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Projekte | 31.07.2019

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Mainzer Wohnbau bekommt Bäckereischlüssel

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Den Übergang von Besitz, Nutzungen und Lasten vollzogen Vertreter von Stadt Mainz, Wohnbau, Kulturverein und Bima ganz handfest mit einem historischen Schlüsselbund.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Mit der symbolischen Schlüsselübergabe erhielt das kommunale Unternehmen Wohnbau heute Zugriff auf die ehemalige Kommissbrotbäckerei in der Mainzer Neustadt. Bis 2023 sollen nun für 50 Mio. Euro Wohnungen, Gewerbeeinheiten und ein Kulturzentrum entstehen.

Ein Bund schwerer, klobiger, leicht angerosteter Schlüssel wechselte am Mittwoch in Mainz den Besitzer. Damit übernahm Wohnbau Mainz offiziell das gesamte, rund 9.300 qm große Gelände der Kommissbrotbäckerei, Rheinallee 111, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Bis zum Jahr 2023 will das kommunale Wohnungsbauunternehmen das Areal nun zum Wohn-, Gewerbe- und Kulturquartier umgestalten. Mit knapp 50 Mio. Euro Gesamtinvestition soll das zu schaffen sein.

Scharnier zwischen Zollhafen und Neustadt

Bei der Schlüsselübergabe hob Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) die Bedeutung des Quartiers für die Stadtstruktur hervor. "Ich wünsche mir hier ein Scharnier zwischen dem Zollhafen auf der anderen Seite der Rheinallee, wo viele Neubürger einziehen, und der gewachsenen Struktur der Neustadt", sagte er. Dazu soll die Öffnung der zentralen Durchgangsachse auf dem einstigen Militärgelände dienen, die den derzeit im Bau befindlichen Beethovenplatz sowie die angrenzenden Projekte von Wohnbau mit dem Zollhafen verbinden wird. In der Wallau- und der Sömmeringstraße will Wohnbau in den kommenden Jahren rund 220 Wohneinheiten errichten. "Unsere Projekte geben dem Nordteil der Mainzer Neustadt, der seit dem Zweiten Weltkrieg nur punktuell verändert wurde, eine neue, bessere Struktur", zeigte sich Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Will überzeugt. Die Neustadt wurde insgesamt im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts angelegt und zeigt in weiten Teilen noch ihre ursprüngliche Bausubstanz.

Will erläuterte, dass ein wesentlicher Teil der 145 Mietwohnungen auf dem Gelände in einem Fünfgeschosser an der Rheinallee entstehen soll. Er wird an die Stelle eines Gebäudes treten, das nach dem Zweiten Weltkrieg das zerstörte Getreidesilo der 1902 fertiggestellten Bäckerei ersetzt hatte. Der übrige Bestand ist bis auf wenige jüngere Ergänzungen denkmalgeschützt. Dort wird Wohnbau Renovierungen und Umbauten vornehmen. So wird das ehemalige Kommandantengebäude größere und hochwertigere Wohnungen aufnehmen. Der rückwärtige Bau entlang der Wallaustraße soll im Erdgeschoss kleinere Gewerbeeinheiten beherbergen und darüber vor allem Maisonettewohnungen. Insgesamt sind 50 geförderte Wohnungen auf dem Areal geplant.

Hoffentlich keine Römerschiffe

Den südöstlichen Gebäuderiegel wird Wohnbau sanieren, eine Gaststätte einrichten und den Rest dem Verein Kulturbäckerei zur Verfügung stellen. Dieser will einen Veranstaltungssaal einrichten, der der Neustadt bislang noch fehlt, und verschiedene kulturelle Nutzungen etablieren. Nach Wunsch von Oberbürgermeister Ebling soll dort auch Platz für Kultur sein, "die den Stadtteil auch mal gegen den Strich bürstet". Bis es so weit ist, sind umfassende bautechnische und archäologische Untersuchungen nötig, insbesondere um den Bau einer Tiefgarage zu ermöglichen. "Ich hoffe, es kommen dabei nicht noch ein paar Römerschiffe im Boden zum Vorschein", sagte Will. Danach könnten die Arbeiten voraussichtlich im Sommer 2021 beginnen.

Claus Niebelschütz, Leiter der Hauptstelle Koblenz der Bima, erinnerte daran, dass die Bundeswehr bereits 2011 ein Ende ihrer Nutzung der Kommissbrotbäckerei angekündigt habe. Kurz darauf sei die Stadt Mainz mit Plänen für das Areal vorstellig geworden, doch habe der Denkmalschutz den damaligen Ideen entgegengestanden. Im Rückblick sei das allerdings nicht schlimm, meinte Niebelschütz, denn inzwischen gewähre die Bima auf Geheiß der Politik Nachlässe auf Grundstücke, die geförderte Wohnungen tragen sollen. Deshalb sei der Kaufpreis um mehr als eine Million Euro verbilligt worden. Auf der anderen Seite, so Will, seien seit 2011 aber auch die Bodenpreise erheblich gestiegen, was einen Teil der Verbilligung wieder neutralisiere.

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