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Politik | 11.09.2019

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Norderstedt
  • Unternehmen:
    ImmobilienScout24
  • Organisationen:
    Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Landesverband Nord, Bündnis 90 / Die Grünen, SPD, CDU, Die Linke, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen, Adlerhorst Wohngenossenschaft, Neue Lübecker, Stadt Norderstedt
  • Personen:
    Andreas Breitner, Volker Heins
  • Immobilienart:
    Wohnen

50% Sozialwohnungen in Norderstedt geplant

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
In Norderstedt sind aktuell etwa 4.500 Wohnungen im Bau oder in Planung. Künftig sollen 50% geförderte Wohnungen gebaut werden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Im Arbeitskreis Wohnen haben sich CDU, SPD, Grüne und Linke einen Antrag erarbeitet, der für B-Pläne eine 50%-Quote öffentlich geförderten Wohnungsbau vorsieht. Am 22. Oktober wird die Stadtvertretung darüber beschließen. Die Wohnungsverbände befürchten eine Verteuerung des frei finanzierten Wohnungsbaus und stellen in Aussicht, in Norderstedt nicht mehr zu bauen.

Die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen in Norderstedt ist allein von 2018 auf 2019 von 1.700 auf 1.400 Einheiten gesunken, doch rund die Hälfte aller Mieterhaushalte in der 80.000-Einwohner-Stadt in direkter nördlicher Nachbarschaft zu Hamburg hat Anspruch auf eine Wohnung im 1. Förderweg und rund 60% fallen in die Einkommensgrenzen für Wohnungen des 2. Förderwegs. Nach Zahlen von ImmoScout24 sind die Angebotsmieten in Norderstedt zwischen 2015 und 2019 um gut 14% auf 9,58 Euro/qm gestiegen - Neubaumieten liegen deutlich darüber. Und Norderstedt plant, um 10.000 Einwohner zu wachsen.

Quote von je 25% im 1. sowie 2. Förderweg

Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, hat der Arbeitskreis Wohnen der Stadtvertretung nach zweijähriger Arbeit mit Unterstützung der CDU, SPD, Grünen und Linken einen fraktionsübergreifenden Antrag formuliert, der am 22. Oktober in der Stadtvertretung beschlossen werden soll. Danach soll künftig in B-Plänen eine 50%-Quote öffentlich geförderten Wohnungsbaus gelten, je 25% nach dem 1. Förderweg (6,10 Euro/qm) und 25% nach dem 2. Förderweg (7,40 Euro/qm). Bisher galt in Norderstedt eine 30%-Quote, die aber aus Perspektive der Ausschussmitglieder den Rückgang der Wohnangebote für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen nicht stoppen kann.

Beschließt die Stadtvertretung diesen Antrag, ist Norderstedt die erste Kommune in Schleswig-Holstein mit einer 50%-Quote für geförderten Wohnungsbau. Gemildert wird die Auflage für Bauherren, die weniger als 30 Wohneinheiten errichten wollen. Zudem können die Quoten auch über mehrere Bauvorhaben in der Stadt verteilt erbracht werden. Die Politik behält sich jedoch die Entscheidung im Einzelfall vor.

"50%-Quote schreckt Bauherren ab"

Die Wohnungswirtschaft zeigt sich verschnupft über den Antrag. Volker Heins, Vorstand des BFW Nord, verweist auf die 30%-Quote, die seitens der Landesregierung vorgeschlagen werde. "Dieser Mix hat sich bewährt." Die 50%-Quote "bedeutet eine weitere Regulierung für den Wohnungsbau und schreckt Bauherren ab". Andreas Breitner, Direktor des VNW, ergänzt, die höhere Förderquote sei "populistisch und wird zu einem weiteren sprunghaften Anstieg der Mieten im frei finanzierten Wohnungsbau führen". Da aus Breitners Perspektive Sozialwohnungen - über die Fördermittel hinaus - über die Preise und Miete des frei finanzierten Wohnungsbaus quer subventioniert werden müssten, würden Haushalte mit einem Einkommen knapp über den Fördergrenzen verdrängt.

Der VNW-Direktor kritisiert zudem, dass die Stadt eines ihrer letzten Grundstücke unlängst an einen Investor verkauft habe, der dort 30% geförderten Wohnungsbau errichten wolle, statt es den Genossenschaften Adlerhorst und Neue Lübecker zu überlassen, die 38% Sozialwohnungen angeboten hätten.

Geplantes Bündnis für Wohnen wird torpediert

Heins wie Breitner stört zudem, dass dieser Antrag nicht in den seit Frühjahr 2018 zwischen Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft laufenden Gesprächen zur Gründung eines Bündnisses für das Wohnen in Norderstedt thematisiert wurde. Heins erklärt, "das Vertrauen in die Politik wird erschüttert und viele unserer Mitgliedsunternehmen werden - verständlicherweise - auf Standorte ausweichen, an denen sie verlässlichere Bedingungen vorfinden". Breitner stellt in Aussicht, "dass der Wohnungsbau in Norderstedt massiv gefährdet wird. Warum soll ein Investor nicht in eine der Nachbargemeinden gehen, wenn die Bedingungen dort besser sind?"

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