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Projekte | 18.09.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Berliner "Kulturscheune" wird doppelt so teuer

Quelle: Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Lagerhalle oder Scheune? Am geplanten Museum der Moderne scheiden sich die Geister.

Quelle: Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Doppelt so teuer und fünf Jahre später als ursprünglich geplant: Das Museum des 20. Jahrhunderts erhitzt die Gemüter. Dafür soll aber in den kommenden Wochen mit dem Bau begonnen werden.

Der Neubau der Nationalgalerie am Kulturforum kann für 364,2 Mio. Euro gebaut werden, verkündete der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, auf einer eilig anberaumten Pressekonferenz in Berlin. Seit Tagen geisterten unterschiedliche Zahlen durch die Welt. Diesen Spekulationen wollte der zukünftige Hausherr des Museums der Moderne jetzt wohl ein Ende machen.

Zu den eigentlichen Baukosten hinzu addieren muss der Bund als Bauherr mit Zustimmung des Bundesfinanzministeriums 52,2 Mio. Euro für künftige Bauindexsteigerungen und 33,8 Mio. Euro Risikokosten. Damit beläuft sich die Gesamtsumme auf 450,2 Mio. Euro. Ursprünglich hatte der Deutsche Bundestag 2014 nur 200 Mio. Euro für das zukünftige Herzstück des Kulturforums zur Verfügung gestellt und für den Kauf des Grundstücks und den Wettbewerb noch einmal 2,4 Mio. Euro oben draufgelegt.

Die 200 Mio. Euro seien vor fünf Jahren genannt worden, rechtfertigt Parzinger die Korrektur, als es noch keinen Entwurf und damit keine Berechnungsgrundlage für den Bau gegeben habe. Auf dem 10.200 qm großen Grundstück sind 16.000 qm Nutzfläche geplant. Rund 9.000 qm entfallen dabei auf Ausstellungsflächen.

Lagerhalle oder neuer Aldi

Gebaut wird am derzeit unwirtlichen Kulturforum ein Haus, das aufgrund seines schlichten Äußeren zunächst heftig kritisiert wurde und schnell Spitznamen wie Kulturscheune, Lagerhalle oder neuer Aldi weg hatte. Entworfen haben das Gebäude die Schweizer Architekten von Herzog & de Meuron, die 2016 einstimmig als Sieger aus einem internationalen Wettbewerb hervorgegangen waren. Seither haben sie den Entwurf überarbeitet und weiterentwickelt. Gebaut wird um 15% dichter und kompakter als ursprünglich geplant und zwei Etagen tiefer, um der benachbarten Matthäikirche nicht zu nahe zu kommen.

Schätze der Moderne schlummern im Depot

Konkret planen die Schweizer eine Ost-West-Achse, die bis zur Piazzetta führt und das neue Haus wie ein Tor erscheinen lässt. In ihrem Raumkonzept gehen sie von zwei sich kreuzenden inneren Straßen aus, die die in vier Quadranten angesiedelten Museumsräume erschließen. Durch das große Satteldach und den hohen zentralen Boulevard soll Licht ins Gebäude eintreten. Unterirdisch werden die Neue Nationalgalerie und das Museum der Moderne miteinander verbunden.

Der erste Spatenstich, versprach Parzinger, solle in den kommenden Wochen erfolgen. Fertig wird das neue Haus für die Sammlung der Neuen Nationalgalerie 2026. Als noch 200 Mio. Euro für das Bauwerk reichen sollten, war das Jahr 2021 angepeilt worden.

Nötig ist das neue teure Haus, weil in der benachbarten Neuen Nationalgalerie nur ein Bruchteil der Sammlung der Moderne des 20. Jahrhunderts dauerhaft gezeigt werden kann. Viele Schätze schlummern im Depot. Sie sind zerrissen, über viele Standorte verteilt und aus Platzgründen immer nur in Ausschnitten zu sehen.

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