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Politik | 04.09.2019

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Kiel
  • Organisationen:
    Bündnis 90 / Die Grünen, SPD, FDP, Haus & Grund, Stadt Kiel, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen
  • Personen:
    Andreas Breitner, Sönke Bergemann
  • Immobilienart:
    Wohnen

Kiel gründet eine kommunale Wohnungsgesellschaft

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
2018 wurden in Kiel nur 465 Wohnungen durch Um- und Neubau erstellt. Großprojekte wie das Schlossquartier in der Altstadt sind rar.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Voraussichtlich am 19. September stimmt der Kieler Rat über die Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft ab. Zunächst sollen 1.000 Wohnungen entstehen, langfristig 4.000. Haus & Grund ist dagegen, der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) sieht hingegen "eine Chance".

Mit der Mehrheit von SPD, Grünen und FDP war in der Kieler Ratsversammlung bereits im September 2018 die Entscheidung für die Gründung der Kieler Wohnungsgesellschaft (KiWoG) gefallen. Nun stehen die Entscheidungen über die Gründung einer GmbH & Co. KG an. Der Ausschuss für Soziales und Wohnen hat die Gründung dieser Gesellschaft samt vorgelegtem Gesellschaftervertrag bereits gebilligt. Zwei Fachausschüsse sowie die Ratsversammlung voraussichtlich am 19. September müssen der Verwaltungsvorlage noch zustimmen.

Stadt überträgt der KiWoG städtische Grundstücke mit Wohnbebauung

Von der Stadt gibt es 1 Mio. Euro Gründungskapital, die als Bareinlage binnen der ersten zehn Jahre auf 10 Mio. Euro aufgestockt werden soll. Hinzu kommen gegebenenfalls Fehlbeträge der jungen Gesellschaft. Doch die Risiken werden als beherrschbar eingeschätzt. So wird in der Verwaltungsvorlage dargelegt, "dass sich trotz intensiver Aufnahme von Fremdmitteln über Jahrzehnte hinweg nennenswerte Werte schaffen lassen und sich die KiWoG somit langfristig selber tragen können wird".

Auf Marthas Insel nahe dem Hauptbahnhof und der Gablenzbrücke sollen 240 Wohnungen entstehen, davon 100 öffentlich-geförderte, die den Grundstock für die KiWoG bilden sollen. Zudem will die Stadt der kommunalen Wohnungsgesellschaft alle städtischen Grundstücke mit reiner Wohnbebauung übertragen sowie solche, auf denen reine Wohnbebauung geplant ist. Hier summieren sich an 26 Standorten 439 bestehende oder geplante Wohnungen. Relativ rasch soll so ein Grundstock von 1.000 Wohnungen entstehen.

Angesichts von 135.000 Wohnungen und gut 247.000 Einwohnern erwartet die Stadt selbst keine rasche Wende am Wohnungsmarkt, aber die KiWoG sei "ein starkes Signal an die Stadtgesellschaft" und werde mittelfristig dazu beitragen, bezahlbaren Wohnraum für untere und mittlere Einkommensschichten zu schaffen. Langfristig wird ein Bestand von 4.000 Wohneinheiten angestrebt - durch Neubau, Modernisierung und Erwerb.

"Schaffung eines weiteren aufwändigen Verwaltungsapparats"

VNW-Direktor Andreas Breitner will die "Gründung der KiWoG grundsätzlich positiv begleiten", sieht durch sie "keine Gefahr für den Kieler Wohnungsmarkt, sondern eine Chance". Da ist Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel, ganz anderer Meinung. Er kritisiert den Aufwand an Zeit, Geld und Personal zur Gründung, mit dem keine Wohnung entstehe. Dazu deutet er die Absicht der KiWoG-Befürworter, durch die Stadt so mittel- und langfristig Einfluss auf die Mietentwicklung zu nehmen, als Abschreckung und Blockade von Investitionen privater Grundeigentümer.

"Die für die Gründung, den Aufbau und den Betrieb notwendigen immensen Finanzmittel sollten besser in das Baudezernat gesteckt werden, um Baugenehmigungen, Bauleitplanung und Stadtplanung voranzutreiben und so den Neubau von Wohnungen wirksam zu fördern", teilt Haus & Grund Kiel mit. Das werde den Wohnungssuchenden mehr helfen als "die Schaffung eines weiteren aufwändigen Verwaltungsapparats, auch wenn dieser als Unternehmen kaschiert werde".

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  • Haus
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