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Märkte | 11.07.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Berliner Büromarkt erwartet ein gutes Jahr

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke
Vermietungsschilder haben in Berlin mittlerweile Seltenheitswert. Lediglich rund 1,4% aller Büroflächen stehen leer.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres haben die Makler in der deutschen Hauptstadt rund 400.000 qm Bürofläche über den Tresen geschoben. Und auch für das restliche Jahr rechnet die Branche mit guten Geschäften.

"Derzeit sind viele Großgesuche am Markt, die kurz vor dem Abschluss stehen", freut sich Gerald Dietzold, für die Bürovermietung bei JLL in Berlin verantwortlich. 900.000 qm Flächenumsatz, lautet die Prognose des Fachmanns, der sich Marcus Lehmann von Colliers International anschließt. "Aktuell sehen wir keine Anzeichen dafür, dass Großunternehmen und Mittelstand ihre Expansionspläne in Frage stellen." Gerade große Abschlüsse von mehr 10.000 qm und mehr lauerten in der Pipeline.

Fertig gebaut wird in diesem Jahr mit 464.400 qm und 2020 mit rund 815.900 qm zwar überdurchschnittlich viel, erläutert Rotberg, spürbar entlasten wird das den Markt aber nicht, kippt der Experte gleich wieder Wasser in den Wein. "Diese Flächen sind bereits zu 77% bzw. 53% vorvermietet." Noch schwärzer sieht Lehmann: Von der Neubaufläche, die 2019 auf dem Markt kommt, sei bereits 90% vergeben. In der Summe entstehen, Stand heute, bis 2024 rund 2,8 Mio. qm neue Büros, weiß Fabian Runge, Direktor beim Makler Angermann zu berichten.

Historischer Tiefststand bei den Leerständen

Der Leerstand von etwa 1,4% hat einen historischen Tiefststand erreicht, wobei nur ein knappes Drittel dieser Kontore neu und modern und damit für Mieter auch wirklich attraktiv ist. Das Angebot wird künstlich verknappt durch das Geschäftsgebaren mancher Eigentümer, die "ihre Büroflächen zurückhalten, weil sie hoffen, zu einem späteren Zeitpunkt noch höhere Büromieten erzielen zu können", berichtet Runge. Das könnte klappen, vermutet Dietzold. Die Berliner Spitzenmieten seien im zweiten Quartal 2019 um 4,4% gestiegen und damit bei 35,50 Euro/qm angekommen. "Bis Ende des Jahres dürften sie um weitere 4% auf 37 Euro/qm steigen", so der Fachmann. "Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht", gibt sich auch Jan Dohrwardt, Geschäftsführer bei BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) und Berliner Niederlassungsleiter überzeugt.

Die Durchschnittsmiete nahm den gleichen Weg, so Runge. Sie stieg gegenüber dem Vorquartal um 6% von 22,50 Euro/qm auf 23,90 Euro/qm. Die Flächenknappheit beflügelt den Bau spekulativer Bürogebäude. "Wenn die Lage gut ist, geben sich Fremdfinanzierer bereits mit einer Vorvermietungsquote von 20% zufrieden", plaudert Rotberg aus dem Nähkästchen.

Stadtteile Mitte und Charlottenburg am beliebtesten

Am beliebtesten waren im vergangenen halben Jahr Standorte im Bezirk Mitte, wo die Makler laut Runge 148.000 qm Fläche unterbrachten. Das sind 37% mehr als im Vorjahr. Mit einem Plus von 32% und 89.000 qm ging der Stadtteil Charlottenburg in der westlichen Innenstadt vom Feld. Grundsätzlich würden aber B- und C-Lagen immer beliebter. "Die City wird vielen schlichtweg zu teuer", stellt Dietzold fest. Die Gegend entlang der Grenze zum Szeneviertel Prenzlauer Berg und Friedrichshain in Richtung Ostkreuz und der nördliche und westliche Rand der deutschen Hauptstadt geraten zunehmend ins Fadenkreuz der Büromieter.

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