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Unternehmen | 11.10.2019

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

Baukonzern Porr verarbeitet in Deutschland sein Wachstum

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Porr-Eigentümer und CEO Karl-Heinz Strauss (links) mit dem neuen Deutschlandgeschäftsführer Claude-Patrick Jeutter bei der Pressekonferenz in München. Jeutter war zuvor CEO der Köster-Gruppe in Osnabrück.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Das österreichische Bauunternehmen Porr wird die nächsten Jahre den Fokus auf den Ertrag statt auf das Wachstum legen. Das kündigte Porr-Vorstandschef und Eigentümer Karl-Heinz Strauss bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen des Konzerns in München an. Außerdem zieht sich der Konzern unter anderem aus Großbritannien zurück.

Nachdem das Unternehmen durch verschiedene Übernahmen in den vergangenen zwei Jahren um 40% gewachsen sei, liege der Fokus in den kommenden Jahren eher auf Konsolidierung und Ertragswachstum, kündigte Strauss an. Unter anderem hatte Porr in den letzten Jahren in Deutschland Franki Grundbau, den Spezialanbieter BBGS und Heijmans Oevermann übernommen.

Die sogenannte Business Unit 2, die vor allem die Aktivitäten des Konzerns in Deutschland umfasst, konnte nicht zuletzt durch die Übernahmen ihre Produktionsleistung zum Ende des ersten Halbjahrs 2019 auf 445 Mio. Euro steigern. Der leichte Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei vor allem auf den deutschen Ingenieurbau zurückzuführen, erklärt das Unternehmen.

Gewinn steigt in Deutschland auf 2,1 Mio. Euro

Beim Gewinn ist der Umschwung in Deutschland wohl nachhaltig gelungen. Stand 2017 beim Ergebnis vor Steuern (EBT) noch ein Verlust von knapp 10 Mio. Euro in den Büchern, wurde im vergangenen Jahr schon ein leichtes Plus von 1,9 Mio. Euro erzielt. Im ersten Halbjahr 2019 war das EBT mit 2,1 Mio. Euro ebenfalls positiv.

Der operative Gewinn (EBT) des Gesamtkonzerns wuchs im ersten Halbjahr sogar um 24% auf 8,2 Mio. Euro. Dennoch ist das Unternehmen von der selbst gesteckten Zielmarge von 3% ein gutes Stück entfernt, so Strauss. Er sei aber zuversichtlich, dass durch die angekündigten Maßnahmen die Zielmarge bis 2021 erreicht werden kann.

Auftragsbestand in Deutschland gesunken

Der Konzern sitzt derzeit auf einem Auftragspolster von gut 7,6 Mrd. Euro. Das sind 16% mehr als im Vorjahreshalbjahr. In Deutschland ist der Auftragsbestand im ersten Halbjahr dagegen um 7% auf rund 1,5 Mrd. Euro gesunken. Der Auftragseingang reduzierte sich sogar um mehr als 30% auf 368 Mio. Euro. Dahinter stecke eine veränderte Strategie bei der Akquisition neuer Aufträge, erklärte Strauss. Porr konzentriere sich in Deutschland ausschließlich auf Projekte mit einer attraktiven Ertragsmarge.

Die größten Hochbauprojekte von Porr in Deutschland sind das Wohnhochhaus Q218 in Berlin mit einem Auftragsvolumen von 58,7 Mio. Euro, das Apartmentgebäude NOC in der Münchner Regerstraße mit einem Volumen von 75,3 Mio. Euro und der Bürokomplex Neue Spreespeicher in Berlin mit 46 Mio. Euro Volumen.

Trotz des Konsolidierungskurses ist Strauss für Deutschland optimistisch gestimmt. Im Wohnungsbau und insbesondere im Straßen- und Bahnbau gebe es erheblichen Nachholbedarf. Die limitierenden Faktoren seien aber die Personalsituation und die Engpässe bei Subunternehmern. Daher versuche man, soviel wie möglich mit eigenem Personal zu bewältigen.

Kein Interesse an Implenia

Hier schloss Strauss auch weitere Zukäufe nicht aus. Diese werde es aber nur geben, wenn dadurch qualifiziertes Personal gewonnen werden könne.

Dabei beobachte man auch die Entwicklung beim Konkurrenten Implenia. Dem größten Baukonzern der Schweiz droht die Zerschlagung. "Implenia hätte einige Bereiche, die gut zu Porr passen würden", bestätigte Strauss. Ein Engagement zur Rettung des Konzerns oder gar ein Wettbieten um Teile des Unternehmens schließt er aber aus.

Rückzug aus Großbritannien

Zur Konsolidierung gehört unter anderem, dass sich Porr aus einigen Märkten zurückzieht. Insbesondere in Großbritannien sieht der Konzern keine Zukunft mehr. Man habe sich aus zwei Projekten zurückgezogen. Ein laufendes Tunnelbauprojekt werde Porr bis zum Sommer kommenden Jahres zu Ende bringen, dann ziehe man sich aus England zurück. Norwegen stehe ebenfalls zur Disposition. „Wir werden analysieren, ob wir da bleiben", sagte Strauss. In Katar, wo Porr unter anderem ein Stadion für die nächste Fußball-Weltmeisterschaft gebaut hat, werde das Engagement von 500 Mio. Euro auf 150 Mio. Euro deutlich zurückgefahren. In seinen Kernmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien erzielt das Unternehmen rund 90% seiner Umsätze.

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