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Märkte | 04.09.2019

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    DWS Investments
  • Personen:
    Matthias Naumann
  • Immobilienart:
    Hotel & Gastronomie, Büro

DWS-Immobilieneinkäufer mögen Brüssel

Quelle: Pixabay, Urheberin: Licya Puleio
Brüssel (im Bild das Planetarium) zählt zu den Favoriten der DWS-Einkäufer.

Quelle: Pixabay, Urheberin: Licya Puleio

Der Investmentmanager DWS hat zunehmend Schwierigkeiten, in Deutschland Bürogebäude in etablierten Spitzenlagen zu kaufen. Auch bei Hotels sieht er sich inzwischen lieber anderswo um.

Günstiger als hierzulande werden die Perspektiven auf den Gewerbeimmobilienmärkten Helsinki und Brüssel eingeschätzt. Vor allem Büro und Logistik böten in beiden Märkten Chancen auf etwas bessere Gesamtrenditen als der europäische Durchschnitt. Auch in Warschau würde die mehrheitlich in Besitz der Deutschen Bank befindliche DWS gerne mehr investieren, sagte Matthias Naumann, Chief Investment Officer and Head of Strategy for Alternatives Europe.

Viele der DWS-Immobilienfonds hätten ihre Renditegrenzen nicht abgesenkt und hielten immer noch an der Zielvorstellung 4% bis 5% fest, so Naumann. Das sei mit dem Preisnveau für Topbüroobjekte in Deutschland nicht zu machen. Hier müsse man in interessante Nebenlagen ausweichen, in Berlin sei das der Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain, in London die South Bank und in Paris die Randbezirke im Nordosten.

Ähnliches gelte für das Hotelsegment, in dem DWS für ihre Mandate künftig mehr im Ausland (London, Spanien) einkaufen möchte. Neben der hohen vorhandenen Hotelallokation in Deutschland (ca. 800 Mio. Euro) seien auch die günstigeren Einkaufspreise anderswo entscheidend. "Für sehr langfristig vermietete deutsche Hotels liegt die Spitzenrendite inzwischen bei 3,5%."

Shoppingcenter aussichtslos, Mietwohnungen stabilisierend

Seine Investoren für potenzielle Einzelhandelsinvestments zu begeistern, scheint er momentan nicht zu versuchen: Das Sentiment gegenüber dem Sektor sei grottenschlecht, Anlegern den Erwerb eines Einkaufszentrums zu präsentieren sei derzeit ein "regelrechter Kampf", seufzt Naumann. Einen Blick wert ist der DWS der Sektor bezahlbares Wohnen einschließlich Studentenapartments. Auch wenn z.B. in Deutschland mit Mietwohnungen maximal 2,5% Ausschüttungsrendite machbar seien, erhalte man durch solche Anlagen einen stabilisierenden Effekt auf Performance und Volatilität eines Portfolios.

Insgesamt gibt sich DWS optimistisch bezüglich der Entwicklung des europäischen Immobilienmarkts: Die gute Nutzernachfrage und die vergleichsweise guten Renditen im Vergleich zu Staatsanleihen sicherten die Performance des Sektors für die kommenden drei Jahre.

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