurt könnte einzelne Abschnitte insbesondere in der östlichen Hälfte selbst dann in Angriff nehmen, wenn die Umlandkommunen das Gesamtprojekt weiter ablehnen. Denn von den Nachbarn kommt seit dem ersten Bekanntwerden der Pläne im Sommer 2017 Widerstand. Vertreter von Eschborn, Steinbach und Oberursel fürchten zusätzliche Verkehrsbelastung und weitere Nachteile, wenn der übergroße Nachbar an sie heranrückt. Zuletzt hatte die CDU-Fraktion in der Regionalversammlung Südhessen angekündigt, das Projekt zu kippen, indem sie den nötigen planerischen Rahmen verweigert.

Von diesen Widerständen will sich Josef nicht irre machen lassen. Vielmehr will er am Stadtteil der Quartiere festhalten, und das auf beiden Seiten der Autobahn. Dazu möchte er offen mit allen Beteiligten sprechen und die Nachbarkommunen zum Mitmachen bewegen. Entschieden wehrte er sich gegen die Argumentationsweise vieler Gegner. "Da wird auf emotionaler Ebene gesagt: Das passt mir nicht, statt die jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnisse abzuwarten und dann zu argumentieren", bemängelte Josef. Die Ergebnisse der Untersuchungen habe er bereits den Nachbarbürgermeistern und Vertretern des Regionalverbands präsentiert, er müsse aber über den Verlauf der Gespräche Stillschweigen bewahren. Die detaillierten Daten werden am 28. November 2019 in einer Diskussionsveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt und dann auch online zur Verfügung stehen.

Bebauung soll städtisch dicht werden

Wegen der lockeren Quartiersstruktur wird der neue Stadtteil mit seinen rund 190 ha Bruttobauland nicht notwendigerweise weniger als die angestrebten 8.000 bis 12.000 Wohneinheiten aufweisen. "Wir raten zu einer angemessenen Dichte. Das wird kein Einfamilienhaus- aber auch kein Hochhausgebiet sein", betonte Stadtplaner Uli Hellweg, der Vorsitzende des sogenannten Consiliums, eines beratenden Fachgremiums. Den Widerstand der Nachbarkommunen hält er für kurzsichtig. Die Anziehungskraft Frankfurts bleibe bestehen. Wenn die Menschen nicht in der Stadt selbst und auch nicht in den unmittelbaren Nachbarkommunen Wohnungen fänden, dann würden sie in den ländlichen Raum weiter außerhalb ziehen. "Und dann werden die Kommunen im Ring unmittelbar um Frankfurt herum die Leidtragenden des zunehmenden Verkehrs sein", warnte Hellweg. Martin Hunscher, der Leiter des Stadtplanungsamts, betonte, dass die Straßen im neuen Stadtteil weitgehend von denen der Nachbarn abgekoppelt würden, so dass bei einer Verwirklichung der Frankfurter Pläne kaum zusätzliche Verkehrsbelastung entstehe.

Bis November 2020 sollen Stadt- und Landschaftsplaner das Konzept nun näher ausarbeiten. Parallel wird es eine Reihe von Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit geben, und auch die Gespräche der Stadtverwaltung mit mehreren hundert Eigentümern von Flächen in dem Gebiet sollen weitergehen.

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