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Märkte | 23.09.2019

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    ImmobilienScout24, Immo Media Consult
  • Organisationen:
    Immobilienverband Deutschland (IVD), Statistisches Bundesamt (Destatis)
  • Personen:
    Jürgen Michael Schick
  • Immobilienart:
    Wohnen

Makler machen deutlich mehr Kasse - trotz Bestellerprinzip

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: underdogstudios
Die Makler in Deutschland verzeichnen steigende Umsätze.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: underdogstudios

Das Bestellerprinzip hat offenbar doch keine negativen Folgen auf die Einkünfte der Makler. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Umsätze der Wohnungsvermittler seit Einführung des Gesetzes im Jahr 2015 bis 2017 um mehr als ein Viertel auf fast 8,5 Mrd. Euro.

Der Aufschrei war laut. Als 2015 das Bestellerprinzip bei der Vermietung von Wohnimmobilien eingeführt wurde, malten viele den Niedergang der Maklerschaft an die Wand. Im Vorfeld hatten drei Viertel der Vermittler spürbare Einbußen beim Umsatz befürchtet; fast ein Viertel der Makler bangte gar um die eigene Existenz. Das zumindest ergab eine Umfrage von Immobilien Zeitung, ImmobilienScout24 und Immo Media Consult im Mai 2014. Fast drei Viertel der befragten Vermittler lehnte damals die Pläne der Bundesregierung strikt ab. Danach dürfen Wohnungseigentümer, die ihre Immobilie vermieten, die Maklergebühren nicht mehr auf die Mieter umlegen. Wer den Vermittler bestellt, muss ihn bezahlen.

Blickt man auf die Zahlen des Statistischen Bundesamts, so erscheint die damalige Aufregung völlig haltlos. Die Erlöse der Makler sind nicht gesunken, sondern deutlich gestiegen. 2015 lag der Umsatz der Wohnimmobilienvermittler bei 6,73 Mrd. Euro, zwei Jahre später bei 8,49 Mrd. Euro. Trotz Bestellerprinzip kam also ein Viertel mehr Geld in die Kasse. Laut der Statistiker profitieren die Maklerbüros vor allem von steigenden Wohnungs- und Hauspreisen sowie den höheren Mieten.

Mehr Beschäftigte bei Maklern und Verwaltern

Vor dem Hintergrund gestiegener Preise waren in Deutschland in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen beruflich mit der Vermittlung, dem Verkauf oder der Verwaltung von Wohnimmobilien befasst, stellt das Statistische Bundesamt weiter fest. So stieg allein in den vier Jahren von 2014 bis 2017 die Zahl der bei Maklern beschäftigten Menschen von rund 58.000 auf fast 70.200. Rechnet man die beiden Dienstleistungsbereiche Kauf/Verkauf und Verwaltung von Wohnimmobilien mit ein, beschäftigte die Branche im Jahr 2017 rund 200.000 Leute, das waren etwa 40.000 mehr als noch im Jahr 2014.

Auch die Umsätze der Wohnimmobilienverwalter nahmen zu: Sie lagen im Jahr 2017 bei mehr als 11 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Jahr 2015 erzielten die Hausverwaltungen eine Umsatzsteigerung um 36%. Der Wohnungsbestand in Deutschland stieg von 2015 bis 2018 insgesamt von 41,4 Mio. auf rund 42,2 Mio. Wohnungen.

IVD sieht Statistik als Beleg für den hohen Stellenwert die Immobilienbranche

IVD-Präsident Jürgen Michael Schick sieht Unschärfen bei der Erhebung der Zahlen. "Bis 2014 waren in der Analyse des Statistischen Bundesamtes nur Unternehmen mit mindestens 17.500 Euro Jahresumsatz enthalten", erklärt der Verbandschef. "Seit 2015 sind alle Unternehmen dabei, ob klein oder groß, also auch Gelegenheitsmakler. Ob sie damit Erfolg haben, sagt die Statistik nicht." Um ein besseres Bild zu bekommen, sollte wieder der Mindestumsatz in der Statistik und generell der Sachkundenachweis als Berufszulassungsvoraussetzung eingeführt werden, fordert Schick. Letzteres bleibt auch vorrangiges Ziel des IVD.

"Nach unserer Analyse gibt es bundesweit lediglich rund 12.000 Immobilienmakler im Vollerwerb. Mit Einführung des Bestellerprinzips bei der Wohnungsvermittlung haben die meisten Makler ihr Geschäftsmodell auf den Kauf/Verkauf von Immobilien umgestellt", betont Schick. "90% Kaufimmobilien und nur noch 10% Mietobjekte werden durch die Immobilienprofis vermittelt. Viele Privatvermieter versuchten damals in Eigenregie ihre Wohnungen zu vermitteln. Sie kehrten dann zunehmend zu den Maklern zurück und honorierten damit ihre Leistung." Die Umsätze hätten wegen der allgemein gestiegenen Nachfrage nach Immobilien angezogen. Die aktuelle Statistik zeige vor allem, welch hohen Stellenwert die Immobilienbranche einnehme. Allein in den Immobilienverwaltungen sei die Zahl der Mitarbeiter von 86.000 (2014) auf 112.000 (2017) gestiegen, sagte Schick der Immobilien Zeitung.

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