Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 26.06.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Leipzigs Ladenvermieter tragen die rote Laterne

Quelle: Immobilien zeitung, Urheber: Thorsten Karl
Anfang des Jahres 2019 hat Karstadt in Leipzig zugemacht.

Quelle: Immobilien zeitung, Urheber: Thorsten Karl

Ein Fünftel aller Leipziger Geschäftsfläche hat über die nächsten 1 1/2 Jahre keinen konkreten Nutzer. Konkret leer steht zum Beispiel als dickster Posten das ehemalige Karstadthaus, das in der Petersstraße in der Innenstadt Anfang des Jahres für immer die Türen schloss.

"Wer in Leipzig mieten möchten, dem stehen, bei angenommen 18 Monate andauernden Vertragsverhandlungen, 35.000 qm zur freien Auswahl", erläutert der Deutschlandchef für Einzelhandelsvermietungen beim Makler JLL, Dirk Wichner. Anders ausgedrückt: Eigentümer von jedem zehnten Geschäft in der absoluten Toplage Leipzigs müssen sich in den nächsten 1 1/2 Jahren mit dem Thema Vermieten beschäftigen. Neben den rund 17.500 qm im alten Karstadt kommen weitere Leerstände in der Innenstadt hinzu. 2.500 qm Platz bietet zum Beispiel der Petershof, wo einst der Textilfialist Olymp & Hades mit dem Konzept Kult vertreten war, die ehemalige Michael-Kors-Filiale in der Grimmaischen Straße sowie das Zeppelin-Haus in der Nikolaistraße. Damit habe die Stadt "sprunghaft die rote Laterne unter den neun größten Immobilienstandorten in Deutschland übernommen". Im Jahr zuvor hatte der Leerstand noch knapp die Hälfte betragen.

"Der Leipziger Einzelhandel kämpft mit Strukturproblemen", erläutert Christin Soergel, Team Leader Retail Leasing bei JLL Leipzig. "Die Zukunft des Handels in Leipzigs Toplagen wird zu einem großen Teil davon abhängen, wo man für die großen verfügbaren Flächen attraktive Nutzer oder sinnvolle Konzepte findet."

Leipzig ist eine der beliebtesten Einkaufsstädte Deutschlands

Dabei gehöre die sächsische Metropole zu einer der beliebtesten Einkaufsstädte Deutschlands. Die Passantenfrequenzen und der Zuspruch sind konstant hoch. Die Petersstraße übertraf mit 6.950 Passanten in der Stunde ihren Fünfjahresschnitt von 6.315. Zum realen Leerstand von 20% kommt das, was Soergel "verdeckten" Leerstand nennt. Gemeint ist, dass jedes zehnte Geschäft in der absoluten Toplage Leipzigs noch nicht über die kommenden 18 Monate hinaus verplant ist.

Im verwaisten Karstadt-Haus könnten sich Soergel zufolge ab dem zweiten Stockwerk Büros ansiedeln oder ein Hotel einziehen. Dann müssten nur die unteren Etagen mit Einzelhandel neu bestückt werden. Doch auch das sei gar nicht so einfach. "Mit Primark, Breuninger, TK Maxx sowie P&C gibt es bereits einige großflächige Konzepte."

Karstadt drehte der Stadt den Rücken zu, weil der Konzern aus Essen einer Mieterhöhung um 68% vom Eigentümer nicht zustimmen wollte. Auch die Möglichkeit, die 1914 eröffnete prächtige Immobilie zu kaufen, sollen die Essener ausgeschlagen haben. "Knackpunkt der meisten Mietvertragsverhandlungen, die sich mittlerweile in der Regel um eine Laufzeit von fünf Jahren drehen, ist die Preisfrage", erklären die JLL-Vertreter das tägliche Geschäft. Die Leipziger Spitzenmiete liegt bei 120 Euro/qm. Zum Vergleich: In München wird das Dreifache bezahlt.

Keine Filialistentristesse

Bundesweit einsame spitze sei Leipzig aber in seinem erfolgreichen Kampf gegen die Filialistentristesse, hebt der Fachmann hervor. So haben die zentrale Hainstraße und Nikolaistraße mit 50% den geringsten Filialisierungsgrad aller Toplagen bundesweit. "Das gibt der Innenstadt Charakter und erhöht ihre Anziehungskraft, weil hier etwas geboten werden kann, was der Onlinehandel nicht leisten kann", freut sich Soergel.

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!