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Projekte | 19.09.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Berlin: Grundstein für Tacheles-Quartier gelegt

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke
Hinter der Ruine des alten Kaufhauses wurde der Grundstein für das Quartier gelegt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke

Für ein Stadtquartier auf rund 85.000 qm Fläche rund um das ehemalige Kunsthaus Tacheles im Berliner Bezirk Mitte wurde heute der Grundstein gelegt. Errichten lässt Eigentümer Aermont Capital, (vormals Perella Weinberg Partners) einen vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfenen Ort zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und für Kunst und Kultur für mehr als 600 Mio. Euro.

Entstehen sollen auf dem AmTacheles getauften Areal zehn Häuser - sieben zum Wohnen, drei für Büros. Einzelhandel und Gastronomie in den Untergeschossen der Gebäude sollen neues Leben an den zentralen Standort zwischen Friedrichstraße und Oranienstraße bringen.

Das Schweizer Büro Herzog & de Meuron, Architekten auch der Hamburger Elbphilharmonie, der Münchner Allianz Arena sowie des Berliner Museums der Moderne, knüpft auf einer der letzten Wunden des Zweiten Weltkriegs an die Historie an. Das legendäre Kunsthaus - mit Kino, Café, Eisenskulpturen, Ateliers und Ausstellungsfläche - wurde 1908 als Kaufhaus Friedrichstadtpassagen eingeweiht, ging dann allerdings sehr schnell pleite. Eine Reihe weiterer Nutzungen, unter anderem durch die Nationalsozialisten, folgten, bis wenige Monate nach dem Mauerfall die Künstlerinitiative Tacheles die Ruine besetzte und die Sprengung verhinderte. Später geriet das Haus in die Schlagzeilen, weil der Dürener Immobilienkaufmann Anno August Jagdfeld mit dem Plan für ein 600 Mio. DM teures Stadtquartier baden ging. Die Projektgesellschaft wurde 2007 unter Zwangsverwaltung gestellt. 2014 wurde das Areal durch den Aermont Fonds Perella Weinberg Real Estate Fund II erworben.

Ein wenig Kunst muss bleiben

In einem städtebaulichen Vertrag verpflichteten sich die Eigentümer, hinter der historischen denkmalgeschützten Fassade der Kunsthausruine Platz für Kunst und Kultur vorzuhalten. Auf rund 41.500 qm entstehen Büros, mehr als 12.000 qm sind dem Einzelhandel vorbehalten. Die Vermietung startete mit der Grundsteinlegung. Dazu kommen etwa 275 Wohnungen unterschiedlicher Typen und Größen von 25 qm bis 250 qm. Gebaut werden ausschließlich Eigentumswohnungen. Das in Berlin bei Bebauungsplänen obligatorische Kooperative Baulandmodell mit einem Anteil von Sozialwohnungen kommt hier nicht zum Tragen. Grund seien die schon lange währenden Planungen. "Damals gab es sowas eben noch nicht", zuckt der zuständige Baustadtrat Ephraim Gothe bedauernd die Schultern. Der Verkauf der Wohnungen startet ab Frühjahr 2020.

Viele Köche statt Einheitsbrei

Der Vielfalt zuliebe werden neben dem Schweizer Büro als Generalplaner für einige der Wohngebäude weitere Architekturbüros hinzugezogen. Während Herzog & de Meuron für die Planung des größten Gebäudes des Quartiers an der Stelle der ehemaligen Friedrichstraßenpassage verantwortlich zeichnet, die Sanierung des Kunsthauses Tacheles sowie weitere Büro- und Geschäftshäuser aber auch Wohngebäude übernimmt, wird das Stadtquartier durch verschiedene Gebäude, die von Grüntuch Ernst Architekten und vom Gemeinschaftsbüro Brandlhuber + Muck Petzet stammen, komplettiert. Alle elf Baugenehmigungen liegen mittlerweile vor.

Für den oberirdischen Hochbau wurde Hochtief Infrastructure als Generalunternehmer gewonnen. Und auch die Banken ziehen mit. Ein Projektdarlehen über 601 Mio. reichte ein Bankenkonsortium bestehend aus der DZ Hyp (Lead Arranger), Berliner Sparkasse, Deutsche Hypo, Nord/LB und der Investitionsbank Berlin aus. Damit sei das Projekt durchfinanziert. Kosten soll das neue Viertel laut Sebastian Klatt, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft pwr "einen dreistelligen Millionenbetrag, dabei mehr als 600 Mio. Euro aber mit Luft zur Milliarde". Nach aktueller Planung werden die ersten Gebäude Anfang 2022 bezugsfertig sein, die letzten Gebäude voraussichtlich Anfang 2023.

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