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Märkte | 03.07.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Berlin
  • Organisationen:
    Land Berlin, Verband Berlin Brandenburgischer Wohnungsunternehmen BBU
  • Personen:
    Maren Kern
  • Immobilienart:
    Wohnen

Berliner Wohnungsmarkt: Angst vor schwarzen Schafen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Martina Vetter
BBU-Mitglieder wollen 2019 rund 1,65 Mio. Euro in den Neubau pumpen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Martina Vetter

"Schwarze Schafe", die die Anspannung auf dem Berliner Wohnungsmarkt zu ihrem Vorteil ausnutzen, machen Maren Kern, Chefin des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) Sorge. "Zielgerichtete, temporäre weitere Mietenregulierungen können daher sinnvoll sein", sagte die Branchenvertreterin heute Morgen bei der Vorstellung der Ergebnisse der BBU-Jahresstatistik für die Berliner Mitgliedsunternehmen.

Der vom Berliner Senat beschlossene Mietendeckel geht Kern aber zu weit. Bei den Eckpunkten seien "die nachteiligen Konsequenzen für die soziale Wohnungswirtschaft nicht ausreichend bedacht worden". In einer BBU-Umfrage gaben insbesondere Genossenschaften zu bedenken, dass sie ohne die Möglichkeit zu moderaten Mietanpassungen wirtschaftlich nicht mehr in der Lage sein werden, "den Notwendigkeiten und Bedürfnissen ihrer Mitglieder- bzw. Mieterschaft gerecht zu werden". Konkret sagen 90%, dass mit einem Mietendeckel energetische Modernisierungen hinten runterfallen könnten oder dass kein Geld mehr für die Wohnumfeldgestaltung da sei. Gut 70% befürchten "eine drastische oder deutliche Verringerung des sozialen Engagements der Unternehmen, über 60% erhebliche Einschränkungen beim Neubau".

"Das kann von der Politik so nicht gewollt sein", sagt Kern, die 43% des Berliner Mietwohnungsbestands hinter sich schart, "ebenso wenig, dass von einem pauschalen Einfrieren der Mieten besonders auch einkommensstarke Haushalte profitieren würden."

Rekordinvestitionen im Jahr 2019

2019 wollen die Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen mit 700.000 Wohnungen im Bestand 3,2 Mrd. Euro investieren. "Das ist der höchste Wert seit 1991, als der BBU mit den Aufzeichnungen begann", freut sich Kern, "und 23% mehr als 2018." 799 Mio. Euro fließen 2019 in die Instandhaltung, 717 Mio. Euro in die Modernisierung und 1,65 Mrd. Euro in den Neubau. In frischen Beton fließt im laufenden Jahr damit 39% mehr Geld als 2018.

Für rund 7.500 Wohnungen sollen in diesem Jahr die Schlüssel übergeben werden. Zum Vergleich: 2018 wurden nur 4.276 Wohnung fertiggestellt. Im kommenden Jahr haben die BBU'ler 7.420 Einheiten auf dem Zettel und bis 2023 noch einmal knapp 30.000 Wohnungen.

Grundstückspreise stiegen in den vergangenen sechs Jahren um 471%

Sorge bereitet den Unternehmen die "drastische Verteuerung von Bau- und Grundstückskosten" in Berlin. In Zahlen heißt das: Die Grundstückspreise, bekanntermaßen der Flaschenhals beim Neubau, sind zwischen 2013 und 2018 um 471% von 350 Euro/qm auf 2.000 Euro/qm in die Höhe geschnellt. Die Baupreise werden zwischen 2015 und 2019 um wohl 38% von 2.000 Euro/qm auf 2.750 Euro/qm steigen.

Im vergangenen Jahr erhöhten die BBU-Mitglieder die Warmmiete um 2,5%. Der Wert bewege sich auf dem Niveau der allgemeinen Preisentwicklung, betont Kern. Die Kaltmiete der BBU-Mitglieder betrug im Schnitt 6,15 Euro/qm. Der Berliner Schnitt beträgt laut Mietspiegel 6,72 Euro/qm. Der Leerstand der Berliner BBU-Unternehmen lag 2018 bei 1,7%.

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