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Projekte | 03.09.2019

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Kellogg-Flockenfabrik nimmt Wohnungen, Büros und Hotel auf

Quelle: WFB Bremen, Urheber: Delugan Meissl Associated Architects
Im Silo (l.) sollen ein Hotel und Büroflächen entstehen, das Reislager (r.) wird Büroflächen und Gastronomie aufnehmen.

Quelle: WFB Bremen, Urheber: Delugan Meissl Associated Architects

Ab Anfang 2020 soll im Quartier Überseeinsel (umge-)gebaut werden. Im ersten Bauabschnitt wird das Kellogg-Areal von WPD-Gründer Klaus Meier angepackt. Hier bleiben mehr Industriebauten stehen als geplant - etwa für Loftwohnungen im Produktionsgebäude. Das Logistikareal nebenan hat jüngst Kurt Zech erworben.

Am vergangenen Freitag wurde der Rahmenplan für das Quartier Überseeinsel vorgestellt. Der Rahmenplan entstand in einem dreistufigen Verfahren. In der ersten Stufe entwickelten sechs Arbeitsgemeinschaften Entwürfe für das gesamte, 41,5 ha große Quartier Überseeinsel zwischen Europahafen und Weser in der Überseestadt. In einer zweiten Stufe wurden drei dieser Büros ausgewählt, im Rahmen eines Gutachterverfahrens das 15 ha große Kellogg-Areal vertieft zu bearbeiten, das Klaus Meier, Gründer des benachbart angesiedelten Windparkentwicklers WPD, 2017 erworben hatte. Schließlich entschied die Jury unter Vorsitz des früheren Hamburger Oberbaudirektors Jörn Walter, das Büro Smaq mit der Rahmenplanung zu beauftragen. Die Außenraumgestaltung erfolgt durch Man Made Land, Berlin.

Modulwohnungen im Betonraster der Kellogg-Fabrik

Die Bestandsgebäude des hier bis November 2017 produzierenden Frühstücksflockenherstellers sollen die urbane Mitte des Quartiers bilden. Ursprünglich sollte die großvolumige Produktionshalle, das Gebäude 25, Neubauten weichen. Doch nun werden im Erdgeschoss des Betonbaus mit vorgehängter Klinkerfassade die Energiezentrale des Quartiers, eine kleine Brauerei mit Pizzeria und eine Bäckerei eingerichtet. Darüber sind bis zu 100 Loftwohnungen zwischen 40 qm und 160 qm vorgesehen. Diese Eigentumswohnungen - mit Deckenhöhen von 4,5 m - sollen ab 2021 aus 40 qm großen, dem Raster der Betonkonstruktion (5 m x 8 m) entsprechenden Modulen entstehen.

Zum prägenden Bestandsensemble zählt auch das Silo, in dem ein Hotel mit 120 Zimmern sowie 2.000 qm Büroflächen eingebaut werden. Im Reislager werden über Handels- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss drei Büroebenen eingezogen. Der Baubeginn für Silo und Reislager erfolgt ab Anfang 2020. Co-Investor und späterer Nutzer auf etwa 8.000 qm wird die Brüning-Gruppe aus Fischerhude, die ihren Hauptsitz nach Bremen verlagert.

Grund- und Oberschule in Kellogg-Verwaltung

Das frühere Kellogg-Verwaltungsgebäude an der Stephanikirchenweide soll als zweizügige Grund- und Oberschule ihren Betrieb wohl zum Schuljahr 2021/2022 aufnehmen. Eine sichtbare Umnutzung hat bereits der vormalige Parkplatz erfahren. Hier hat die Gemüsewerft der Gesellschaft für integrative Beschäftigung (GIB) 450 Hochbeete aufgestellt. Im kommenden Jahr soll hier für die Brauerei zudem ein Hopfengarten angelegt werden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Das Kellogg-Areal 2017. Das gelb geklinkerte Produktionsgebäude (l.), das Soli (M.) und das Reislager (r.) sollen nachgenutzt werden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Ob die Schuppen 4 und 6 an der südlichen Kaikante des Europahafens, die dem Logistikdienstleister Vollers gehören, erhalten bleiben, ist noch in Abstimmung. Die Erbpachtverträge für die Grundstücke laufen bald aus. Eine Nutzung - etwa als Handwerkerhof - ist von den bauphysikalischen, konstruktiven und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig.

In den Rahmenplan sind Aspekte der Entwürfe der Büros Smaq und Cobe sowie der Gruppe OMP mit nsp Christoph Schonhoff für das Kellogg-Areal integriert. Die Jury hatte empfohlen, aus dem Entwurf des Büros Smaq mit Man Made Land die "Idee eines großzügigen Parks direkt an der Weser (heutige Exxon-Fläche)" sowie die breitere Weserpromenade aufzunehmen.

Auf dem kontaminierten Exxon-Areal soll ein Park entstehen

Die brachliegende Exxon-Fläche ist durch Altlasten kontaminiert, die vor allem auf die Zerstörung von Öl- und Treibstoffbehältern durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zurückgehen. Das gut 2 ha große Areal liegt zwischen dem vormaligen Kellogg-Gelände und dem bisherigen Standort von Reimer Logistics. Reimer ist seit zwei Jahren dabei, seine Unternehmenszentrale samt großer Lager in den Gewerbepark Hansalinie an der A1 zu verlagern. Vor zwei Wochen wurde öffentlich, dass Kurt Zech die 2,6 ha große Fläche im Quartier Überseeinsel gekauft hat.

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