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Steuern | 19.08.2019

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Institut für Wirtschaftsforschung (ifo)
  • Personen:
    Clemens Fuest
  • Immobilienart:
    Wohnen

Grunderwerbsteuer drückt Preise zulasten des Verkäufers

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Wer zahlt die Grunderwerbsteuer? Das Ifo-Institut sagt: der Verkäufer.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Die Grunderwerbsteuer gehe in der Praxis zulasten des Verkäufers. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern des Ifo-Instituts. Zwar müsse sie der Käufer ans Finanzamt abführen, doch werde häufig schon im Vorfeld ein ähnlich hoher Betrag vom ursprünglich geforderten Kaufpreis abgezogen, sodass faktisch der Verkäufer indirekt belastet wird.

Die Grunderwerbsteuer führe zu einer Verringerung der Immobilienpreise, teilt das Ifo-Institut mit. Somit müssen die Immobilienkäufer zwar die Steuer zahlen, profitieren aber gleichzeitig von geringeren Kaufpreisen für Immobilien – was wiederum die Verkäufer von Häusern und Wohnungen belastet. "Da die Grunderwerbsteuer von den Käufern einer Immobilie zu zahlen ist, verringert sie deren Zahlungsbereitschaft", betont Clemens Fuest, ifo-Präsident und einer der Autoren der Studie.

Der Preisrückgang fällt dabei sogar größer aus als die zusätzliche Steuerbelastung einer einzelnen Transaktion: Legt der Grunderwerbsteuersatz um einen Prozentpunkt zu, so sinken die Immobilienpreise im Schnitt um etwa 3,5%. Das lässt sich dadurch erklären, dass bei einem künftigen Wiederverkauf erneut Grunderwerbsteuer anfällt. In der Konsequenz nehmen die Immobilienpreise stärker ab, als die Grunderwerbsteuerlast zunimmt.

Hohe Grunderwerbsteuer drängt Käufer mit wenig Eigenkapital aus dem Markt

"Der Preisrückgang einer Immobilie fällt dabei umso größer aus, je kürzer die Haltedauer der Immobilie ist", sagt Fuest. Denn je öfter eine Immobilie den Eigentümer wechselt, desto häufiger wird die Immobilie auch durch die Grunderwerbsteuer belastet. Außerdem kann die höhere Grunderwerbsteuer dazu führen, dass Käufer mit wenig Eigenkapital aus dem Markt verdrängt werden, was ebenfalls den Preis drückt.

Für die Studie werteten die Forscher Daten von fast 18 Mio. Immobilien aus, die im Zeitraum zwischen Januar 2005 und Dezember 2018 zum Verkauf angeboten wurden. Der Datensatz umfasst Eigentumswohnungen sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser aus der gesamten Bundesrepublik. Die Daten wurden aus insgesamt 140 verschiedenen Quellen, darunter aus Online-Immobilienportalen sowie regionalen und überregionalen Zeitungen, zusammengetragen und dem ifo-Institut von F+B, einem Beratungsunternehmen für den Immobilienmarkt, zur Verfügung gestellt.

Die Grunderwerbsteuer ist eine Steuer, die beim Erwerb einer Immobilie anfällt. Ihre Höhe bemisst sich am Preis der Immobilie. Sie erzielte 2018 ein Aufkommen von etwa 14 Mrd. Euro, das den Bundesländern zufließt. Seit 2006 können die Bundesländer die Höhe des Steuersatzes selbst bestimmen, davor galt ein bundesweit einheitlicher Satz von 3,5%. Tatsächlich haben seitdem sämtliche Bundesländer mit Ausnahme von Bayern und Sachsen den Steuersatz erhöht, teilweise mehrfach. Am höchsten ist der Satz derzeit in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen. Hier liegt er bei 6,5%.

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