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Märkte | 12.09.2019

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    forsa
  • Organisationen:
    Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW)
  • Personen:
    Andreas Ibel, Manfred Güllner
  • Immobilienart:
    Wohnen

Lage auf dem Wohnungsmarkt wird "verzerrt dargestellt"

Quelle: BFW
Marion Hoppen (BFW), BFW-Präsident Andreas Ibel und Forsa-Chef Manfred Güllner präsentieren in Berlin die Studie "Wie wohnt Deutschland?"

Quelle: BFW

„Das Bild, das Politik und auch Medien vom Wohnungsmarkt zeichnen, hat mit der Realität so gut wie nichts mehr zu tun. So werden völlig falsche Schwerpunkte gesetzt!" Die Ergebnisse einer Umfrage des Instituts Forsa über das Wohnen in Deutschland veranlassen Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), zu einem vernichtenden Urteil über eine aktuell "verfehlte Wohnungspolitik".

Einige Zahlen, die Forsa-Chef Manfred Güllner bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Auftraggeber BFW präsentierte, laufen den gängigen Vorstellungen von der Situation auf den Wohnungsmärkten zuwider. So ist laut Umfrage die große Mehrheit der Mieter (84%) mit ihrer derzeitigen Wohnsituation zufrieden. Das betrifft die Lage und die Größe der Wohnung, aber auch die Höhe der Miete, die 76% der Mieter auch im Vergleich zu den von den Nachbarn gezahlten Mieten für angemessen halten. Das Verhältnis zum Vermieter wird von der großen Mehrheit der Mieter (86%) als gut bewertet. Nur 9% hatten in der jüngsten Vergangenheit rechtliche Beratung in Anspruch genommen.

82% mit Politik eher unzufrieden

Eher unzufrieden (82%) sind die Bürger, egal ob Mieter oder Eigentümer, mit der aktuellen Wohnungspolitik. Als geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnungsmarkts wird vor allem der Neubau von Wohnungen (83%) genannt. Repräsentativ befragt wurden laut Forsa im Juli 2019 1.532 Mieter und 473 Vermieter. Laut Güllner wurde ein Stadt/Land-Gefälle berücksichtigt. Allerdings gäbe es bei einer solchen Aufschlüsselung "im Kern" nur wenige prozentuale Unterschiede. Auch die Einschätzungen von Mietern und Vermietern zur Lage seien zum Teil sehr ähnlich.

Ibel zieht aus diesen Ergebnissen das Fazit, dass die Lage auf dem Wohnungsmarkt von Teilen der Politik und der Medien eher verzerrt dargestellt und so ein Handlungsbedarf kreiert wird, den es tatsächlich gar nicht gibt. Angesichts dieser Zahlen müsse man sich schon fragen, ob der Schwerpunkt der Bundesregierung auf Mietrechtsänderungen "richtig, wichtig und zielgenau" ist. Was die Mietpreisbremse anbelangt, so meinten zwar 66% der Befragten, sei sie ein wirksames Instrument. Allerdings geben nur 1,3% an, selbst konkrete Vorteile durch diese Markteingriffe zu haben.

"Verschobene Wahrnehmung"

Weiterhin registriert der BFW auf der Basis der Umfrage eine "verschobene Wahrnehmung über die Akteure des Wohnungsmarkts". So gehen 46% davon aus, dass börsennotierte Wohnungsunternehmen mehr als ein Viertel des Wohnungsbestands halten. 11% glauben sogar, es sei mehr als die Hälfte. Tatsächlich sind es jedoch nur 2,2%, während 77% des Wohnungsbestands von Selbstnutzern oder privaten Kleinvermietern und 21% von gewerblichen Anbietern gehalten werden.

40% der Befragten nehmen zudem an, dass Genossenschaften die meisten Mietwohnungen bauen. Diese stemmten jedoch lediglich 9%, während 91% des Neubaus durch private Nutzer oder gewerbliche Unternehmen geleistet werde. Allein die mittelständischen Immobilienunternehmen des BFW bauten in den sieben größten deutschen Städten 50% des Wohnungsneubaus, betont Ibel.

Die meisten Mieter fürchten sich vor der Zukunft

Fazit des BFW auf der Basis der Forsa-Studie: Es gibt "überforderte Mieter". Deren Probleme aber rechtfertigten es nicht, das ganze Land mit Mietregulierungen wie Bremse oder Mietendeckel zu überziehen und parallel die Erleichterung für Neubau nahezu zu vernachlässigen. Viele Sorgen der Mieter seien vor allem in die Zukunft gerichtet. 55% sind besorgt, ob sie sich im Alter ihren derzeitigen Wohnstandard noch leisten könnten. An diesem Punkt müsse die Politik tatsächlich ansetzen.

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