"Wir würden gerne größere Portfolios übernehmen", sagt der stellvertretende Investmentchef auf der Immobilienmesse Expo Real. Sein Unternehmen habe bereits für mehrere deutsche Immo-AGs geboten, sei aber aufgrund des starken Wettbewerbs nicht zum Zuge gekommen. "Wir suchen nach börsennotierten und privat gehaltenen Unternehmen, die wir unter Umständen auch weiter ausbauen würden."

Im aktuellen Tristan-Opportunity Fonds Episo 5 ist noch einiges an Eigenkapital für Deals dieser Art. Von den 1,7 Mrd. Euro Eigenkapital sind erst 400 Mio. Euro ausgegeben. Auf der Expo Real verkündet wurden drei aktuelle Deals: 63 Mio. Euro flossen in den Erwerb eines Immobilienportfolios mit Büroobjekten in München, Frankfurt, Düsseldorf und Hildesheim. Episo 5 hatte das Paket mit Unterstützung von Silverton Asset Solutions von Union Investment übernommen. Außerdem sicherte sich der Fonds in Berlin-Neukölln für 15 Mio. Euro das Grundstück der Eversfrank-Druckerei. Dort wird Tristan an der Ballinstraße zusammen mit CMF Capital rund 30.000 qm gewerbliche Nutzfläche (darunter zwei Bürohäuser) entwickeln. Unter dem Projektnamen Ink (Inspire Neukölln) werden hier knapp 100 Mio. Euro investiert.

Bis Jahresende wird Tristan über 1 Mrd. Euro gedreht haben

Der dritte auf der Messe verkündete Episo-Ankauf fand in München-Milbertshofen statt. Fonds Nr. 5 übernahm ein Bürohaus mit dazugehörigem Entwicklungsgrundstück von AXA nahe dem Frankfurter Ring nahe der BMW-Zentrale. Neben dem Bestandsgebäude mit 11.000 qm Bürofläche wird Tristan bzw. deren deutsche Partner DW Real Estate und brixx einen weiteren Büroneubau mit gleicher Grundfläche entwickeln. Insgesamt werden hier 91 Mio. Euro investiert.

Im bisherigen Jahresverlauf hat Tristan für seine verschiedenen Fonds in Deutschland An- und Verkäufe für zusammen 900 Mio. Euro abgewickelt. Bis Jahresende wird der Manager über 1 Mrd. Euro gedreht haben. "Der deutsche Büromarkt ist chronisch unterversorgt mit Büroraum", erklärt Otmar die anhaltende Begeisterung seines Unternehmens für den hiesigen Immobilienmarkt. Aber auch die Brexit-Unsicherheiten hielten die Aktivitäten hierzulande hoch. "In einem normalen Umfeld würden unsere Fonds ca. 25% ihres Kapitals in Großbritannien allokieren. Aktuell sind es gerade mal 5%."