Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 26.06.2019

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Gespaltene Erwartungshaltung bei den Immobilienprofis

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
PwC-Immobilienexpertin Susanne Eickermann-Riepe, hier im Gespräch mit Irebs-Professor Sven Bienert auf einer Veranstaltung im Mai, rät der Immobilienbranche dringend dazu, sich stärker mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Nur ein gutes Drittel der Entscheider in der Immobilienwirtschaft weltweit erwartet, dass die Globalwirtschaft 2019 zulegt. Dennoch glauben 86%, dass ihr eigenes Unternehmen in den kommenden drei Jahren wächst, wie PwC im 22. Global CEO Survey ermittelt hat.

Es sei verständlich, wenn Unternehmen an bewährten Erfolgsfaktoren festhielten, sagt Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC. Viele unterschätzten dabei jedoch, dass sich die Regeln des Geschäfts gerade ändern: "Immobilien verkaufen sich im Moment wie geschnitten Brot. Da werden Investitionen in Zukunftsthemen oft vernachlässigt, obwohl das Geld da wäre", sagt die Immobilienexpertin.

Nun sind Investitionen in Technologien, etwa im Bereich Smart Buildings, oft recht umfangreich und nicht in kurzen Zeiträumen zu stemmen. Dennoch müssten die Immobilienunternehmen beginnen, sich auf diese Neuerungen einzustellen, da die Bedürfnisse der Mieter sich ändern. "Google zum Beispiel definiert bereits Richtlinien, welche Anforderungen künftig genutzte Gebäude erfüllen müssen", fügt Eickermann-Riepe hinzu.

Alle reden über KI, aber wenige setzen sie ein

Nachholbedarf sieht die PwC-Managerin auch bei Themen, die die Arbeit der Immobilienbranche deutlich effizienter machen könnten und nennt als Beispiel die künstliche Intelligenz (KI). Zwar erwarten 75% der befragten CEOs, dass KI die Branche in den kommenden fünf Jahren stark verändern wird. Weit weniger als die Hälfte (39%) will diese Technologie aber auch tatsächlich in diesem Zeitraum zum Einsatz bringen, 14% tun es bereits. In anderen Branchen liegt der letzte Wert hingegen bei 33%.

"Im Moment müsste die Immobilienbranche erst mal ihre vorhandenen Daten digitalisieren, bevor Techniken wie KI anwendbar sind", gibt Eickermann-Riepe zu bedenken. "Es wird zwar derzeit viel über das Thema geredet, aber ein besseres Auslesen von Verträgen ist noch keine richtige KI", fügt sie hinzu. Langfristig könnte diese Technologie allerdings dabei helfen, Büroflächen besser zu managen oder zu zeigen, wo wirklich Wohnraum gebraucht wird.

Fachkräftemangel wird mit ungenügenden Mitteln bekämpft

Die Zurückhaltung der Branche beim Angehen der Zukunftsthemen ist vor allem deshalb erstaunlich, weil 64% der CEOs als Grund für das prognostizierte Wachstum ihres Unternehmens Effizienzsteigerungen nennen. Nur wenig mehr (70%) erwarten organisches Wachstum, 39% wollen mit Fusionen und Übernahmen größer werden. Als größtes Risiko (29%) für die Geschäftsentwicklung sehen die Immobilienunternehmen den Fachkräftemangel. Gegensteuern wollen sie vor allem mit interner Qualifikation (44%) und dem Abwerben von Talenten bei Wettbewerbern (33%).

Eickerman-Riepe sieht es kritisch, dass viele der weichen Faktoren, die die langfristige Attraktivität eines Arbeitgebers ausmachen, offenbar noch nicht ins Bewusstsein der Manager gedrungen sind. "Die Immobilienbranche ist traditionell sehr projektorientiert, Imagethemen werden dabei oft vernachlässigt. Junge Fachkräfte stellen aber zunehmend die Frage, welchen Sinn ihre Arbeit hat und in was für einem Unternehmen sie überhaupt arbeiten."

Neue Kommunikationsmuster sind gefordert

Dabei gehe es den jungen Menschen unter anderem um Themen wie soziale oder ökologische Nachhaltigkeit. Um künftig gute Leute zu bekommen und zu halten, sind daher nach Ansicht der Expertin stärkere Anstrengungen nötig, die die Zukunftsfähigkeit der Branche herausstreichen. Gerade die laufende Diskussion um das Thema bezahlbaren Wohnraum zeige derzeit das Gegenteil, nämlich dass die Branche nicht offensiv genug mit Negativmeldungen umgehe. "Das muss sich dringend ändern", sagt Eickermann-Riepe.

An der PwC-Umfrage beteiligten sich über 1.300 Immobilienentscheider aus 91 Ländern.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!