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Märkte | 23.09.2019

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:

Verkauf von Neubauwohnungen in Metropolen eingebrochen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Monika Leykam
Der Verkauf von neuen Eigentumswohnungen (hier am Frankfurter Westhafen) ist drastisch zurückgegangen. Die Kaufpreise sind nochmal stärker gestiegen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Monika Leykam

Dramatisch einbrechende Zahlen beim Verkauf von Neubauwohnungen in den Metropolen registriert der Accentro-Wohneigentumsreport von 2018. Die Preise und auch die Nachfrage aber bleiben hoch, sagt der Report, der auf Gutachterausschusszahlen basiert.

Im Verlauf des vergangenen Jahres gingen laut Accentro-Analyse in Berlin die Verkaufsfälle von Wohnungen im Neubau um 21,24% zurück, in Frankfurt um 21,19%, in Düsseldorf und Köln sogar um 33,44% bzw. 45,84%. Von den sieben Metropolen hat allein Hamburg einen positiven Wert: Die Anzahl der verkauften Neubauwohnungen hat dort um 14,8% zugenommen. Die Werte sind den Statistiken der Gutachterausschüsse entnommen, die die tatsächlich erfolgten Verkäufe in den jeweiligen Städten registrieren und somit aussagekräftiger sind als die Analyse von Angebotspreisen.

Umsatzvolumen steigt weiter

"Die Folge dieses insgesamt drastischen Rückgangs der Neubauverkäufe und dem damit einhergehenden kleiner werdenden Markt ist, dass Nachfrager kaum noch in der Lage sind, ein für sie passendes Angebot zu finden." Diese zunehmende Diskrepanz sei wohl einer der "wesentlichen Gründe dafür, dass sich der Anstieg der Kaufpreise 2018 gegenüber dem Vorjahr deutlich beschleunigt hat", urteilt Jacopo Mingazzini, Vorstand des Privatisierers Accentro. Eigentumswohnungen wurden laut der Studie 2018 deutschlandweit im Schnitt um 6,82% teurer, 2017 waren es 4,52%. Die steigenden Kaufpreise wiederum sorgten dafür, dass sich das Umsatzvolumen 2018 gegenüber dem Vorjahr um 4,14% auf 31,57 Mrd. Euro erhöht hat.

Durchschnitt der Kaufpreise steigt über eine Viertelmillion Euro

Der durchschnittliche Kaufpreis einer Wohnung in den 81 erfassten deutschen Großstädten lag 2018 bei 253.674 Euro und habe damit laut Report erstmals die Viertelmillion-Euro-Grenze überschritten. In Berlin betrug der Kaufpreis für eine Eigentumswohnung im Schnitt 321.578 Euro. Das ist ein Plus von 21,83% im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb eines Jahres seien trotz des gesunkenen Neubauanteils die Preise also um mehr als ein Fünftel gestiegen. Im Vorjahr dagegen habe der Anstieg gerade einmal 5,5% betragen. In Berlin zeigte sich 2018 somit eine deutlich erhöhte Kaufpreisdynamik; von einem Nachlassen der Nachfrage könne keine Rede sein, sagt der Report, das Angebot könne die hohe Nachfrage weiterhin nicht befriedigen. Die Anzahl der verkauften Neubauwohnungen ist deutschlandweit allerdings schon 2017 zurückgegangen (-13,72%). 2018 (-11,62%) bestätige sich der Trend erneut und manifestiere sich so, sagt Accentro.

Knappheit wird weiter Preise treiben

Denn betrachte man die aktuelle Bautätigkeit in Deutschland, müsse damit gerechnet werden, dass diese Entwicklung anhalten beziehungsweise sich sogar verstärken werde. Im ersten Halbjahr des Jahres 2019 ist die Anzahl der genehmigten neuen Eigentumswohnungen in Deutschland um 7,9% zurückgegangen. "Ursächlich dafür dürfte unter anderem sein, dass der Wohnungsbau und insbesondere der Bau von Eigentumswohnungen nicht im politischen Fokus liegen; die öffentliche Debatte konzentriert sich vor allem auf den Mietwohnungsmarkt", sagt Mingazzini.

Hamburg als Vorbild

Sehr bemerkenswert sei, dass es dann, wenn wie in Hamburg Politik, Verwaltung und Immobilienunternehmen für den Neubau an einem Strang ziehen, doch zu anderen Ergebnissen komme. An Dorothee Stapelfeldt, der Hamburger Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, könne sich "mancher eine Scheibe abschneiden", sagt Mingazinni.

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