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Märkte | 04.07.2019

Von Christine Rose

In diesem Artikel:

Mangel an Wohnimmobilien bremst das Transaktionsgeschäft

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christine Rose
Regulierung im Bestand könnte Wohnungsinvestoren weiter in den Neubau treiben. So denn gebaut wird.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christine Rose

Den großen Maklerhäusern zufolge wurde im ersten Halbjahr 2019 deutlich weniger in Wohnimmobilien hierzulande investiert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Makler werten das als Folge des begrenzten Angebots, nicht als Zeichen für eine rückläufige Nachfrage von Investoren aufgrund von bereits verabschiedeten und noch diskutierten Mieterschutzgesetzen.

JLL meldet fürs erste Halbjahr 2019 ein Wohnungstransaktionsvolumen von 8,1 Mrd. Euro, BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) und CBRE haben 7 Mrd. Euro bzw. 6,7 Mrd. Euro ermittelt. Die Differenzen sind wohl vor allem der Tatsache geschuldet, dass JLL Verkäufe von mindestens zehn Wohneinheiten berücksichtigt, während in die Auswertungen von BNPPRE Verkäufe ab 30 Einheiten einfließen und CBRE erst bei 50 Wohnungen loslegt. Einig sind sich die Maklerhäuser darin, dass weit weniger Geld geflossen ist als im ersten Halbjahr 2018. JLL beziffert den Rückgang auf gut 25%, CBRE auf 39%.

Stimmung an "einem Tiefpunkt"

Konstantin Kortmann, Wohninvestmentchef bei JLL Germany, spricht zwar davon, dass die Stimmung von Investoren und Bestandshaltern aufgrund einer "weit über eine sinnvolle Regulierung der Mietwohnungsmärkte" hinausgehende Politik an "einem Tiefpunkt" angelangt sei. Das niedrigere Transaktionsvolumen führt er aber auf ein geringes Wohnungsangebot und "noch nicht auf die politische Großwetterlage" zurück. Auch Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer von BNPPRE, kann nicht erkennen, dass die Mietpreisbremse oder der in Berlin geplante Mietendeckel inländische Investoren von Käufen abhalten. Abzuwarten sei, ob die im ersten Halbjahr kaum tätig gewordenen ausländischen Akteure wieder verstärkt investieren. Die machen sich Kortmann zufolge vor allem Gedanken um weitere Regulierungen und den Angebotsmangel in Großstädten. Letzterer dürfte sie jedoch nicht abhalten zu kaufen, denn der Mangel schlage sich "in zwar steigenden, aber im internationalen Vergleich immer noch niedrigen absoluten Preisen nieder", erläutert Kortmann.

Berlin "weiterhin äußerst attraktiv"

Zumindest für Berlin macht sich Michael Schlatterer, Bewertungschef bei CBRE in Deutschland, keine Sorgen. Für Investoren sei die Hauptstadt, gleich ob mit oder ohne Mietendeckel, "weiterhin äußerst attraktiv". Als Gründe nennt er "die wirtschaftliche Dynamik und kulturelle Strahlkraft sowie das damit einhergehende Bevölkerungswachstum" bei zu geringem Wohnungsneubau. Er vermutet jedoch, dass Investments hierzulande weiterhin in Richtung unregulierter Segmente wie Serviced Apartments und Neubau verlagert werden könnten.

Nach wie vor entfällt BNPPRE zufolge auf Bestandsportfolios der größte Anteil des Transaktionsvolumens - im ersten Halbjahr 2019 waren es 63% der vom Maklerhaus ermittelten 7 Mrd. Euro. Neubauentwicklungen kamen dessen Auswertungen zufolge auf etwas mehr als 20%, einzelne Bestandsbauten und Wohnanlagen auf knapp 9% und Sonderformen wie Mikroapartments und Studentenwohnungen auf 6%.

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