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Märkte | 04.07.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Rekord am Berliner Investmentmarkt

Quelle: Barings Real Estate, Urheber: Grüntuch Ernst Architekten
The Westlight, einer der 14 Deals im ersten Halbjahr 2019, die mehr als 100 Mio. Euro schwer waren.

Quelle: Barings Real Estate, Urheber: Grüntuch Ernst Architekten

Gewerbeimmobilien erfreuten sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in der deutschen Hauptstadt großer Beliebtheit. Im ersten Halbjahr wurden Liegenschaften für 4,83 Mrd. Euro gehandelt. "Das ist neuer Rekord", sagt Holger Michaelis, Geschäftsführer des Maklers Grossmann & Berger.

Das bisher mit Abstand stärkste Halbjahr punktet mit einem nahezu doppelt so hohen Ergebnis (exakt 97%) wie im Vorjahreszeitraum, als 2,45 Mrd. Euro umgesetzt wurden. "Schon jetzt hat das Transaktionsvolumen des ersten Halbjahres 2019 das Ergebnis des dritten Quartals vom Vorjahr überholt", addiert Michaelis. Möglicherweise kommt die Stadt zum Jahresende auf einen Umsatz von mehr als 8 Mrd. Euro. Damit würde das starke Vorjahresergebnis bzw. das Allzeithoch aus dem Jahr 2015 geknackt.

14 Deals über mehr als 100 Mio. Euro

Im Einzelnen wurden im ersten und zweiten Quartal 14 Deals mit einem Volumen von mehr als 100 Mio. Euro abgeschlossen. Diese dicken Fische trugen maßgeblich zum Rekordergebnis bei, erklärt der Fachmann. So ging das Büroensemble Oberbaum-City in der Rotherstraße im Bezirk Friedrichshain für 475 Mio. Euro von UniCredit an Blackstone. Zweitdickstes Geschäft im Wert von 365 Mio. Euro war der Verkauf des Pressehauses am Alexanderplatz, einst Sitz der Berliner Zeitung, von Tishman Speyer an GEG German Real Estate.

Immerhin noch 265 Mio. Euro brachte die Veräußerung des Geschäftshauses Zoom in der City West auf die Waage. Verkäufer war der US-amerikanische Investor Hines, Erwerber die Bayerische Versorgungskammer. Zwei weitere dicke Deals: das Carrée Seestraße/Osram-Höfe, das für 225 Mio. Euro von der Deutschen Real Estate an Cording Real Estate ging und das im Bau befindliche Bürotürmchen The Westlight in der City West, das für 200 Mio. Euro von Barings an ein Konsortium aus Generali Real Estate und Poste Vita wechselte.

Büros bleiben Anlegers Liebling

Wie auch im Vorjahr seien zwischen Januar und Juni 2019 mit einem Anteil von 75% und einem Volumen von 3,6 Mrd. Euro Bürogebäude Anlegers Liebling gewesen, berichtet Michaelis weiter. Auf Platz zwei folgten gemischt genutzte Objekte mit einem Anteil von allerdings nur 8%. Etwas über die Hälfte des Transaktionsvolumens tätigten internationale Investoren. Damit bleibt die Stadt im Ausland beliebt, auch wenn im Vorjahr noch 65% aller Deals von Ausländern getätigt wurden. 17% des Transaktionsvolumens entfielen auf Gewerbeimmobilien in zentralen Innenstadtlagen. Im Vorjahreszeitraum waren es 5%.

Die Spitzenrenditen für Büro- und Geschäftshäuser haben sich auf magere 2,9% stabilisiert. Die gute Nachricht für Investoren dabei: Ein weiteres Absinken ist nach Einschätzung von Grossmann & Berger zunächst nicht zu erwarten. Die Nettospitzenrendite für Logistikimmobilien sank um 0,2% auf 4,2%.

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