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Politik | 27.06.2019

Von Christine Rose

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Berlin
  • Unternehmen:
    Real Estate Stuttgart
  • Organisationen:
    ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn, Unser Block bleibt, Mieterpartei
  • Personen:
    Rainer Reddehase, Barbara Sahner, Gerhard Wasielewski, Andreas Wirfler, Nicole Lindner
  • Immobilienart:
    Wohnen

Proteste am ZIA-Tag: "Gründet euren eigenen Verband!"

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christine Rose
Demonstrieren gegen "Mietenwahnsinn", Zwangsräumungen und Steuerschlupflöcher.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christine Rose

Es sind mehr Plakate als Demonstranten, die am Morgen vor der Vertic Music Hall in Berlin zu sehen sind. Etwa 20 Menschen haben sich versammelt, die ersten Redner sind am Podium. Zu dem Protest aufgerufen hat das „Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn“, gerichtet ist er gegen die Teilnehmer des vom ZIA veranstalteten Tag der Immobilienwirtschaft. Den Unternehmen, „die an ihre Mieter denken“, wird geraten: „Gründet euren eigenen Verband. Lasst euch nicht als Schutzschild missbrauchen.“

Barbara Sahner ärgert, dass sich Vermieter in ihrem Häuserblock nicht an die Spielregeln halten. „Wir leben in einem Milieuschutzgebiet, Modernisierungen sind genehmigungspflichtig. Aber die Investoren modernisieren einfach, und die neuen Mieter zahlen dann 15 Euro pro Quadratmeter, wo es vorher 7 Euro waren.“ Sahner ist Mitglied des Vereins „Unser Block bleibt“. Eine Erbengemeinschaft habe die 50 Wohnungen in diesem Block in Neukölln - in einer davon lebt sie - an Investoren verkauft, sagt sie, „jetzt geht es nur noch auf Knirsch“.

Die Frau scheint streitbar, hilft anderen Mietern, wendet sich ans Bezirksamt, „sobald wir Schleifmaschinen hören“. Jeder nutze eben seine Möglichkeiten, sagt sie, aber sie hat das Gefühl, dass Investoren mehr Möglichkeiten haben. Deshalb freut sie sich jetzt über den Berliner Mietendeckel, auch beim Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen hat sie unterschrieben. „Sonst würde sich doch nichts tun.“

„Ich will Mieterschutz, keinen Umweltschutz“

Derweil stehen Gerhard Wasielewski und Rainer Reddehase, Inhaber des Maklerhauses Real Estate Stuttgart, beieinander. Wasielewski klagt über stark steigende Mieten nach energetischen Modernisierungen. Endlich werde modernisiert, sagt Reddehase. „Aber wenn ich mir die Wohnung nicht mehr leisten kann, ist mir diese energetische Sanierung scheißegal“, antwortet Wasielewski. Reddehase versucht nun mit Klimaschutz zu argumentieren, prallt aber auch da ab. „Ich will Mieterschutz, keinen Umweltschutz.“

Bündnis-Mitglied Andreas Wirfler hält mehr Neubau für einen Schlüssel zu bezahlbarem Wohnen. Und wünscht sich, dass nach neuen Wegen gesucht wird, um diese Neubauten bezahlbarer zu machen.

Nicole Lindner von der Mieterpartei spricht auf dem Podium. Sie fordert von der Politik, „die Schlupflöcher bei Share-Deals zu schließen“, der Gewinnmaximierung durch energetische Modernisierung stärker Einhalt zu gebieten, ein nationales Leerstandskataster einzurichten, um Wohnungen doch in die Vermietung zu bringen. Zwangsräumungen lehnt sie ab - „unterstützt vorher“.

Und sie weiß zu differenzieren. „Es gibt ein paar Immobilienplayer, die an ihre Mieter denken.“ Ihr Rat an die, mit Seitenhieb auf den ZIA: „Gründet euren eigenen Verband. Lasst euch nicht als Schutzschild missbrauchen.“

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