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Märkte | 18.10.2019

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bayrischer Bauindustrieverband, Bayerische Baugewerbeverbände
  • Personen:
    Wolfgang Schubert-Raab, Josef Geiger

Bei der bayerischen Bauwirtschaft kippt die Stimmung

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Eine Schieflage der Baukonjunktur, wie hier bei einer Vorführung der Firma Volvo auf der Bauma 2019 in München, ist bei den bayerischen Bauunternehmen noch nicht zu erkennen. Aber die Zeiten werden schwieriger.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Die bayerische Bauwirtschaft geht mit vorsichtigen Erwartungen in die kommenden Monate. Das größte Problem sind nach wie vor die steigenden Beschaffungskosten und das fehlende Personal.

Noch sei die konjunkturelle Lage auf den Baustellen Bayerns gut. Doch die Erwartung der Bauwirtschaft an das kommende Halbjahr sei schwächer als in den Vorjahren, fasste Wolfgang Schubert-Raab, Präsident der Bayerischen Baugewerbeverbände, die Ergebnisse der gemeinsamen Konjunkturumfrage der Bayerischen Baugewerbeverbände und des Bayerischen Bauindustrieverbands unter ihren Mitgliedsbetrieben zusammen. Rund 400 Bauunternehmen beteiligten sich an der Umfrage.

Kapazitäten sind ausgelastet

Die Kapazitäten bleiben auf hohem Niveau ausgelastet. Der Auftragsbestand sei mit durchschnittlich 14,4 Wochen gegenüber dem Vorjahr um zwei Wochen gestiegen. In der Spitze seien Unternehmen für mehr als zwei Jahre im Voraus mit Aufträgen eingedeckt. Allerdings erwarten weniger Unternehmen als im Vorjahr, dass es bei der guten Geschäftslage bleibt. Nur noch jedes zweite Unternehmen rechnet über den Winter mit guten oder sehr guten Geschäften. Vor Jahresfrist waren es noch über 60% der Unternehmen. Bei den Umsatzerwartungen herrscht noch weniger Optimismus. Nicht mal 50% der Firmen rechnen mit einer ähnlich guten Umsatzentwicklung wie in diesem Jahr.

Insbesondere im Wohnungsbau zeichnen sich Eintrübungen ab, was durch die rückläufigen Genehmigungszahlen in Bayern bestätigt werde. Die Diskussion um die Einführung von Mietendeckeln verunsichere die Baubranche zusätzlich. Sollte das Volksbegehren zum Mietenstopp in Bayern Erfolg haben, "werden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen kaum noch stattfinden", warnte Schubert-Raab.

Baupreise bleiben hoch

Trotz einer leichten Abschwächung bei den Steigerungsraten will Josef Geiger, Präsident des Bayerischen Bauindustrieverbands, keine Entwarnung bei den Baupreisen geben. Beim Wohnungsbau stiegen die Preise zwischen dem zweiten Quartal 2018 und dem zweiten Quartal dieses Jahres um 5%. Gründe dafür seien die stark gestiegenen Beschaffungskosten für Bauprodukte und Material, höhere Auflagen durch Regulierungen und sehr hohe Baulandpreise.

So stiegen allein die Preise für Betonstahl zwischen 2016 und 2018 um 30%. Preistreibend wirken sich auch die Lohnkosten aus. Diese stiegen im vergangenen Jahr außergewöhnlich stark um 6%. Auch der ohnehin schon höhere gesetzliche Mindestlohn für gering qualifizierte Tätigkeiten am Bau stieg in diesem Jahr noch einmal um 3,8% nach 4% im vergangenen Jahr. Hohe Kosten verursacht mittlerweile auch die Baustellenentsorgung. In den vergangenen fünf Jahren hätten sich die Gebühren der Deponien verdoppelt. Da weiterhin nahe gelegene Deponien fehlen, rechnet Geiger hier mit weiteren Preissteigerungen.

Firmen stellen weniger ein

Mit Entlastung bei den Kapazitäten ist nicht zu rechnen. Der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre scheint beendet zu sein. Vier von fünf Bauunternehmen wollen im kommenden Jahr keine neuen Mitarbeiter einstellen. Auch die Zahl der Betriebe, die junge Leite ausbilden, sinkt weiter.

Dahinter stehe allerdings weniger der mangelnde Wille der Unternehmen als die fehlende Zahl an Bewerbern, so Schubert-Raab. Bei den Arbeitsagenturen komme auf eine offene Stelle im Bauhauptgewerbe nur ein Bewerber. Vor zehn Jahren waren es noch acht. Besonders kritisch ist die Lage bei den Ingenieuren. Hier habe rechnerisch jeder arbeitslos gemeldete Ingenieur zwei Stellen zur Auswahl. Künftig will sich die Branche durch mehr Digitalisierung und Innovationen vor allem für junge Menschen interessanter machen.

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