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Unternehmen | 30.08.2019

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

real lässt Emmas Enkel wieder auferstehen

Quelle: real, Urheber: Carlos Albuquerque
Backstuben-Optik: Emmas Enkel in Stuttgart.

Quelle: real, Urheber: Carlos Albuquerque

Das SB-Warenhaus real wird seinem Ruf gerecht, das experimentierfreudigste LEH-Unternehmen Deutschlands zu sein, wenn es um die Technik des Einkaufens geht. In Stuttgart eröffnete real ein Lebensmittelgeschäft im Westentaschenformat, das ohne Personal auskommt.

Der SB-Warenhausfilialist real hat am Mittwoch in Stuttgart (Rosenbergplatz 1) einen Kleinladen mit Namen Emmas Enkel eröffnet. In dem 45 qm großen Geschäft können Kunden an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Lebensmittel und Drogerieartikel einkaufen. Die Auswahl besteht zunächst aus 500 Artikeln, soll aber schrittweise vergrößert werden. Mit Emmas Enkel findet der Name eines Kleinflächenkonzepts Wiederverwendung, das es einige Jahre in Düsseldorf gab und das die real-Mutter Metro 2014 kaufte.

Bei Emmas Enkel 2.0 bestellen Kunden die Ware entweder mittels Smartphone vor oder geben ihre Bestellung an einem der zwei Terminals ein. Die Ware, die in einem 35 qm großen Lager mit Kühlsystem vorgehalten wird, bekommen sie über eine automatische Warenausgabe. real zufolge benötigt die Kommissionierung eines Warenkorbs von acht Artikeln weniger als eine Minute. Bezahlt wird mittels PayPal, EC- oder Kreditkarte, Google Pay oder Apple Pay. Das Kommissionierungssystem hat die Firma Smark entwickelt.

"Kurz vor Schluss geben wir noch einmal richtig Gas"

Bis auf die Mitarbeiter, die die Ware aus einem real-Markt in Böblingen heranschaffen, kommt bei Emmas Enkel kein Personal zum Einsatz. Dennoch ist es auf der Fläche zumindest unter der Woche tagsüber nicht menschenleer. Der Verkaufsraum geht nahtlos in ein Café über, das Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr geöffnet ist. "Sollten die Kunden im Rahmen einer mehrmonatigen Testphase unseren Concept Store annehmen, werden wir rasch weitere Geschäfte in Deutschland eröffnen", sagte real-CEO Patrick Müller-Sarmiento. Mit Blick auf die Tatsache, dass real mitten im Verkaufsprozess einen so innovativen Laden eröffnet, scherzte der Manager: "Kurz vor Schluss geben wir noch einmal richtig Gas."

Mit dem unbemannten Kleinladen wird real seinem Ruf gerecht, das technikfreudigste Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zu sein. real betrieb von 2008 bis 2013 in Tönisvorst einen Future Store, in dem neue Techniken des Einkaufens erprobt wurden, darunter Weinverkostungsautomaten, Kühlregale mit Touchscreens und Videowand, intelligente Einkaufswagen oder Auskunftsroboter.

Transaktion: Stuttgart, Rosenbergstraße 1

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