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Unternehmen | 23.10.2019

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:

WeWork erhält Rettungspaket in Höhe von 9,5 Mrd. USD

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Robin Göckes
Softbank verschafft WeWork mit der Finanzspritze neue Spielräume.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Robin Göckes

Der finanziell angeschlagene Coworking-Branchenprimus WeWork kann vorerst durchatmen. Vom Investor Softbank wird frisches Kapital in das Unternehmen gespült, Firmengründer Adam Neumann im Gegenzug weiter degradiert. WeWork verschafft sich mit dem Deal Zeit, um wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen.

Mit insgesamt satten 9,5 Mrd. USD wird Softbank dem Coworkingriesen WeWork finanziell unter die Arme greifen. Dass ist das jüngste Ergebnis der Verhandlungen zwischen WeWork und dem japanischen Investor – und der Rettungsanker, der WeWork zumindest aus den akuten finanziellen Schwierigkeiten befreit, die in der Folge des abgeblasenen Börsengangs offenbar geworden waren. Softbank wird bestehenden WeWork-Aktionären eine Kaufofferte in Höhe von bis zu 3 Mrd. USD unterbreiten sowie eine bestehende Finanzierungszusage über 1,5 Mrd. USD vorziehen. Zudem pumpt der Investor zusätzlich weitere 5 Mrd. USD in den Coworkinganbieter. "Diese Finanzierung versetzt uns in die Lage, unseren Businessplan zur Beschleunigung des Wegs in die Profitabilität umzusetzen", heißt es von WeWork.

Neumanns kostspieliger Abschied

Im Gegenzug für das frische Kapital werden die Anteile von Softbank an WeWork auf etwa 80% erhöht. Bisher hielt der Investor etwa ein Drittel des Unternehmens. Marcelo Claure, COO von Softbank, soll als Teil des Geschäfts zum neuen Vorstandsvorsitzenden von WeWork bestimmt werden. WeWork-Gründer Adam Neumann hingegen soll seine bisherigen Stimmrechte verlieren und künftig lediglich als Beobachter fungieren. Laut übereinstimmenden Medienberichten wird Neumann mit einer Summe in Höhe von 1,7 Mrd. USD ausgezahlt, WeWork selbst äußert sich zu diesem Punkt nicht.

"Keine Tochtergesellschaft von Softbank"

Auch wenn mit der Finanzierungsspritze der Einfluss von Softbank auf die Unternehmensentwicklung von WeWork unzweifelhaft weiter wachsen wird, betont WeWork doch, dass der Investor nicht die Kontrolle über das Unternehmen habe. WeWork sei nach wie vor keine Tochtergesellschaft von Softbank und der Investor habe in keiner Vorstandssitzung oder Hauptversammlung die Mehrheit der Stimmrechte auf seiner Seite.

Für WeWork ist das neuerliche finanzielle Engagement von Softbank die erste gute Nachricht nach einer langen Durststrecke, in der es für das Unternehmen nur nach unten zu gehen schien und die in der Abstufung des Ratings durch Fitch auf CCC+ gipfelte. Allerdings sind die Schwierigkeiten, in denen WoWork steckt, damit nicht beendet. Denn mit dem frischen Kapital hat sich der Coworkingriese zwar Zeit verschafft, finanziell in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Die Probleme des Unternehmens sind damit aber noch nicht beseitigt.

Zeit für Veränderungen erkauft

WeWork verliert Monat für Monat deutlich mehr Geld als das Unternehmen einnimmt. Alleine im ersten Halbjahr 2019 belief sich der Verlust auf etwa 690 Mio. USD. Das hängt auch damit zusammen, dass viele WeWork-Standorte erst vor weniger als 18 Monaten eröffnet wurden, es aber in etwa so lange dauert, bis ein Standort überhaupt die notwenidge Auslastung erreicht, um profitabel laufen zu können. Insofern besteht im Unternehmen die Hoffnung, dass sich ein Teil des Problems mit der Reifung der erst jüngst eröffneten Standorte von selbst erledigen wird. Dennoch werden dem Vernehmen nach auch Pläne zur Kostenreduktion geschmiedet. Wie sich dies auf den bisherigen Wachstumskurs auswirkt, bleibt abzuwarten.

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