Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Recht | 29.08.2019

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    ZDF, TÜV Süd, S&K-Gruppe
  • Organisationen:
    Bundesgerichtshof (BGH), Landgericht Frankfurt am Main
  • Personen:
    Jonas Köller, Hartmut Göddecke
  • Finanzprodukte:
    Deutsche S&K Sachwerte 2

S&K-Doku: 100.000 Euro für ein geheimes TÜV-Audit

Am 4. September präsentiert ZDFinfo unter dem Titel "Abgezockt" einen Rückblick auf den S&K-Anlageskandal, der 2015 in einem Mammutprozess vor dem Landgericht Frankfurt mündete. Jonas Köller, einer der beiden S&K-Gründer, nimmt dort auf Anfrage des TV-Teams erstmals schriftlich Stellung zu den Vorfällen - unter anderem zur viel diskutierten Rolle des TÜV Süd.

Die in München ansässige Prüfungsgesellschaft war bereits zu Beginn des Skandals in die Kritik geraten, weil sie im Auftrag von S&K eine Erfassung des Immobilienbestands der Gruppe vorgenommen hatte. Diese TÜV-Bescheinigungen seien z.B. beim Vertrieb des Fonds Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 den Kunden präsentiert worden, so der Anlegeranwalt Hartmut Göddecke.

Der TÜV Süd betont, kein "Zertifikat oder Prüfzeichen, das kommunikativ hätte verwendet werden dürfen", an S&K vergeben zu haben. "TÜV Süd hat keine Bewertung von Immobilien der S&K-Gruppe durchgeführt und dies auch nicht behauptet", so ein Unternehmenssprecher. Der "gute Ruf von TÜV Süd" sei "für das Geschäftsgebaren der S&K-Gruppe missbraucht worden. Anders ausgedrückt: S&K hätte mit dem TÜV-Bericht gar nicht werben dürfen, und der TÜV habe auch keine eigene Immobilienbewertung durchgeführt.

Köller: Das ist "lächerlich"

Dafür ließen sich die Prüfer aus München vergleichsweise üppig entlohnen. Köller spricht in der ZDFinfo-Doku von "knapp 100.000 Euro", die man für das Audit bezahlt habe. Der Vorwurf, das Siegel für eigene Marketingzwecke missbraucht zu haben, sei "lächerlich", so Köller weiter. "Wenn wir das nicht für Marketing einsetzen, dann stellt sich die Frage, wozu hätten wir es dann überhaupt in Auftrag geben sollen? Wer zahlt knapp 100.000 Euro für ein 'geheimes Testat', das niemand sehen darf?"

Der TÜV Süd wollte die genannte Honorarsumme auf Anfrage nicht kommentieren. Köllers Verurteilung im S&K-Prozess ist noch nicht rechtskräftig. Er hat vor dem Bundesgerichtshof eine Revision des Urteils beantragt. Sein Antrag wurde dort bislang noch nicht bearbeitet. Auch die Versuche einiger der rund 11.000 geschädigten Anleger, sich beim TÜV Süd schadlos zu halten, sind versandet. Bisher seien 13 erhobene Schadenersatzklagen jeweils in zwei Instanzen erfolglos geblieben", berichtet der TÜV-Sprecher.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!