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Märkte | 26.06.2019

Von Christine Rose

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Civey
  • Organisationen:
    ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss
  • Personen:
    Andreas Mattner
  • Immobilienart:
    Wohnen

ZIA-Umfrage: Investoren können es besser als der Staat

Quelle: <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>, Urheber: Andreas Nikelski
Beim Bau von bezahlbarem Wohnraum glaubt die Mehrheit der Bevölkerung, dass private Investoren schneller und besser als der Staat sind.

Quelle: pixelio.de, Urheber: Andreas Nikelski

Die Stimmen von Protestbündnissen und Demonstranten gegen "Mietenwahnsinn" und "Immobilienhaie" sind laut. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) hält nun dagegen: Mit einer Befragung, die unter anderem belegen soll, dass die Mehrheit oder zumindest ein Großteil der Bevölkerung "gegen die teils investorenfeindliche Politik", gegen Mietendeckel und auch gegen die Enteignung privater Wohnungsunternehmen ist. Ganz gelingt das nicht.

Spiegeln eigentlich diese lauten Stimmen, die in den vergangenen Monaten immer wieder zu Demonstrationen aufgerufen und Volksbegehren, wie das zur Enteignung großer privater Wohnungsunternehmen, durchgeführt haben, die Ansichten einer Mehrheit in der Bevölkerung wieder? Wenn Nein, ist das ein gutes Argument in Richtung der Politik: Lasst euch nicht von den Lauten zu Maßnahmen drängen, schon gar nicht zu unsinnigen. Das könnte die Idee hinter der vom ZIA beauftragen Befragung sein. Gut gedacht, aber leider nur teils gut gemacht.

Gut 2.500 Menschen haben Anfang Juni daran teilgenommen, durchgeführt wurde sie von dem Unternehmen Civey. Die Befragung kann als repräsentativ gelten.

Nur 31% meinen, der Staat kann's besser

Demnach sind knapp 46% der Befragten der Ansicht, dass Mietendeckel das Investment in Neubau hemmen. Eine überwältigende Mehrheit ist das nicht, auch wenn demgegenüber nur ein Drittel der Befragten meint, dass nicht weniger Geld fließen wird (20% sind unentschieden). ZIA-Präsident Andreas Mattner lässt das Ergebnis denn auch unkommentiert, weist vielmehr darauf hin, dass ein Mietendeckel "Investitionen und Modernisierungen, die wir dringend brauchen, verhindert".

Knapp 55% der Befragten fehlt das Vertrauen, dass der Staat "besser und effizienter" Wohnungen bauen kann als private Unternehmen. Deutlich weniger, nämlich 31%, meinen, der Staat sei der bessere Bauherr. Mattner plädiert für eine Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und öffentlicher Hand. Er betont, dass es vieler Maßnahmen bedürfe, damit schneller und kostengünstiger gebaut werden könne. Unter anderem sollte eine digitale Bauakte und eine einheitliche Bundesbauordnung eingeführt und das Baurecht durch eine Muster-Hochhausrichtlinie vereinfacht werden. Für wichtig, um eine "wirkliche Bauoffensive" zu erreichen, hält er auch, die lineare Sonderabschreibung bei Neubau zu erhöhen und die Grunderwerbsteuer zu senken.

Wer würde mit Nein antworten?

Bei einigen Fragen scheint die Antwort allerdings nahezu vorgegeben. Denn wer würde auf die Frage "Sollten private Investoren Ihrer Meinung nach eine aktive Rolle spielen, wenn es um die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum geht?" mit Nein antworten? Ob günstige Wohnungen vom Staat oder von privaten Investoren errichtet wird, dürfte vielen egal sein. Hauptsache bezahlbar. Im Ergebnis sprechen sich 56% der Befragten dafür aus - eine Vorlage für den Schluss, den ZIA-Präsident Andreas Mattner zieht: "Damit stellt sich ein Großteil der Bevölkerung gegen die teils investorenfeindliche Politik, die durch Ideen wie Mietendeckel oder die Enteignungsdebatte angefeuert werden."

Auch auf die Frage "Halten sie die Enteignung privater Wohnungsunternehmen für ein adäquates Mittel, um neuen Wohnraum zu schaffen" kann im Grunde nur mit Nein geantwortet werden. Bei einer Enteignung wird Bestehendes weggenommen. Mit Neubau hat das nichts zu tun; allenfalls indirekt - dann nämlich, wenn Investoren aufgrund von Enteignung und Diskussionen darüber Neubauinvestitionen zurückfahren oder stoppen. Dass 63% der Teilnehmer mit Nein antworten, wertet ZIA-Präsident als Ablehnung des Instruments Enteignung und erklärt, "die Menschen haben ein gutes Gespür dafür, bei welchen Vorschlägen es sich um klassische Symbolpolitik unter rechtlich und finanzpolitisch zweifelhaftem Einsatz von Steuergeldern handelt, die niemanden weiterbringen".

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